Gehlberg: Landrat will Isolationslager erhalten
Einen Monat ist es her, als in Arnstadt die Flüchtlinge aus dem Sammellager Gehlberg auf die Straße gingen. Inzwischen luden die Menschen zu einer Pressekonferenz und wollten die Öffentlichkeit über das Isolationslager informieren. Der Landrat bekräftigt mittlerweile, dass er das Gehlberger Lager mindestens bis 2010 erhalten will.
„Wir wollen menschenwürdig leben“
Sich die Proteste gegen das Isolationslager in Katzhütte zum Vorbild nehmend, haben sich die Flüchtlinge aus dem Gehlberger Lager entschlossen ihre Geschicke in die eigenen Hände zu nehmen. Seit kurzem protestieren sie gegen die schlechten Bedingungen im Isolationslager Gehlberg, gegen die rassistische Ausgrenzung und die Isolation überhaupt.Am 14. Juni gingen 30 von ihnen in Arnstadt auf die Straße, um sich zu wehren (AGST berichtete). Unterstützt wurden sie lediglich von einigen linken Aktivist_innen. Die öffentliche Wahrnehmung des Protestes wurde durch die Lokalpresse hergestellt, die weitgehend versuchte objektiv über den Widerstand der Flüchtlinge zu berichten und sich nicht, wie üblich, darauf beschränkte die Meinungen und Relativierungen der politischen Verantwortungsträger_innen einzufahren.
Pressekonferenz konnte nicht verhindert werden
Für Mittwoch den 2. Juli luden die Bewohner_innen des Gehlberger Lagers interessierte Pressevertreter_innen zu einer Ortsbegehung und Gespräch mit den Betroffenen ein. Das Angebot wurde wahrgenommen. Allerdings durften die Bewohner_innen die angereisten Interessierten der Presse nicht im Lager empfangen. Die Pressekonferenz fand vor dem Tor des abgezäunten und kameraüberwachten Lagers statt, da der Landkreis sein Hausrecht bemühte und die Veranstaltung auf seinem Territorium untersagte. Warum man dies tat, liegt auf der Hand. Ein Vertreter des Landratsamtes ließ sich trotz Einladung natürlich nicht blicken.
„Wir sind psychisch am Boden“
Im Folgenden veröffentlichen wir Ausschnitte des uns zur Verfügung gestellten Skriptes eines Heimbewohners zur Pressekonferenz (Rechtschreibung und Grammatik nicht im Original):
"Wir wollen euch über die Lage Gehlbergs informieren, die Lage der Flüchtlinge und unsere weitere Aktivitäten informieren.
1. Gehlberg liegt mitten im Thüringischer Wald, am südlichen Rand des Landkreis “Ilmkreis”. Ein Spaziergang in die falsche Richtung (Oberhof) ist mit Geld zu bestrafen. (Anmerkung AGST: Oberhof liegt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Flüchtlinge dürfen ihren Landkreis, wegen des Residenzpflichtgesetzes nicht verlassen)
2. Die nächste Stadt im Landkreis, Arnstadt, ist etwa 50 Minuten mit dem Bus (30 Minuten mit dem Zug) entfernt. Leider ist dort nicht die zuständige Ausländerbehörde, sondern in Ilmenau. Ilmenau ist etwa 1 Stunde 30 Minuten mit dem Zug von Gehlberg entfernt. Damit ist die Reise zu Ausländerbehörde, Gesundheitsamt und Sozialamt tatsächlich eine Reise, die bis zu 5 Stunden Zeit kostet.
3. In Gehlberg selbst ist die medizinische Versorgung sehr schlecht, so ist die Hausärzten nur an zwei Tage zu besuchen, ansonsten wird nur Notruf und -Arzt gesichert.
