Grünbraune Verwandtschaften
NPD und Freie Kameradschaften bemühen sich um Öko-Themen. Sich um die Umwelt sorgend die Shoa leugnen und vulgären Rassismen folgen? Paßt das zusammen?
Die Grünen und die Braunen - eine neue, noch nie dagewesene Geschichte? - Dies könnte man glauben, wenn man die nun gehäuft auftretenden Stimmen dazu vernimmt, wonach die Rechten sich immer mehr in ökologischen Themen üben. NPD und Freie Kameradschaften, so könnte man annehmen, hätten erst kürzlich die Natur für sich entdeckt. Diese Entdeckung mutet seltsam und weltfern an, weil sich da Positionen treffen, die zunächst einmal keinerlei Berührungspunkte offenbaren.
Weder ist die Konstellation von Braunen mit grünen Themen neu, noch ist es verwunderlich, dass ausgerechnet im Grünen das Braune schlummert. Der Ökofaschismus drängte schon bei der Gründung der Grünen in die neu entstehende Partei. Namentlich Herbert Gruhl, seinerzeit ehemaliges CDU-Mitglied, spielte eine unrühmliche Rolle. In seinem Buch "Himmelfahrt ins Nichts" sprach er sich im Falle des Notstandes - damit meinte er die Übervölkerung in der Dritten Welt - für einen Atombombenabwurf aus. Er und Baldur Springmann - ein nationalistischer Landwirt mit NSDAP- und SS-Hintergrund - verließen die Grünen bereits 1980, womit sich die neue Partei zunächst einmal nach links entwickelte. Rechte Unterwanderungsversuche gab es aber immer wieder. So mußte 1985 der grüne Bundesvorstand den Landesverband West-Berlins auflösen, weil dieser von Mitgliedern des neofaschistischen Witikobundes, den Neuheiden und der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" vereinnahmt war. Ende der Achtzigerjahre sprachen sich einige Grüne - unter anderem Antje Vollmer - für die Annäherung an Gruhl und Konsorten aus. Man müsse den Riss, den man Anfang der Achtzigerjahre im grünen Lager entstehen ließ, wieder kitten.
Gruhl und Springmann hatten zwischenzeitlich - 1982 - die ÖDP mitgegründet und dieser neuen Partei ihren wertkonservativen Stempel aufgedrückt. Ende der Neunzigerjahre suchten die bayerischen Grünen die Nähe zu dieser ÖDP - die sich mittlerweile in Kleinbuchstaben (ödp) schrieb - um die "Möglichkeit für künftige Wahlbündnisse auszuloten". Welchen Partner hat man sich da erhofft und später auch erhalten? - Die Grünen standen ursprünglich für die Emanzipation der Frau. Sie alleine sollte entscheiden, ob sie ein Kind austragen will oder nicht; sie sei alleine dazu berechtigt, ihren Körper einer Schwangerschaft auszusetzen und notfalls diese zu beenden, wenn es ihr angebracht scheint. Die ÖDP hingegen wollte, dass jede Schwangerschaft zu beenden sei. Während die Grünen für offene Grenzen plädierten, forderte Gruhl einen "Einwanderungsstopp aus ökologischen Gründen". Denn da die Einwanderer hierzulande schneller frören, müssen sie viel heizen, womit sie als Ausländer die deutsche Umwelt belasten. Diese "große inhaltliche Schnittmenge", von der die Grünen-Landtagsabgeordnete Paulig sprach, scheint eigentlich gar nicht gegeben. Aber was kümmern sich die heutigen Grünen um Inhalte?
Jutta Ditfurth schreibt in ihrem Buch "Das waren die Grünen", dass von Anfang an Anhänger des antisemitischen Wirtschaftstheoretikers Silvio Gesell ihr Unwesen in der Partei trieben. In seinen Schriften spricht er sich für Zinsminderung aus, verbannt aber menschliche Ausbeutung und Naturzerstörungen aus seinem Denken und duldet sie somit. Er feiert den "hochwertigen Menschen", während er den abgearbeiteten Menschen verachtet. Jede zuchtbereite Frau soll - gemessen an ihrer Kinderzahl - mit "Freiland" belohnt werden. Ditfurth weiter:
"Bei den Grünen in Harburg-Land wurde jahrelang mit Texten des Gesell-Jüngers Yoshito Otani geschult. Otani leugnete die Kriegsschuld der Deutschen und schob selbst den 1. Weltkrieg "jüdischen Bankhäusern" unter. Er bezog sich auf die widerwärtigsten antisemitischen Fälschungen, die sogenannten "Protokolle der Weisen von Zion". Als Kritik aufkam, machte der Grüne Dauerbundestagsabgeordnete Helmut Lippelt die Kritiker lächerlich.
