Weitere Erklärung der Roten Flora Hamburg
Eine weitere Erklärung der Roten Flora aus Hamburg zum Polizeieinsatz gegen das Projekt am vergangenen Sonntag.
2. Presseerklärung der Roten Flora zu den Vorfällen vom Sonntag, den 6.7.2008
Vor dem Hintergrund der umfangreichen Presseberichterstattung halten wir es für nötig, nochmals zu den Vorfällen Stellung zu nehmen.
Auslöser der Ereignisse war entgegen zahlreich anders lautender Berichte kein „harmloser“ Beziehungsstreit am frühen Sonntag Morgen am Schulterblatt vor der Roten Flora. Vielmehr wurde die betroffene Frau durch den beteiligten Mann massiv körperlich angegriffen, was zum Eingreifen von Besucher_innen der Roten Flora führte. Diese Intervention in sich alltäglich abspielende gewalttätige Übergriffe halten wir für unbedingt notwendig unabhängig von der Hautfarbe des gewalttätigen Mannes. Daraus einen „rassistischen Übergriff“ zu konstruieren, wie in einigen Medien bzw. Internetforen geschehen, ist absurd. Ebenso abwegig ist die Behauptung, dass die betroffene Frau gegen ihren Willen in die Flora „verschleppt“ wurde. Ihr wurde Hilfe und Unterstützung angeboten.
Da sich der Einsatz der Polizei im folgenden aus unserer Sicht reflexhaft gegen Besucher_innen der Roten Flora und damit gegen die Helfenden richtete, kam es zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf auch Flaschen und Steine flogen. Ab diesem Zeitpunkt waren die Voraussetzungen für einen ganz anderen Polizeieinsatz erfüllt, wie wir mittlerweile wissen. Denn es liegt in den Schubladen der Polizeieinsatzführung seit geraumer Zeit ein Konzept, die Flora bei jeder sich bietenden Gelegenheit sofort abzuriegeln und zu durchsuchen. Bereits um 6:30 Uhr setzte sich u.a. ein Anwalt der Roten Flora als Vermittler vor Ort mit der Polizei in Verbindung. Er signalisierte Verhandlungsbereitschaft, die letztlich von der Polizei ausschließlich mit dem Aufmarsch der gesamten Hamburger Bereitschaftspolizei inklusive Wasserwerfern, Räumfahrzeugen und Hubschraubereinsatz beantwortet wurde. Die Behauptung der Polizei, man habe „angeklopft“ und niemand habe geöffnet, ist eine Ente. Damit ist klar, dass die vorangegangene Auseinandersetzung vor der Roten Flora lediglich ein willkommener Vorwand war, das „neue“ polizeiliche Handlungskonzept unter Schwarz-Grün zu erproben.
Wir sind allerdings nicht bereit, uns widerstandslos zum Objekt sicherheitsstaatlicher Inszenierungen und zum „Manöverplatz“ der Hamburger Bereitschaftspolizei machen zu lassen. Die sicherheitspolitischen Sprecher von CDU, SPD und FDP frohlocken über die „konsequente Verfolgung von Straftätern“ und sondern abgedroschene Phrasen über „rechtsfreie Räume“, die nicht zu dulden seien,ab. Wir dagegen erklären, dass wir bei künftigen Einsätzen wie dem des vergangenen Sonntags nicht mehr der Polizei dabei zuschauen werden, wenn sie sich durch unsere Türen flext. Sollten sich diese Machtspielchen seitens der Polizei in Zukunft häufen, werden wir einen Weg finden, angemessen darauf zu reagieren. Dabei geht es uns weniger um das Gebäude der Roten Flora, als vielmehr um die staatliche Repression, die sich gegen Projekte als Teil einer radikalen linken Gegenöffentlichkeit wendet. Die Botschaft, dass es nicht „nur“ um die Verfolgung vermeintlicher Straftäter, sondern vor allem um einen Angriff auf linke Strukturen geht, ist angekommen!
Nicht ohne Grund haben sich am Sonntag Abend über 800 DemoteilnehmerInnen zusammengefunden um ihren Unmut zu äußern und das nicht nur in Hamburg!
An dieser Stelle wollen wir uns ausdrücklich für die zahlreichen Solidaritätserklärungen und spontanen Aktionen hier in Hamburg, aber auch in u.a. Freiburg, Düsseldorf,Hannover, Bremen, Berlin, Leipzig und Kopenhagen bedanken.
Rote Flora, 8. Juli 2008
Vor dem Hintergrund der umfangreichen Presseberichterstattung halten wir es für nötig, nochmals zu den Vorfällen Stellung zu nehmen.