Das Lager, selbst hat 9 Häuser und wird von 4 Überwachungskameras überwacht. Eine Asylheimleiterin arbeitet an allen Arbeitstagen, während die Wachmänner von 19:00 bis 7:00 arbeiten müssen. Diese arbeiten sogar an den Wochenenden. Ein Hausmeister arbeitet nur an zwei Tagen in der Woche. Ein Haus brannte vollständig vor einigen Jahre, ein anderes Haus musste letztes Jahr geleert werden, da es dort zu großen Problemen kam. Z.B. gab es mehrere Ratten im Haus, die nur mit Rattenfalle gefasst werden konnten, Wasser floss/tropfte herunter. Was letztendlich im Zwangsumzug der Menschen endete. Andere Häuser leiden unter massiven Mangel, wie kaltes Wasser über Wochen, die Heizung ist oft sehr schlecht, dass man andere Geräte anmachen sollte, um sich aufzuwärmen. Tatsache ist, dass die Heizung nur von 2:00 bis 6:00 angemacht wird. Den Rest des Tages bleibt sie aus. Eine Telefonzelle gibt auch im Heim, die Geld nur einnimmt, aber telefonieren kann man damit nicht. Der Weg zum Bahnhof ist nicht beleuchtet und dauert für die meisten etwa 40 Minuten. Dort müssen wir den unteren Weg im Winter über den Schnee laufen, da der Winterdienst diesen Weg oft nicht räumt. Dazu kommt ein bergauf Weg, wo die vielen Kranken zu leiden haben.
Wir kommen zu den Problemen der Menschen hier:
1. Psychische Krankheiten:
Alle Asylbewerber aus Gehlberg waren mindestens einmal in einer Psychiatrie gewesen, viele von uns haben mindestens ein Selbstmordversuch hinter sich. Wir sind psychisch am Boden. Das liegt einerseits an den Fluchtgründen, Fluchtweg und anderseits am Leben ohne Perspektive im Lager Gehlberg. Die meisten von uns bekommen Schlaftabletten, da sie sonst nicht schlafen können und das über Jahre hinweg.
2. Prozess nach einer Krankheit:
Wenn ein Asylbewerber in Gehlberg krank wird, ist es ein großes Problem. Das nicht nur weil die Hausärztin nur an zwei Tagen in Gehlberg ist. Die Asylbewerber mit ihren sprachlichen Kenntnissen müssen mit der Bürokratie kämpfen. Denn erstmal müssen sie einen Krankenschein beantragen, um erst zur Ärztin gehen zu dürfen. Wenn die Asylbewerber eine Überweisung zu einen anderen Arzt bekommen, sollen sie dann zum Gesundheitsamt in Ilmenau fahren, um dort eine Genehmigung zu erhalten. Der Fahrt nach Ilmenau bekommen sie nach Wochen zurückbezahlt. Sie müssen als kranke Menschen den Berg runter und rauf laufen und auch den Zugweg in Kauf nehmen, der 3-5 Stunden dauert. Das müssen sie als kranke Menschen einfach hinnehmen. Im Winter ist das an sich ein Grund zum krank werden. Erst danach können sie einen Termin bei einen Arzt erhalten und zu ihm fahren. Das dauert mindestens zwei Wochen.
3. Geldfrage und Arnstadt:
Würden die Flüchtlinge in einer Stadt wohnen, würde der Landkreis viel Geld sparen. Auch in einer Wohnung in Arnstadt zu wohnen ist billiger als ein Lager zu unterhalten. Das haben viele Studien gezeigt. In einer normalen Wohnung zu leben, sichert für uns ein menschwürdiges Leben.
4. Kindergarten:
Hier haben die Familien mit kleinen Kinder riesige Probleme. Da die Kinder nicht alleine fahren können, müssen die Eltern mitfahren. Doch weigert sich das Landratsamt die Transportkosten für die Eltern zu bezahlen. Etwa 65€ kostet eine Monatskarte nach Gräfenroda. Da einige kein Bargeld bekommen, wird das Geld von ihren Gutscheinen abgezogen, was eigentlich ein Minimum für Lebensmittel ist. Die Flüchtlinge hätten in einer Stadt das wenig vorhandene Geld sparen können, da sie nicht zu anderen Ort fahren müssen.
