Video: Eröffnung der "O2-World" in Berlin

freundeskreis videoclips 06.10.2008 01:06 Themen: Freiräume Kultur Medien Soziale Kämpfe
kurzdoku // deutsch // 9:00 min // 10.09.2008
Link zum Video: http://freundeskreis-videoclips.de/2008/O2-World-Eroeffnung.php

Vor einem Monat (am 10. September 2008) gab das "Grand Opening" der "O2-World" den Berlinerinnen und Berlinern einen kräftigen Vorgeschmack auf das exklusive Entertainmentbusiness, das die Mitte Friedrichshain-Kreuzbergs für Touristen und Investoren attraktiv machen soll.

Die Reaktionen der Bürgerinnen und Bürger an dem Abend waren entsprechend deutlich und reichten von gähnender Langeweile bis hin zu Vergleichen mit den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR. Was war da schiefgelaufen? Ist die neue O2-World am Ende gar nicht das, was sie verspricht?

Mit 37 Mio. wurde das Projekt der Anschutz Entertainment Group nach Berlin geholt. Projektleiter und Politiker prahlten mit 1500 Arbeisplätzen und liessen die Konditionen großzügig Nebensache sein. So wurden auf der Baustelle nur 6 Euro gezahlt, die Hälfte des gesetzlichen Mindestlohns. Lächelkurse für Angestellte, die nichts mehr zu lachen haben und die Finanzierung reaktionärer Gruppen durch den Rechtsradikalen Philip Anschutz, versetzen aufgeklärte Anwohnerinnen und Anwohner in Alarmbereitschaft! (s. Info-Broschüre & Recherche)

Die "O2-World" präsentierte sich am Tag ihrer Eröffnung, auch in den Ansprachen des Bürgermeisters und des Geschäftsführers Detlef Kornett, als stolzer Staatszirkus für visionslose Sachzwänge. Sogar Christian Meyer, ehemaliger Sprecher der Interessengemeinschaft der Investoren "Mediaspree e.V.", scheint sich des Nutzens für den Stadtbezirk und die in ihm lebenden Menschen nicht mehr ganz sicher zu sein.

Weitere Infos: http://www.ms-versenken.org/

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Ergänzungen

Link ist tot

Stew Pit 06.10.2008 - 11:41
 http://freundeskreis-videoclips.de/ ist nicht erreichbar :(

Berlin erschließt neue Quartiere

http://www.welt.de 06.10.2008 - 18:04
Flächenrecycling liegt im Trend: Ausgediente Bahn- und Hafenareale oder stillgelegte Gewerbehöfe bieten Raum für groß angelegte Vorhaben in der Innenstadt



Trotz der enormen Bautätigkeit nach dem Fall der Mauer vor knapp 20 Jahren ist Berlin noch immer eine Stadt im rasanten Wandel. Die größte Dynamik entfaltet mittlerweile nicht mehr die Bebauung entlang der einstigen Demarkationslinie zwischen dem West- und Ostteil der Stadt. Die entscheidenden Impulse für die Entwicklung der Metropole gehen inzwischen von der Modernisierung der gesamtstädtischen Infrastruktur aus. Auf ausgedienten Flughäfen, am neuen Hauptbahnhof und auf nicht mehr benötigten Bahn- und Hafenarealen wird Berlins Zukunft gebaut. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hat sich zum Ziel gesetzt, diese "Unorte zu Adressen urbanen Lebens zu machen". Und da Berlin zwar nach wie vor sexy, aber auch weiterhin arm ist, um die oft strapazierten Worte des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) zu gebrauchen, baut man in der Hauptstadt auf private Investoren.

Zu den wichtigsten Vorhaben zählt die Gestaltung des Areals um den vor zwei Jahren eröffneten Hauptbahnhof vis-à-vis vom Kanzleramt mit den Entwicklungsgebieten Lehrter Stadtquartier, Humboldthafen und Heidestraße und einer Gesamtfläche von mehr als 100 Hektar. Auch das umstrittene und teilweise bereits realisierte Investorenprojekt Mediaspree (180 Hektar) sowie die Nachnutzung des Flughafens Tempelhof (386 Hektar), allesamt zentral gelegen innerhalb des S-Bahn-Ringes, werden das neue Bild der Stadt prägen. Hier werden einige der wichtigsten Neubauvorhaben vorgestellt.