Auslöser der Ereignisse war entgegen zahlreich anders lautender Berichte kein „harmloser“ Beziehungsstreit am frühen Sonntag Morgen am Schulterblatt vor der Roten Flora. Vielmehr wurde die betroffene Frau durch den beteiligten Mann massiv körperlich angegriffen, was zum Eingreifen von Besucher_innen der Roten Flora führte. Diese Intervention in sich alltäglich abspielende gewalttätige Übergriffe halten wir für unbedingt notwendig unabhängig von der Hautfarbe des gewalttätigen Mannes. Daraus einen „rassistischen Übergriff“ zu konstruieren, wie in einigen Medien bzw. Internetforen geschehen, ist absurd. Ebenso abwegig ist die Behauptung, dass die betroffene Frau gegen ihren Willen in die Flora „verschleppt“ wurde. Ihr wurde Hilfe und Unterstützung angeboten.
Da sich der Einsatz der Polizei im folgenden aus unserer Sicht reflexhaft gegen Besucher_innen der Roten Flora und damit gegen die Helfenden richtete, kam es zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf auch Flaschen und Steine flogen. Ab diesem Zeitpunkt waren die Voraussetzungen für einen ganz anderen Polizeieinsatz erfüllt, wie wir mittlerweile wissen. Denn es liegt in den Schubladen der Polizeieinsatzführung seit geraumer Zeit ein Konzept, die Flora bei jeder sich bietenden Gelegenheit sofort abzuriegeln und zu durchsuchen. Bereits um 6:30 Uhr setzte sich u.a. ein Anwalt der Roten Flora als Vermittler vor Ort mit der Polizei in Verbindung. Er signalisierte Verhandlungsbereitschaft, die letztlich von der Polizei ausschließlich mit dem Aufmarsch der gesamten Hamburger Bereitschaftspolizei inklusive Wasserwerfern, Räumfahrzeugen und Hubschraubereinsatz beantwortet wurde. Die Behauptung der Polizei, man habe „angeklopft“ und niemand habe geöffnet, ist eine Ente. Damit ist klar, dass die vorangegangene Auseinandersetzung vor der Roten Flora lediglich ein willkommener Vorwand war, das „neue“ polizeiliche Handlungskonzept unter Schwarz-Grün zu erproben.
Wir sind allerdings nicht bereit, uns widerstandslos zum Objekt sicherheitsstaatlicher Inszenierungen und zum „Manöverplatz“ der Hamburger Bereitschaftspolizei machen zu lassen. Die sicherheitspolitischen Sprecher von CDU, SPD und FDP frohlocken über die „konsequente Verfolgung von Straftätern“ und sondern abgedroschene Phrasen über „rechtsfreie Räume“, die nicht zu dulden seien,ab. Wir dagegen erklären, dass wir bei künftigen Einsätzen wie dem des vergangenen Sonntags nicht mehr der Polizei dabei zuschauen werden, wenn sie sich durch unsere Türen flext. Sollten sich diese Machtspielchen seitens der Polizei in Zukunft häufen, werden wir einen Weg finden, angemessen darauf zu reagieren. Dabei geht es uns weniger um das Gebäude der Roten Flora, als vielmehr um die staatliche Repression, die sich gegen Projekte als Teil einer radikalen linken Gegenöffentlichkeit wendet. Die Botschaft, dass es nicht „nur“ um die Verfolgung vermeintlicher Straftäter, sondern vor allem um einen Angriff auf linke Strukturen geht, ist angekommen!
Nicht ohne Grund haben sich am Sonntag Abend über 800 DemoteilnehmerInnen zusammengefunden um ihren Unmut zu äußern und das nicht nur in Hamburg!
An dieser Stelle wollen wir uns ausdrücklich für die zahlreichen Solidaritätserklärungen und spontanen Aktionen hier in Hamburg, aber auch in u.a. Freiburg, Düsseldorf,Hannover, Bremen, Berlin, Leipzig und Kopenhagen bedanken.
Rote Flora, 8. Juli 2008
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Ergänzungen
taz hh dazu:
"Die Polizei-Razzia im autonomen Zentrum Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel hatte System. Nach Informationen aus Polizeikreisen gibt es eine interne Anweisung, die auch im Dienstunterricht durchgenommen wird. Sie sieht vor, bei jeder Gelegenheit eine Durchsuchung der Roten Flora anzustreben."
...
"In der internen Anweisung zur Durchsuchung der Roten Flora heißt es, wichtig sei es, das Vorgehen als Beweis für spätere Untersuchungen zeitnah über Funk zu dokumentieren. Für den Einsatz reiche die Information, dass der Beschuldigte in die Rote Flora geflüchtet sei. Anschließend müsse festgestellt werden, dass dieser nicht wieder herausgekommen sei. "Dann ist der Weg frei", sagt ein Insider.