5. Bildung:
Hier gibt es auch Probleme, so gibt es ein Mädchen, die keine Berufsschule besuchen kann, weil sie ihr Kind nicht in die Kinderkrippe bringen kann. In einer Stadt wäre das kein Problem. Einem anderen Mädchen wurde es verboten eine Ausbildung zu beginnen. Der Fall von Tawfik Lbebidy war bereits in den Medien veröffentlicht. (Anmerkung AGST: LINK)
6. Verkehr:
Der Verkehr in Gehlberg ist zwar existent, entspricht aber nicht den Bedürfnissen der Menschen. So gibt es nur 4 Mal (2 frühmorgens; 2 nachmittags) einen Bus zum Bahnhof und nur an Arbeitstagen. Ansonsten gibt es eine Busverbindung an Schultagen nach Gräfenroda bis Schulende. Der DB-Verbindung nach Ilmenau ist mit einem Umsteigen nach Ilmenau verbunden."
„Für die einen sind es Menschen mit Augen und Ohren, für die anderen Kostenfaktoren“
Der Landrat Benno Kaufhold (CDU), der, wenn es um die zahlreichen Aktionen von Neonazis geht, gerne mal den (Pseudo-)Antifaschisten gibt, lässt in dieser Frage alle Hüllen fallen. „An der fachlichen Unterbringung ist nichts zu kritisieren“, sagt Kaufhold gegenüber der Lokalzeitung „Thüringer Allgemeine“. Die Unterbringungsform sei bewusst gewählt worden. Gegenüber „Freies Wort“ behauptet Kaufhold die Jahrzehnte alten, brachen Ferienhütten aus DDR-Zeiten seien „absolut lebenswert“. Den Betroffenen in Gehlberg bleibt bei solchen Worten der Atem stehen. Auch wenn er das Gehlberger Lager als das Paradies auf Erden verkaufen möchte, Kaufhold selber würde in diesem modifiziertem Knast mit Sicherheit nichtmal die Ferien verbringen.
Frühestens im Jahre 2010 sei an eine andere Unterbringungsform zu denken, denn bis dahin laufen noch Verträge, die man einhalten werde, so Kaufhold.
Dass es mit einer menschenwürdigen Unterbringung nicht so einfach werden würde, dessen ist man sich in Gehlberg bewusst und so geht der Kampf um das Ende der Isolation weiter. Die kämpfenden Flüchtlinge sind auf unsere Solidarität und praktische Unterstützung angewiesen.
Schließt alle Isolationslager!
Für globale, soziale Rechte!
Sich die Proteste gegen das Isolationslager in Katzhütte zum Vorbild nehmend, haben sich die Flüchtlinge aus dem Gehlberger Lager entschlossen ihre Geschicke in die eigenen Hände zu nehmen. Seit kurzem protestieren sie gegen die schlechten Bedingungen im Isolationslager Gehlberg, gegen die rassistische Ausgrenzung und die Isolation überhaupt.Am 14. Juni gingen 30 von ihnen in Arnstadt auf die Straße, um sich zu wehren (AGST berichtete). Unterstützt wurden sie lediglich von einigen linken Aktivist_innen. Die öffentliche Wahrnehmung des Protestes wurde durch die Lokalpresse hergestellt, die weitgehend versuchte objektiv über den Widerstand der Flüchtlinge zu berichten und sich nicht, wie üblich, darauf beschränkte die Meinungen und Relativierungen der politischen Verantwortungsträger_innen einzufahren.
Pressekonferenz konnte nicht verhindert werden
Für Mittwoch den 2. Juli luden die Bewohner_innen des Gehlberger Lagers interessierte Pressevertreter_innen zu einer Ortsbegehung und Gespräch mit den Betroffenen ein. Das Angebot wurde wahrgenommen. Allerdings durften die Bewohner_innen die angereisten Interessierten der Presse nicht im Lager empfangen. Die Pressekonferenz fand vor dem Tor des abgezäunten und kameraüberwachten Lagers statt, da der Landkreis sein Hausrecht bemühte und die Veranstaltung auf seinem Territorium untersagte. Warum man dies tat, liegt auf der Hand. Ein Vertreter des Landratsamtes ließ sich trotz Einladung natürlich nicht blicken.