Nach jahrelanger Ignoranz wurden kürzlich drei Rechtsextreme aus den Grünen ausgeschlossen: Irmgard Kohlhepp, Mitgründerin der Alternativen Liste Westberlin, Bernhard Heidt und Rudolf Sauer. Auch sie bezogen sich auf Silvio Gesell. Heldt war, wie Sauer, Mitglied der Republikaner, Sauer hatte dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog im Internet empfohlen, "nach Auschwitz" zu gehen und sich "sühnevergasen" zu lassen. In Auschwitz, so Sauer, habe es keine Gaskammern gegeben."
Schließt sich ökologische Politik und nationalistisches Geplänkel nicht aus? Dies kann man nur annehmen, wenn man die öffentlichen Kategorisierungen hinnimmt, wie sie uns spätestens seit den Achtzigerjahren eingepflanzt wurden. Da steht der grüne Abgeordnete als Gutmensch, der pazifistisch und antimilitaristisch, selbstverständlich umweltliebend- und deswegen -schützend, seine Politik gestaltet. Lange Zeit war der ökologische Politiker ein wandelndes Heiligenbildchen der politischen Landschaft - verantwortungsbewußt, zielstrebig und gegen das konservative und erstarrte Establishment politisierend.
Doch gerade in diesen Kreisen wird häufig einem romantischen Naturgefühl gefrönt, welches den Menschen letztendlich zur austauschbaren Biomasse degradiert. Diese verklausulierte Menschenverachtung reichert individuelle Egoismen verschiedener Esoterikpraktiken an, gibt ihnen eine kollektive, d.h. umweltbasierende Komponente - esoterisches Gedankengut und ökologische Romantik vermengen und bereichern sich. Und es ist daher auch gar nicht verwunderlich, dass ausgerechnet von Seiten der Grünen dem Dalai Lama und seiner Vorstellung eines neuen - eigentlich alten! - Tibets hohe Sympathie entgegenkommt. Es ist esoterische Menschenverachtung, die freilich human und menschenliebend daherkommt, aber doch zwischen den Zeilen herauslesen läßt, dass nur derjenige etwas taugt, der sich den Weisheiten dieser oder jener "esoterischen Schule" hingibt und sie lebt, die das Grüne - nicht nur die Partei als solche, sondern allerlei grüne Denkschulen - begleitet. Der Mensch in diesem Weltbild in eine Natur gebettet, ist Teil eines Ganzen und nicht mehr Dominator - sollte er zumindest nicht mehr sein. Diese Natur ist ihm ebenbürtig und daher ist nicht nur die Natur ersetzbar bzw. reanimierbar, sondern auch der Mensch. Er wird seiner Persönlichkeit beraubt zur Biomasse. Aus einem Jemand wird ein Etwas.
Wenn wir von Esoterik sprechen, dann darf natürlich auch Rudolf Steiner nicht fehlen, der mit seiner okkulten und unaufgeklärten Pädagogik und seinem rassistisch unterlegten Weltbild - das bis vor kurzem noch gelehrt wurde; womöglich immer noch gelehrt wird - gerade innerhalb grüner Kreise auf Gegenliebe stößt. Anthroposophen sind bei den Grünen keine Seltenheit. Der ehemalige Grüne und spätere Innenminister im Dienste der SPD, Otto Schily, versteht sich als Anthroposoph. Ditfurth: "Man wird SPD-Innenminister Otto Schilys spezifische Härte gegen Flüchtlinge und bei Abschiebungen nur verstehen können, wenn man weiß, was für ein elitäres und zutiefst rassistisches Menschenbild das (verheimlichte) Wesen der Anthroposophie bestimmt."