Genau nach diesem Schema ist Sonntag verfahren worden."
taz-Artikel rassistisch
"Ein 23-jähriger Schwarzafrikaner hatte sich mit seiner 18-jährigen Freundin gestritten und sie im Verlauf des Streits gewürgt." weiter: "[...] Augenzeugen des "sexistischen Übergriffs" - sie kamen der Frau zur Hilfe, wobei einer Pfefferspray sprühte, um den Schwarzafrikaner auf Distanz zu halten."
ganz toll, taz. Danke...
Solidaritätserklärung aus Freiburg
Das Autonome Kulturzentrum "Rote Flora " in Hamburg ist seit Anfang November 1989 besetzt. Die Rote Flora verstand sich von Anfang an als Teil eines politischen Kampfes und das Selbstverständnis der meisten NutzerInnen bewegte sich immer im Umfeld von autonomer und linksradikaler Politik, womit natürlich auch die Drohung verbunden ist, den bestehenden Staat abzuschaffen und durch das irgendwie "ganz andere" zu ersetzen.
In jüngster Vergangenheit kam es vor der Flora immer wieder zu Ausschreitungen zwischen linksradikalen und der Polizei: z.B. als am 9. Mai 2007 neben 60 weiteren linksradikalen Gebäuden, Einrichtungen und Privatwohnungen die Rote Flora von der Polizei auf Anordnung der Bundesanwaltschaft durchsucht wurde. Begründet wurde dieses Vorgehen mit dem §129a StGB, also der „Bildung einer terroristischen Vereinigung" in Zusammenhang mit den geplanten Protesten gegen den G8 Gipfel in Heiligendamm Anfang Juni 2007. Mit diesem Angriff sollte die auf breiter Basis organisierte Kampagne gegen die menschenverachtende Politik der G8 u.a. in der Energie-, Gentechnik- und Migrationspolitik kriminalisiert und diffamiert werden. Nach der Razzia wurde eine Spontandemo "Für mehr Freiräume“ in Hamburg von der Polizei gewaltsam aufgelöst und angegriffen, wobei es zu mehreren Verletzten und vorläufigen Festnahmen kam.
Am frühen Morgen des 6. Juli 2008 kam es gegenüber der Roten Flora zu einem sexistischen und gewaltsamen Übergriff eines Mannes auf eine Frau.
BesucherInnen der Roten Flora eilten der Frau zu Hilfe, woraufhin der Angreifer in seine Wohnung flüchtete und kurz darauf mit Messern bewaffnet vor der Roten Flora wieder auftauchte. Die eintreffenden PolizeibeamtInnen nahmen aus unerfindlichen Gründen nicht nur den Angreifer, sondern auch eine helfende Person fest, wobei es zu Ausschreitungen kam und die vorher Festgenommene Person von Autonomen wieder befreit wurde. Im Laufe des Vormittags sammelten sich vor der Flora mehrere Hundertschaften der Polizei und taten kund, die Flora zu stürmen um angebliche Straftäter festzunehmen. Gegen Mittags wurde die Tür der Flora von Einsatzkräften der Polizei aufgesägt und die Räumlichkeiten der Flora mit einem immensen Aufgebot inklusive Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE), Wasserwerfern und Hubschrauber gestürmt. Entgegen aller Absprachen mit anwesenden AnwältInnen und trotz vorhandener Schlüssel wurden im Innern etliche Türen von der Polizei mutwillig zerstört und alle Räume durchsucht. Die 13 sich in der Flora befindenen Personen wurden festgenommen.
Wir halten ein Einschreiten gegen alltägliche sexistische und gewalttätige Übergriffe für legitim und notwendig.
Schluss mit der ständigen Provokation und den gewaltsamen Übergriffen auf linksradikale Freiräume und Personen!
Wir fordern die sofortige Freilassung der Festgenommenen und die Einstellung aller eingeleiteten Verfahren gegen die BesucherInnen der Roten Flora!
Mit anarchistischen und solidarischen Grüßen,
Anarchistische Gruppe [:ag] Freiburg
www.ag-freiburg.org
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
AUF DIE STARTSEITE DAMIT! — Parolendrescher
Fight for free movement 15.- 24.08.2008 in HH — AntiRa und Klima Camp in Hamburg
evt dumm hier zu fragen, — aber
was ist denn nun eigentlich geschehen? — Frage und Antwort
@ Berlinerin — Hamburger
Heraus damit auf die Startseite — XXXXX
@hamburger — altonaer
Rassismus im taz-Artikel — icke
"sexistischer übergriff" — phantomias
"sexistischer Übergriff" — i
sexistisch? — gilb
Solidarität mit den Flora-VerteidigerInnen! — AL Köln