„Wir sind psychisch am Boden“
Im Folgenden veröffentlichen wir Ausschnitte des uns zur Verfügung gestellten Skriptes eines Heimbewohners zur Pressekonferenz (Rechtschreibung und Grammatik nicht im Original):
"Wir wollen euch über die Lage Gehlbergs informieren, die Lage der Flüchtlinge und unsere weitere Aktivitäten informieren.
1. Gehlberg liegt mitten im Thüringischer Wald, am südlichen Rand des Landkreis “Ilmkreis”. Ein Spaziergang in die falsche Richtung (Oberhof) ist mit Geld zu bestrafen. (Anmerkung AGST: Oberhof liegt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Flüchtlinge dürfen ihren Landkreis, wegen des Residenzpflichtgesetzes nicht verlassen)
2. Die nächste Stadt im Landkreis, Arnstadt, ist etwa 50 Minuten mit dem Bus (30 Minuten mit dem Zug) entfernt. Leider ist dort nicht die zuständige Ausländerbehörde, sondern in Ilmenau. Ilmenau ist etwa 1 Stunde 30 Minuten mit dem Zug von Gehlberg entfernt. Damit ist die Reise zu Ausländerbehörde, Gesundheitsamt und Sozialamt tatsächlich eine Reise, die bis zu 5 Stunden Zeit kostet.
3. In Gehlberg selbst ist die medizinische Versorgung sehr schlecht, so ist die Hausärzten nur an zwei Tage zu besuchen, ansonsten wird nur Notruf und -Arzt gesichert.
Das Lager, selbst hat 9 Häuser und wird von 4 Überwachungskameras überwacht. Eine Asylheimleiterin arbeitet an allen Arbeitstagen, während die Wachmänner von 19:00 bis 7:00 arbeiten müssen. Diese arbeiten sogar an den Wochenenden. Ein Hausmeister arbeitet nur an zwei Tagen in der Woche. Ein Haus brannte vollständig vor einigen Jahre, ein anderes Haus musste letztes Jahr geleert werden, da es dort zu großen Problemen kam. Z.B. gab es mehrere Ratten im Haus, die nur mit Rattenfalle gefasst werden konnten, Wasser floss/tropfte herunter. Was letztendlich im Zwangsumzug der Menschen endete. Andere Häuser leiden unter massiven Mangel, wie kaltes Wasser über Wochen, die Heizung ist oft sehr schlecht, dass man andere Geräte anmachen sollte, um sich aufzuwärmen. Tatsache ist, dass die Heizung nur von 2:00 bis 6:00 angemacht wird. Den Rest des Tages bleibt sie aus. Eine Telefonzelle gibt auch im Heim, die Geld nur einnimmt, aber telefonieren kann man damit nicht. Der Weg zum Bahnhof ist nicht beleuchtet und dauert für die meisten etwa 40 Minuten. Dort müssen wir den unteren Weg im Winter über den Schnee laufen, da der Winterdienst diesen Weg oft nicht räumt. Dazu kommt ein bergauf Weg, wo die vielen Kranken zu leiden haben.
Wir kommen zu den Problemen der Menschen hier:
1. Psychische Krankheiten:
Alle Asylbewerber aus Gehlberg waren mindestens einmal in einer Psychiatrie gewesen, viele von uns haben mindestens ein Selbstmordversuch hinter sich. Wir sind psychisch am Boden. Das liegt einerseits an den Fluchtgründen, Fluchtweg und anderseits am Leben ohne Perspektive im Lager Gehlberg. Die meisten von uns bekommen Schlaftabletten, da sie sonst nicht schlafen können und das über Jahre hinweg.
