„Hallo Schwarzfahrer, bitte aussteigen"

von Gemeint 19.07.2008 10:30 Themen: Freiräume Kultur Repression Soziale Kämpfe
Liebe Leute, liebe Fahrgäste, geehrte Schwarzfahrer passt auf.
Neuartige Razzia in der U-Bahn, Razzia im Nachtbus, aber nicht mit uns!
Razzia im öffentlichen Nahverkehr, meint systematische Kontrolle einer kompletten Bahn, Bus.
Und das läuft so:
Die Bahn fährt eine Haltestelle an, 15-20 Uniformierte stürmen die Bahn, andere Kontrollööre bewachen den Ausgang, Schwarzfahrer müssen sofort aussteigen, Personalien werden aufgenommen, Strafzettel werden verteilt, wegrennen unmöglich.
Die ganze Aktion wird von Polizei und Bahn-Polizei bewacht und unterstüzt. Erst wenn jeder kontrolliert wurde, darf die Bahn weiter fahren.
Wut ist meine Reaktion. Wut ist unsere Reaktion.
Fahrpreise sind doch sowieso ungerecht, weil Nahverkehr durch Steuergeld und so durch Volkseigentum entstanden ist, außerdem viel zu hoch.
Es ist unsere Straße und jeder muss nunmal von A nach B, Mobilität ein Grundbedürfniss.
Naja, Wut ist gut, Aktion aber besser.
Das nächste mal stören wir die Audienz am Bahnsteig und du sei bitte dabei:
Kontrollen so wie beschrieben verlaufen in beiden Fahrtrichtungen. Also ganz einfach. Bist du durch die Kontrolle durch, steige nächste Haltestelle aus. Und rein in die entgegenkommende Bahn, die schnurstracks in die Kontrolle fährt und
„Warnung“ gebrüllt:
„Hallo Schwarzfahrer, sofort aussteigen, nächste Haltestelle ist Razzia“
Ja so einfach geht es, so einfach ist Solidarität im Alltag, mit unglaublicher Konsequenz. Auf die schnelle können so hunderte von € den gierigen Investoren des Nahverkehrs durch die Lappen gehen. Macht jeder mit, sind solche Kontrollen bald „unwirtschaftlich“.
Nur Haare sträubend musste ich zudem beobachten, wie anwesende Polizeibeamte, die Gelegenheit nutzen und am Freitag Abend an der Haltestelle „Türlenstraße“ in Stuttgart, Fahrgäste, gleich an Ort und Stelle, in aller Öffentlichkeit filzten (Taschen leeren, an die Wand und Beine breit).
Auch die Fahrkarten Kontrollööre nutzen die Gelegenheit um ihrer sadistischen Ader freien Lauf zu lassen. Es wurden Fragen gestellt die das Ziel einer einfachen Fahrkarten Kontrolle, weit verfehlten.
Auch wurden „Schwarzfahrer“ unerlaubt, von Kontrollöören am Ärmel festgehalten, bis die Polizei, davor stand.
Meine Wut, auf der dieser Artikel basierte, kostet 50€. Bitte seid solidarisch, warnt die Leute, holt meine 50€ zurück, nehmt sie der gierigen Bahn und spart sie für bessere Zwecke.
Sagt es allen weiter und warnt „Schwarzfahrer“.
Legt gültige Fahrkarten, wenn ihr sie nicht mehr braucht, vor einen Automaten auf den Boden. Seid kreativ, es gibt viele Wege das System von Ausbeutung und Ausschluss zu schwächen. Seit solidarisch, denkt an die Anderen und stört Fahrkarten Kontrollen in denen sich Schwarzfahrer wie Schwerverbrecher fühlen.
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Ergänzungen

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. 19.07.2008 - 13:18
hab noch nie eine derartige "Fahrkarten-razzia" gesehen, ich vermute du sprichst von Berlin? Na egal auch ohne das kann ich deine Wut voll verstehen. Ich persönlich zeige manchmal den normalen Kontrolleuren mein Ticket nicht und palaver dann ein bißchen rum bis sies zu sehen kriegen. Kleiner Widerstand im Alltag;)

Nicht nur in Berlin...

Jeff M. 19.07.2008 - 13:38
Diese Art der Fahrkartenkontrolle findet nicht nur in Berlin statt, habe sie in Essen (NRW) auch schon mehrfach mitgemacht.