"Wo Sinti auftauchen, werden sie in aller Regel schnell zu troublemakers, die fast ausschließlich als Last und Zumutung erscheinen und insofern asozial oder genauer nicht-sozial sind, als sie nicht erkennen lassen, daß sie zu der Gesellschaft, in der sie leben, Zugang finden wollen... (wir haben) zwar keine Wahl, als diese ungebetenen und in der Tat provozierenden Gäste aufzunehmen..."
Dies entstammt dem wirren Weltbild Daniel Cohn-Bendits - Mitglied des Europäischen Parlaments im Auftrag der Grünen -, der gelegentlich, Anfang der Neunzigerjahre, diversen rechtsextremen Zeitschriften Interviews anbot. Da vertritt also der selbsterklärte linke Grüne Cohn-Bendit - der Zufallsrevolutionär von 1968! - in Zeitschriften wie "Mut", "Nation Europa" oder "Junge Freiheit" seine rechtslastigen, ressentimentsgeschwängerten Sichtweisen - sehr zum Jubel rechter Zeitgenossen, versteht sich. Als Jahre zuvor Cohn-Bendit Multikulti-Dezernent in Frankfurt war, mußte eine Broschüre seines Amtes zurückgezogen werden, weil darin rassistische Vorurteile über Sinti verbreitet wurden. Bei Cohn-Bendit hat der kleinbürgerliche Kneipen-Rassismus also durchaus Methode.
Grüne und Braune also. Oder Braune und Grüne? Oder Grünbraun? - Neu ist dieses Thema beileibe nicht und gerade "im Grünen" finden sich ja die edelsten Motive, eine bemäntelte Blut- und Bodenrhetorik zu entfalten. Dort ist der Apologet des "Volkes ohne Raum" ein Naturschützen, kein Bierkelleragitator. Aus dem kleinbürgerlichen Rassismus wird ein ökozentrierter, der den Boden zur Grundlage des Andersseins macht. Denn nur der "einwandfreie Mensch" pflegt seine Umwelt, liebt die Mitwesen und die Pflanzen, während die "wilden Afrikaner" und der "verantwortungslosen Asiaten" unsere Welt zerstören. Aber das Deutsche geht pfleglich mit seiner Erde um, denn auf dem Boden, den der Deutsche kultiviert und pflegt, haben schon seine deutschen Ahnen gelebt und werden seine Kinder leben. Auf diesem Boden lebt sein nationales Blut.
Es ist ein schmaler Grat, auf dem die rationale Ökologie wandelt. Ein kleiner Schritt nur, und aus den seriösen Forderungen, die wissenschaftlichen Erkenntnissen entspringen, werden romantische Esoteriken und/oder rechtslastige Nationalmentalitäten. Gerade deswegen ist es keine Sensation, dass die NPD und Freie Kameradschaften nun darauf abzielen, sich den ökologischen Fragen zu widmen. Und da gerade solche Fragen mehr und mehr das politische Bewußtsein der Menschen antreibt - während soziale Fragen immer mehr durch das neoliberale Leistungsdenken als Maßstab der Wahlentscheidung verdrängt werden ("Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen!") -, könnte es freilich viel Zuspruch geben.
Sich um die Umwelt sorgend die Shoa leugnen und vulgären Rassismen folgen! - Nichts Neues wie man gesehen hat. Und, wenn man die Grünen so analysiert, auch nichts, was innerhalb dieser Partei nicht geboten wäre. Freilich leistet man sich eine Berufsentrüstete wie Claudia Roth, die bei jedem Anflug politischer Inkorrektheit im überparteilichen Geschehen von Rücktritten und Untragbarkeiten fabuliert, doch für den grassierenden Wahnsinn in ihrer Partei hat sie nichts übrig. Wer also rechtslastige, nationalistisch gesittete Ökologie haben möchte, der muß nicht darauf warten bis die NPD sich an dieser bedient. Man kann gerne gleich das Orginal wählen...