Projekt Lehrter Stadtquartier

Am weitesten fortgeschritten sind die Planungen am Hauptbahnhof für die Hotelstadt im Lehrter Stadtquartier. Vom 1. Oktober an wird dort gebaut. Die Meininger Gruppe errichtet an der Südseite des Hauptbahnhofs ein neungeschossiges Hotel. Eröffnung ist für das Frühjahr 2010 geplant. Drei weitere Hotels unterschiedlicher Kategorien sowie ein Kongresszentrum mit 3500 Plätzen plant die Grundstückseigentümerin Vivico. Insgesamt entstehen an dem Standort rund 1200 Hotelzimmer. Das Bauvolumen für das gesamte Lehrter Stadtquartier beträgt nach Auskunft der Vivico 500 Mio. Euro. Unmittelbar an das neue Lehrter Stadtquartier schließt sich ein Bauvorhaben auf der anderen Seite der Bahngleise an der Invalidenstraße an. Dort plant die Meermann Chamartin Gruppe ein Vier-Sterne-Hotel mit angegliedertem Konferenz-Zentrum sowie Shops, Restaurants und Bistros. Der Baubeginn ist für das kommende Jahr geplant, 2011 soll Eröffnung gefeiert werden. Das Investitionsvolumen beträgt 100 Mio. Euro.


Projekt Heidestraße

Das Entwicklungsgebiet Heidestraße ist mit einer Fläche von 40 Fußballfeldern doppelt so groß wie Daimler-City- und Sony-Center zusammen und soll in den kommenden 20 Jahren zu einem urbanen Berliner Stadtquartier mit einer Mischung aus Wohnen am Wasser - dem Spandauer Schiffahrtskanal - , Arbeiten, Gastronomie und Kultur werden. Das Land Berlin, der Bezirk Mitte sowie die Grundstückseigentümer Vivico und Deutsche Bahn AG haben dafür im April einen städtebaulichen Entwurf vorgelegt, auf dessen Grundlage derzeit ein Masterplan erstellt wird.


Projekt Humboldthafen

Das Museum für zeitgenössische Kunst soll der internationale Anziehungspunkt im Entwicklungsgebiet Humboldthafen werden. Der Sohn des Kunstmäzens Heinz Berggruen, Nicolas Berggruen, soll mit dem Senat bereits über das Grundstück verhandeln. Das Land Berlin vermarktet über den Liegenschaftsfonds rund um das historische Becken des Humboldthafens insgesamt sieben Baufelder mit 23 000 Quadratmetern Grundfläche, auf denen Hotels, Büros und Restaurants sowie Wohnungen und öffentliche Uferflächen entstehen. Rechtzeitig zur Expo Real hat der Liegenschaftsfonds den Startschuss zum Verkauf der nördlichen Baufelder gegeben. In den drei Blocks sollen vor allem Wohnungen entstehen.


Projekt Mediaspree

Auch entlang der Spree zwischen Friedrichshain und Kreuzberg gibt es ein ehrgeiziges Entwicklungsvorhaben, gegen das sich allerdings inzwischen eine Bürgerbewegung gebildet hat. Unter dem Signet "Mediaspree" haben sich dort private Investoren zusammengeschlossen. Auf rund 180 Hektar Fläche beiderseits der Spree sollen drei Mrd. Euro in Gebäuden für Modefirmen, Fernsehstudios, Hotels und Wohnungen verbaut und bis zu 40 000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Einige wichtige Vorhaben sind bereits realisiert: Seit einigen Jahren arbeitet "Universal Music" in einem ehemaligen Hafenspeicher und die Mega-Halle O2-World mit 17 000 Plätzen am Ostbahnhof wurde vor wenigen Wochen eröffnet.

Die Proteste der "Mediaspree versenken"-Aktivisten haben im Sommer dieses Jahres einen erfolgreichen Bürgerentscheid im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gegen die weitere Bebauung an der Spree erreicht. Die verantwortlichen Ressortchefs im Berliner Senat betonen jedoch, dass der Bürgerentscheid auf Bezirksebene lediglich empfehlenden Charakter habe. Die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) garantiert den Unternehmern: "Zusagen an die Investoren werden ohne Wenn und Aber eingehalten."

"forum der nichtarbeit"

karpfen 11.10.2008 - 20:38
hallo,

wer will kann sich das video auch am montag in der sendung "forum der nichtarbeit", ab 21.30 uhr im offenen kanal berlin (sonderkanal 8, nur über kabel zu empfangen) oder über den stream von der okb - seite aus ansehen.

okb