Berlin?

Karl 19.07.2008 - 14:43
Also im Artikel steht Stuttgart. Wie kommt ihr plötzlich alle auf Berlin?
In vielen Orten wird man in der Bahn über Monitore mit Werbung zugeschissen. Wenn das schon sein muss, warum wird dann nicht der komplette Verkehr über Werbung finanziert, und jeder kann umsonst fahrn? Bei den aktuellen Preisen hat man es fast verdient statt Werbung den neuesten Kinofilm in der Bahn zu sehn...

ebenso auf der strecke köln bonn linie 18...

beobachter 19.07.2008 - 16:27
solche szenen ebenso auf der strecke der kvb-bvb-straßenbahn-linie 18, köln-bonn bereits vor drei jahren und schon davor beobachtet...

gleiches ebenfalls auf den s-bahn-strecken köln-düsseldorf und im gesamten ruhrpott.

hoch die a(narchistisch-)soziale-solidarität!

Auch eine Möglichkeit...

www.bahntrampen.de 19.07.2008 - 18:48
...Menschen eine kostenfreie Bahnfahrt zu ermöglichen:


Wer einen Studentenausweis, Jobticket oder anderes Ticket im Abo der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) besitzt, kann im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) nach 19 Uhr und am Wochenende eine Person kostenlos mitnehmen. Leider wird diese Möglichkeit viel zu selten genutzt. Mit dieser Kampagne wollen wir das ändern.

Menschen, die über ein entsprechendes Ticket verfügen, können den Bahntrampen-Button tragen und damit zeigen, dass sie eine andere Person mitnehmen können.


"Ich nehm' JedeN mit!"

Mitfahrbuttons sind praktische Solidarität


Solidarität

Viele Menschen können auf ihrem Job-, Monats- oder Semesterticket jemanden mitnehmen. Und nicht nur Freunde und Bekannte sondern auch Menschen, für die der Fahrscheinpreis viel Geld ist – doch dies wird viel zu wenig genutzt. Mit den Mitfahrbuttons kann das geändert werden.
2,30€ für ein Einzelticket sind viel Geld. Zum Beispiel sind für Menschen, die von Hartz IV leben, 19,20€ monatlich für Mobilität vorgesehen. Das reicht gerade für einmal in der Woche in die Stadt und zurück.


Umweltschutz

U-Bahn fahren produziert 10g CO2 pro Person und Kilometer - im Vergleich zu 142g beim Auto. Bus und Bahn zu benutzen ist also gut für die Umwelt.
Trotzdem benutzten im letzten Jahr weniger Menschen öffentliche Verkehrsmittel als im Vorjahr, auch wegen der gestiegenen Fahrpreise. Konsequenter Klimaschutz und hohe Fahrpreise für den öffentlichen Nahverkehr sind nicht miteinander vereinbar.


Illegalisierte

Beim Schwarzfahren erwischt zu werden ist immer unangenehm. 40 Euro Bußgeld, im schlimmsten Fall gibt es eine Anzeige.
Für manche von uns sind die Folgen aber viel dramatischer: Illegalisiert hier lebenden Menschen droht bei einer Fahrscheinkontrolle die Abschiebung. Geduldete können durch eine folgende Anzeige ihr Aufenthaltsrecht verlieren. In Köln werden in letzter Zeit Fahrscheinkontrollen immer häufiger direkt mit Polizeibegleitung durchgeführt, was die Risiken für Menschen mit unsicherem Aufenthaltstatus noch vergrößert. Auch hier ist praktische Solidarität gefragt.
Umsonst


Natürlich ist es mit dem geschickten Nutzen der bestehenden Mitfahrmöglichkeiten nicht getan. Wir brauchen endlich den Öffentlichen Nahverkehr zum Nulltarif. So könnten noch mehr AutofahrerInnen von der Straße geholt und noch mehr Menschen ohne Geld die Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglicht werden. Dann würden auch die schikanösen Kontrollen wegfallen. Umweltschutz heißt nicht immer nur verzichten –
Reclaim The Tube!