Weder ist die Konstellation von Braunen mit grünen Themen neu, noch ist es verwunderlich, dass ausgerechnet im Grünen das Braune schlummert. Der Ökofaschismus drängte schon bei der Gründung der Grünen in die neu entstehende Partei. Namentlich Herbert Gruhl, seinerzeit ehemaliges CDU-Mitglied, spielte eine unrühmliche Rolle. In seinem Buch "Himmelfahrt ins Nichts" sprach er sich im Falle des Notstandes - damit meinte er die Übervölkerung in der Dritten Welt - für einen Atombombenabwurf aus. Er und Baldur Springmann - ein nationalistischer Landwirt mit NSDAP- und SS-Hintergrund - verließen die Grünen bereits 1980, womit sich die neue Partei zunächst einmal nach links entwickelte. Rechte Unterwanderungsversuche gab es aber immer wieder. So mußte 1985 der grüne Bundesvorstand den Landesverband West-Berlins auflösen, weil dieser von Mitgliedern des neofaschistischen Witikobundes, den Neuheiden und der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" vereinnahmt war. Ende der Achtzigerjahre sprachen sich einige Grüne - unter anderem Antje Vollmer - für die Annäherung an Gruhl und Konsorten aus. Man müsse den Riss, den man Anfang der Achtzigerjahre im grünen Lager entstehen ließ, wieder kitten.
Gruhl und Springmann hatten zwischenzeitlich - 1982 - die ÖDP mitgegründet und dieser neuen Partei ihren wertkonservativen Stempel aufgedrückt. Ende der Neunzigerjahre suchten die bayerischen Grünen die Nähe zu dieser ÖDP - die sich mittlerweile in Kleinbuchstaben (ödp) schrieb - um die "Möglichkeit für künftige Wahlbündnisse auszuloten". Welchen Partner hat man sich da erhofft und später auch erhalten? - Die Grünen standen ursprünglich für die Emanzipation der Frau. Sie alleine sollte entscheiden, ob sie ein Kind austragen will oder nicht; sie sei alleine dazu berechtigt, ihren Körper einer Schwangerschaft auszusetzen und notfalls diese zu beenden, wenn es ihr angebracht scheint. Die ÖDP hingegen wollte, dass jede Schwangerschaft zu beenden sei. Während die Grünen für offene Grenzen plädierten, forderte Gruhl einen "Einwanderungsstopp aus ökologischen Gründen". Denn da die Einwanderer hierzulande schneller frören, müssen sie viel heizen, womit sie als Ausländer die deutsche Umwelt belasten. Diese "große inhaltliche Schnittmenge", von der die Grünen-Landtagsabgeordnete Paulig sprach, scheint eigentlich gar nicht gegeben. Aber was kümmern sich die heutigen Grünen um Inhalte?
Jutta Ditfurth schreibt in ihrem Buch "Das waren die Grünen", dass von Anfang an Anhänger des antisemitischen Wirtschaftstheoretikers Silvio Gesell ihr Unwesen in der Partei trieben. In seinen Schriften spricht er sich für Zinsminderung aus, verbannt aber menschliche Ausbeutung und Naturzerstörungen aus seinem Denken und duldet sie somit. Er feiert den "hochwertigen Menschen", während er den abgearbeiteten Menschen verachtet. Jede zuchtbereite Frau soll - gemessen an ihrer Kinderzahl - mit "Freiland" belohnt werden. Ditfurth weiter:
"Bei den Grünen in Harburg-Land wurde jahrelang mit Texten des Gesell-Jüngers Yoshito Otani geschult. Otani leugnete die Kriegsschuld der Deutschen und schob selbst den 1. Weltkrieg "jüdischen Bankhäusern" unter. Er bezog sich auf die widerwärtigsten antisemitischen Fälschungen, die sogenannten "Protokolle der Weisen von Zion". Als Kritik aufkam, machte der Grüne Dauerbundestagsabgeordnete Helmut Lippelt die Kritiker lächerlich.
Nach jahrelanger Ignoranz wurden kürzlich drei Rechtsextreme aus den Grünen ausgeschlossen: Irmgard Kohlhepp, Mitgründerin der Alternativen Liste Westberlin, Bernhard Heidt und Rudolf Sauer. Auch sie bezogen sich auf Silvio Gesell. Heldt war, wie Sauer, Mitglied der Republikaner, Sauer hatte dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog im Internet empfohlen, "nach Auschwitz" zu gehen und sich "sühnevergasen" zu lassen. In Auschwitz, so Sauer, habe es keine Gaskammern gegeben."