2. Prozess nach einer Krankheit:
Wenn ein Asylbewerber in Gehlberg krank wird, ist es ein großes Problem. Das nicht nur weil die Hausärztin nur an zwei Tagen in Gehlberg ist. Die Asylbewerber mit ihren sprachlichen Kenntnissen müssen mit der Bürokratie kämpfen. Denn erstmal müssen sie einen Krankenschein beantragen, um erst zur Ärztin gehen zu dürfen. Wenn die Asylbewerber eine Überweisung zu einen anderen Arzt bekommen, sollen sie dann zum Gesundheitsamt in Ilmenau fahren, um dort eine Genehmigung zu erhalten. Der Fahrt nach Ilmenau bekommen sie nach Wochen zurückbezahlt. Sie müssen als kranke Menschen den Berg runter und rauf laufen und auch den Zugweg in Kauf nehmen, der 3-5 Stunden dauert. Das müssen sie als kranke Menschen einfach hinnehmen. Im Winter ist das an sich ein Grund zum krank werden. Erst danach können sie einen Termin bei einen Arzt erhalten und zu ihm fahren. Das dauert mindestens zwei Wochen.
3. Geldfrage und Arnstadt:
Würden die Flüchtlinge in einer Stadt wohnen, würde der Landkreis viel Geld sparen. Auch in einer Wohnung in Arnstadt zu wohnen ist billiger als ein Lager zu unterhalten. Das haben viele Studien gezeigt. In einer normalen Wohnung zu leben, sichert für uns ein menschwürdiges Leben.
4. Kindergarten:
Hier haben die Familien mit kleinen Kinder riesige Probleme. Da die Kinder nicht alleine fahren können, müssen die Eltern mitfahren. Doch weigert sich das Landratsamt die Transportkosten für die Eltern zu bezahlen. Etwa 65€ kostet eine Monatskarte nach Gräfenroda. Da einige kein Bargeld bekommen, wird das Geld von ihren Gutscheinen abgezogen, was eigentlich ein Minimum für Lebensmittel ist. Die Flüchtlinge hätten in einer Stadt das wenig vorhandene Geld sparen können, da sie nicht zu anderen Ort fahren müssen.
5. Bildung:
Hier gibt es auch Probleme, so gibt es ein Mädchen, die keine Berufsschule besuchen kann, weil sie ihr Kind nicht in die Kinderkrippe bringen kann. In einer Stadt wäre das kein Problem. Einem anderen Mädchen wurde es verboten eine Ausbildung zu beginnen. Der Fall von Tawfik Lbebidy war bereits in den Medien veröffentlicht. (Anmerkung AGST: LINK)
6. Verkehr:
Der Verkehr in Gehlberg ist zwar existent, entspricht aber nicht den Bedürfnissen der Menschen. So gibt es nur 4 Mal (2 frühmorgens; 2 nachmittags) einen Bus zum Bahnhof und nur an Arbeitstagen. Ansonsten gibt es eine Busverbindung an Schultagen nach Gräfenroda bis Schulende. Der DB-Verbindung nach Ilmenau ist mit einem Umsteigen nach Ilmenau verbunden."
„Für die einen sind es Menschen mit Augen und Ohren, für die anderen Kostenfaktoren“
Der Landrat Benno Kaufhold (CDU), der, wenn es um die zahlreichen Aktionen von Neonazis geht, gerne mal den (Pseudo-)Antifaschisten gibt, lässt in dieser Frage alle Hüllen fallen. „An der fachlichen Unterbringung ist nichts zu kritisieren“, sagt Kaufhold gegenüber der Lokalzeitung „Thüringer Allgemeine“. Die Unterbringungsform sei bewusst gewählt worden. Gegenüber „Freies Wort“ behauptet Kaufhold die Jahrzehnte alten, brachen Ferienhütten aus DDR-Zeiten seien „absolut lebenswert“. Den Betroffenen in Gehlberg bleibt bei solchen Worten der Atem stehen. Auch wenn er das Gehlberger Lager als das Paradies auf Erden verkaufen möchte, Kaufhold selber würde in diesem modifiziertem Knast mit Sicherheit nichtmal die Ferien verbringen.
Frühestens im Jahre 2010 sei an eine andere Unterbringungsform zu denken, denn bis dahin laufen noch Verträge, die man einhalten werde, so Kaufhold.
Dass es mit einer menschenwürdigen Unterbringung nicht so einfach werden würde, dessen ist man sich in Gehlberg bewusst und so geht der Kampf um das Ende der Isolation weiter. Die kämpfenden Flüchtlinge sind auf unsere Solidarität und praktische Unterstützung angewiesen.
Schließt alle Isolationslager!
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