Text von und mehr Informationen unter:

www.bahntrampen.de

Köln Bonn / Line 18 / 16 / 63 / 68

Gerlin 20.07.2008 - 10:58
Ja, leider ist seitlängerem in Köln/Bonn diese Art von Kontrolle üblich. 15 bis 20 Verkehrsbetriebsmitarbeiter bzw. Tagelöhner sowie etwa 5 Polizisten für Personalienaufnahme bei Beförderungserschleichung ohne gültiges Personaldokument mit sich zu führen.

Mein krassesstes Erlebnis war eine Truppe von ziemlich angeheiterten Rentnerinnen, die das mit den Tickets offenkundlich verpeilt hatten - die wurden mitten in der Pampa im Niemandsland zwischen Köln und Bonn aus der letzten an diesem Abend fahrenden "U-"Bahn gezogen mit dem Hinweis, dass ja später noch eine fährt.

Köln

- 20.07.2008 - 11:42
In Köln ist besonders die Station "Köln Deutz" von solchen Übergriffen gefährdet, da hat KVB und Bahn es hauptsächlich auf die Wochenendpendler, die in die Innenstadt zum feiern wollen abgesehen. Da laufen solche Kontrollen im übrigen noch größer als beschrieben von statten.

Weiterhin sind die U-Bahnen im Innenstadtbereich besonders an den Wochenenden immer wieder von solchen überfallartigen Razzien betroffen.

Dass schöne hierbei ist, das weder Bahn noch KVB aufgrund von angeblichen Personalsmangel auf abgelegenen Stationen über Personal verfügt, aber dann am Wochenenden partywütigen Jugendlichen auf den Nerv geht.

Ach ja und nochmal zur Info für alle, da ich selbst bei dem Verein arbeite, Ihr seid nicht verpflichtet Euch gegenüber eines Verkehrbediensteten auszuweisen oder Daten über Euch Preis zu geben.

Weiterhin darf man Euch nur festhalten, wenn Gefahr im Verzug besteht. Also weglaufen dürft Ihr, denn wenn man Euch noch nicht nachgewiesen hat, dass Ihr schwarz gefahren seid, besteht noch keinerlei Straftatbestand und somit könnt Ihr gehen. Ihr seid zwar verpflichtet Euren Fahrausweis zu zeigen, aber wenn man dringend aussteigen muss? ;-)

Oft ist es so, dass die Kollegen Euch danna us dem Zug folgen und auf dem Bahnsteig oder an der Bushalte auf das Ticket bestehen, aber da Ihr in diesem Moment kein Fahrgast mehr seid, habt Ihr auch keinerlei Verpflichtungen gegenüber dem jeweiligen Verkehrsunternehmen.

EInzige Ausnahme ist die U-Bahn, da muss man vielerorts auch schon für den Aufenthalt in den Bahnhöfen ein Ticket besitzen.

Ergo Kontrolettis haben keinerlei Recht Euch gegenüber und wenn sie auch so selbstbewußt rüberkommen, Ihr seid in 95% im Recht ;-) Es sei denn die Grünen kommen als Verstärkung.

In Berlin

s 20.07.2008 - 15:47
Auf den Bahnhöfen Wittenau(Endbahnhof) und Osloerstr.(Umsteigeknoten)zeigt sich seit mehreren Jahren immer wieder mal so ein Bild, oft auch die altbekannten Zivten mitmmang

@ Author&Kölna

egal 21.07.2008 - 01:26
"Auch wurden „Schwarzfahrer“ unerlaubt, von Kontrollöören am Ärmel festgehalten, bis die Polizei, davor stand. "

Jedermann-Festnahme

 http://de.wikipedia.org/wiki/Festnahme#Jedermann-Festnahme

Vorsicht mit Ticketweitergabe

Frankfurter 24.07.2008 - 21:17
Hier in Frankfurt bzw. RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund) haben die Fahrkarten einen Zahlencode aus welchem die Kontrolleure schnell erkennen können, von welchem Automat die Fahrkarte stammt und wann diese gelöst wurde. Da die Tickets im Bereich des RMV nur in eine Fahrtrichtung gelten und keine Fahrtunterbrechungen gestattet sind (Gültigkeit der Karte im Innenstadtbereich = länstens eine Stunde) ist hier Vorsicht geboten. Zudem finden Kontrollen häufig erst an den Ausgängen der Bahnstationen statt. Ist die Karte dann weg - AGB-Hinweis und zahlen....

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