Schließt sich ökologische Politik und nationalistisches Geplänkel nicht aus? Dies kann man nur annehmen, wenn man die öffentlichen Kategorisierungen hinnimmt, wie sie uns spätestens seit den Achtzigerjahren eingepflanzt wurden. Da steht der grüne Abgeordnete als Gutmensch, der pazifistisch und antimilitaristisch, selbstverständlich umweltliebend- und deswegen -schützend, seine Politik gestaltet. Lange Zeit war der ökologische Politiker ein wandelndes Heiligenbildchen der politischen Landschaft - verantwortungsbewußt, zielstrebig und gegen das konservative und erstarrte Establishment politisierend.
Doch gerade in diesen Kreisen wird häufig einem romantischen Naturgefühl gefrönt, welches den Menschen letztendlich zur austauschbaren Biomasse degradiert. Diese verklausulierte Menschenverachtung reichert individuelle Egoismen verschiedener Esoterikpraktiken an, gibt ihnen eine kollektive, d.h. umweltbasierende Komponente - esoterisches Gedankengut und ökologische Romantik vermengen und bereichern sich. Und es ist daher auch gar nicht verwunderlich, dass ausgerechnet von Seiten der Grünen dem Dalai Lama und seiner Vorstellung eines neuen - eigentlich alten! - Tibets hohe Sympathie entgegenkommt. Es ist esoterische Menschenverachtung, die freilich human und menschenliebend daherkommt, aber doch zwischen den Zeilen herauslesen läßt, dass nur derjenige etwas taugt, der sich den Weisheiten dieser oder jener "esoterischen Schule" hingibt und sie lebt, die das Grüne - nicht nur die Partei als solche, sondern allerlei grüne Denkschulen - begleitet. Der Mensch in diesem Weltbild in eine Natur gebettet, ist Teil eines Ganzen und nicht mehr Dominator - sollte er zumindest nicht mehr sein. Diese Natur ist ihm ebenbürtig und daher ist nicht nur die Natur ersetzbar bzw. reanimierbar, sondern auch der Mensch. Er wird seiner Persönlichkeit beraubt zur Biomasse. Aus einem Jemand wird ein Etwas.
Wenn wir von Esoterik sprechen, dann darf natürlich auch Rudolf Steiner nicht fehlen, der mit seiner okkulten und unaufgeklärten Pädagogik und seinem rassistisch unterlegten Weltbild - das bis vor kurzem noch gelehrt wurde; womöglich immer noch gelehrt wird - gerade innerhalb grüner Kreise auf Gegenliebe stößt. Anthroposophen sind bei den Grünen keine Seltenheit. Der ehemalige Grüne und spätere Innenminister im Dienste der SPD, Otto Schily, versteht sich als Anthroposoph. Ditfurth: "Man wird SPD-Innenminister Otto Schilys spezifische Härte gegen Flüchtlinge und bei Abschiebungen nur verstehen können, wenn man weiß, was für ein elitäres und zutiefst rassistisches Menschenbild das (verheimlichte) Wesen der Anthroposophie bestimmt."
"Wo Sinti auftauchen, werden sie in aller Regel schnell zu troublemakers, die fast ausschließlich als Last und Zumutung erscheinen und insofern asozial oder genauer nicht-sozial sind, als sie nicht erkennen lassen, daß sie zu der Gesellschaft, in der sie leben, Zugang finden wollen... (wir haben) zwar keine Wahl, als diese ungebetenen und in der Tat provozierenden Gäste aufzunehmen..."
Dies entstammt dem wirren Weltbild Daniel Cohn-Bendits - Mitglied des Europäischen Parlaments im Auftrag der Grünen -, der gelegentlich, Anfang der Neunzigerjahre, diversen rechtsextremen Zeitschriften Interviews anbot. Da vertritt also der selbsterklärte linke Grüne Cohn-Bendit - der Zufallsrevolutionär von 1968! - in Zeitschriften wie "Mut", "Nation Europa" oder "Junge Freiheit" seine rechtslastigen, ressentimentsgeschwängerten Sichtweisen - sehr zum Jubel rechter Zeitgenossen, versteht sich. Als Jahre zuvor Cohn-Bendit Multikulti-Dezernent in Frankfurt war, mußte eine Broschüre seines Amtes zurückgezogen werden, weil darin rassistische Vorurteile über Sinti verbreitet wurden. Bei Cohn-Bendit hat der kleinbürgerliche Kneipen-Rassismus also durchaus Methode.
Grüne und Braune also. Oder Braune und Grüne? Oder Grünbraun? - Neu ist dieses Thema beileibe nicht und gerade "im Grünen" finden sich ja die edelsten Motive, eine bemäntelte Blut- und Bodenrhetorik zu entfalten. Dort ist der Apologet des "Volkes ohne Raum" ein Naturschützen, kein Bierkelleragitator. Aus dem kleinbürgerlichen Rassismus wird ein ökozentrierter, der den Boden zur Grundlage des Andersseins macht. Denn nur der "einwandfreie Mensch" pflegt seine Umwelt, liebt die Mitwesen und die Pflanzen, während die "wilden Afrikaner" und der "verantwortungslosen Asiaten" unsere Welt zerstören. Aber das Deutsche geht pfleglich mit seiner Erde um, denn auf dem Boden, den der Deutsche kultiviert und pflegt, haben schon seine deutschen Ahnen gelebt und werden seine Kinder leben. Auf diesem Boden lebt sein nationales Blut.
Es ist ein schmaler Grat, auf dem die rationale Ökologie wandelt. Ein kleiner Schritt nur, und aus den seriösen Forderungen, die wissenschaftlichen Erkenntnissen entspringen, werden romantische Esoteriken und/oder rechtslastige Nationalmentalitäten. Gerade deswegen ist es keine Sensation, dass die NPD und Freie Kameradschaften nun darauf abzielen, sich den ökologischen Fragen zu widmen. Und da gerade solche Fragen mehr und mehr das politische Bewußtsein der Menschen antreibt - während soziale Fragen immer mehr durch das neoliberale Leistungsdenken als Maßstab der Wahlentscheidung verdrängt werden ("Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen!") -, könnte es freilich viel Zuspruch geben.
Sich um die Umwelt sorgend die Shoa leugnen und vulgären Rassismen folgen! - Nichts Neues wie man gesehen hat. Und, wenn man die Grünen so analysiert, auch nichts, was innerhalb dieser Partei nicht geboten wäre. Freilich leistet man sich eine Berufsentrüstete wie Claudia Roth, die bei jedem Anflug politischer Inkorrektheit im überparteilichen Geschehen von Rücktritten und Untragbarkeiten fabuliert, doch für den grassierenden Wahnsinn in ihrer Partei hat sie nichts übrig. Wer also rechtslastige, nationalistisch gesittete Ökologie haben möchte, der muß nicht darauf warten bis die NPD sich an dieser bedient. Man kann gerne gleich das Orginal wählen...
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Ergänzungen
Brauner Ansturm ins Grüne
Grüne sind nicht gleich NPD
Und
Ökologie ist eines DER klassischen Nazi-Themen überhaupt. Die erste Partei von Bedeutung, die sich (welteit!) für ökologische Themen massiv einsetzte, war die NSDAP. Sie führte auch mit dem Reichtstierschutzgesetz und dem Reichsnaturschutzgesetz die ersten wirklichen Umweltschutzgesetze der Welt ein, wobei gerade das letzter als absolut bahnbrechend und revolutionär galt und bis in die 70er als vorbildlich betrachtet wurde.
Also: Es gibt kaum Themen (abgesehen von Antisemitismus etc), die so sehr ein klassisches Nazi-Thema sind wie der Umweltschutz.
Nur: Macht das die Nazis irgendwie besser?!?
"Umwelt & Aktiv"
Porträt der extrem rechten Zeitschrift "Umwelt & Aktiv"
Von Robert Andreasch & Andreas Speit
Der Rechte Rand No. 113, Mai / Juni 2008
hier bei der "Gemeinschaft Deutscher Frauen"
wird für "Umwelt & Aktiv" geworben
hxxp://www.g-d-f.de/wissen/tips.html
"Umwelt & Aktiv"
hxxp://www.umweltundaktiv.de/
Nicht nur Gruhl und Springmann
Man sollte nicht sagen, das wäre alles Vergangenheit.
öko+konservatismus
Es wäre ganz schön gewesen auch die tatsächliche Wurzel der Ökofaschos zu nennen und nicht nur die Esoteriker und Obskuranten wie die Anthroposophen. Die Wurzel liegt nämlich in der Blut- und Bodenideologie: reines (d.h. arisches) Blut auf reinem Boden. Zum Schutz des Blutes muss man den Boden, damit die Umwelt erhalten.
Bedient hat man sich hauptsächlich aus Stilblüten der Romantik, Empfindsamkeit und der konservativen Revolution der 20er Jahre. Dabei kamen so kuriose Erscheinungen vor wie eine "germanische Kulturlandschaft" (spezifische Architektur des Bauernhofes, Hofökonomie und Feldschläge), die es zu erhalten gäbe und die man unbedingt auch ín den eroberten Gebieten durchsetzen musste. Dabei spielte man auf das berühmte Diktum "Sein vor Bewußtsein" an. Eine germanische Kulturlandschaft würde demnach einen Arier machen bzw. ihn erst zur vollen Blüte treiben.
Die Nazis haben in den 30er Jahren eigene Behörden für Naturschutz aufgebaut. Unter Naturschutz versteht man dabei den Schutz der Natur durch Verbote und die Ausweisung von Schutzgebieten, die bestenfalls durch Naturliebhaber betreten werden dürfen. Zuvor wurden Naturschutzgebiete nur durch Stiftungen von Privatleuten und Landes- und Reichsregierungen (die Weimarer Republik hieß auch Deutsches Reich) finanziert. Seinen Anfang hatte der Stiftungsnaturschutz im preußischen Kaiserreich. Ab der Jahrhundertwende entwickelten sich die ersten Naturverbände, die vom Schutz bis Tourismus (Gebirgsvereine wie der Alpenverein) alles anboten.
Die Ausflugsschiffe (KdF) an die norwegischen Fjorde sollten dieses romantische Gefühl hervorheben und Hitler hatte seinen Nebenwohnsitz am Obersalzberg.
Die zweite Ebene war das bäuerliche Leben. Auch das wollten die Faschos erhalten und glorifizierten hierzu die Bauern. Damit verfolgten sie gleichzeitig eine Abgrenzung zum "Bolschewismus" und lamentierten über die Opfer unter der Bauernschaft in der UdSSR. Besonders die ermordeten Machnotschina-Bauern in der Ukraine waren beliebtes Beispiel, in der vollkommenen Unkenntnis, dass es Anarchos waren.
Entsprechend braune Mitglieder von Naturschutz- und Bauernverbänden wurden dann in die neuen Reichsnaturschutzbehörden eingesetzt bzw. den Gauleitern unterstellt, so z.B. dem "Naturschützer" Hellmuth in der Rhön mit seinen berühmten "Hellmuth-Streifen".
Wie eigentlich fast alles, hat sich auch das in die Adenauerrepublik gerettet (oder nach Lateinamerika) und war spätestens Mitte der 50er Jahre wieder gesellschaftsfähig. Die Reichsämter hießen nun natürlich Naturschutzbehörden und waren bei den Bezirksregierungen angesiedelt. Die Faschos in den Ämtern und die Faschos in den Verbänden waren natürlich schon für zwölf Jahre dicke Freunde und blieben es hernach auch. So gab es eigentlich nur ein paar ausgewiesene Naturschutzgebiete, aber keine Konflikte.
Erst ab Mitte der 60er Jahre haben sich die Naturschutzverbände auf eigenes Betreiben entnazifiziert.
Dass es etliche Faschos gibt, die die Grünen unterwandern, ist natürlich Strategie. Immerhin wollen die ihre rassistischen Inhalte dort einbringen, wo sie sich fachlich am besten auskennen ohne gleich als Fascho erkannt zu werden. Die rechtsextremen Parteien nehmen das natürlich auch auf. Einerseits stammt es aus dem NSDAP-Fundus, andererseits entspricht es der Blut- und Boden-Ideologie. Nur sollte man nicht glauben, dass es viel mit Steiner zu tun hat. Der hat zwar viel Rassentheorie geschrieben, aber die Hauptquellen der Faschos sind andere.
Dittfurth
Peinliches Denunziantentum
"Die frühe und massive Kritik des Bundestagsabgeordeneten Gruhl an der friedlichen Nutzung der Atomkraft sowie der Einführung der Neutronenwaffe [welche seinen CDU-Austritt 1978 via ARD-Report begründete] ist beispielhaft an Courage und hat die Antiatomkraftbewegung im deutschsprachigen Raum geistig beflügelt. Ein Jungle World-Leser hebt dann auch in der Ausgabe vom 28.05.03 neidlos auf die Qualität von Gruhls Werken ab sowie darauf, daß der zu rügende Artikelschreiber sich hingegen im Denunzieren besonders gut zu gefallen scheine: „Gruhls Bücher sind nun mal weitgehend von unschätzbarem Gehalt, und ich würde mal gern wissen, wer die in Deutschland kennt oder überhaupt je gelesen hat. Einzelnen Öko-Gruppierungen unmenschliches Gedankengut vorzuhalten, ist vor allem für diejenigen vorteilhaft, die unsere Welt unmenschlich kaputt machen (Autofahrer, Touristen, Häuslebauer, Shopperholics).“
Also ich würde, wenn ich der Autor des eingangs zitierten Satzes wäre, ihn so nicht im Netz lassen, ist doch peinlich.
Geschichtsbild-Korrektur
Zur Ökologie des Nationalsozialismus und ihem Ursprung:
Der Trend zur Natur entspringt vielmehr den romantischen Strömungen des 19. Jh., welche im frühen 20. Jh. sich völlig unterschiedlich in den allermeisten Fällen völlig unpolitisch ausprägten. Hierbei sind vor allem die Wandervögel in ihrem zumeist sogar anti-patriotischem Naturstreben zu nennen. Diese erste große Jugendbewegung brachte den Naturschutz als Kritik an der Zivilisation zum Ausdruck.
Bezeichnend ist die sehr aufschlussreiche Kritik für den leider unglaublich bemitleidenswerten Zustand derjenigen, die sich als "links" bezeichnen: Hier kommt die tief verwurzelte Angst der "Linken" vor Liberalismus und Andersartigkeit, welche eigentlich ja so gerne gefeiert wird zum Ausdruck. Schon bei Marx gibt es nur ein richtig, die Diktatur bleibt das Ziel im Kollektivismus wird die Andersartigkeit aufgehoben, die masse wird das Bestimmende. (vgl hierzu Marx, "Das kommunistische Manifest", sowie die Schriften zur I. Internationalen und den Aussschluss der Liberalisten). Der naturverbunden Individualist passt natürlich genau in dieses Bild.
Warum diese Angst vor den Grünen in dieser Szene? Dazu ein sicher übertrieben polemisierendes und ungerechtes Statement. Wenn eine neue Bewegung unter den Jugendlichen in den letzten Jahrzenten deutlich mehr Zulauf als die arivierten Bewegungen hat und dabei sowohl progressiv ist, aber auch noch vom "bösen" Establishment akzeptiert wird, dann muss gegen diese vorgegangen werden und sie als nach Belieben rechts, rassistisch, neoliberal, eliten-orientiert dargestellt werden.
Als letztes eine kurze Anmerkung: Woher kennen wir den die Methode alle politisch Andersartigen auf einen Nenner zu konzentrieren?
Hier wird eine Verbindung zwischen rechts und grün, ansonsten ist die gesamte Wirtschaft sowieso kapitalistisch-national eingestellt, die Polizei schützt nur die Rechten und verhaut stets nur die friedlichen Linken und über die faschistischen Burschen vom Militär muss ich wohl nicht weiter sprechen. Alle gehören zusammen und sind gegen die Autoren dieser Artikel und ihre Anhänger......
Nun ja ein gewisser Gefreiter aus Österreich erklärte einstmal, (vgl. hierzu Rauschning, H. "Gespräche mit Hitler", Zürich 1940) dass es eine "unabdingbare Notwendigkeit" sei alle seine Feinde auf einen Nenner zu bringen, da sich ansonsten die eigenen Anhänger eines Tages fragen, warum denn diese Weltanschauung die einzig Richtige sei, wenn doch alle anderen unterschiedliche Positionen vertritten. Durch diese Fokussierung erhält man aber ein klares entweder WIR oder die anderen, die Bösen.
Wie sich doch ein jeder Extremismus bis in die Verhaltensweisen hin gleicht ist und bleibt bezeichnend.
Einen schönen freiheitlich-demokratischen Gruß an Euch alle
Sebastian
ps: ich bin weder ein Nationalist oder ein Grüner, lediglich ein Gegner des politischen Extremismus in all seinen Facetten.
Nochmal zu Gruhl
Ein netter Kerl!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Was bei wem? — alfonsderviertelvorzwölfte
Ziel verfehlt — pRiot
NPD ist pleite! — antifaschist