Trotz Ausnahmezustand: Unruhen in Guatemala

mao 14.05.2008 02:47 Themen: Militarismus Soziale Kämpfe Weltweit
Obwohl Guatemalas Präsident letzte Woche den Ausnahmezustand über das ganze Land verhängt hat, kam es am Montag zu Demonstrationen und auch zu schweren Ausschreitungen. Die Bewohner von Fraijanes (Departement Sacatepequez, unweit der Hauptstadt) errichteten Strassenbarrikaden und lieferten sich stundenlange Strassenschlachten mit dem Militär und der Polizei. Die Bevölkerung wehrte sich damit erfolgreich gegen die Erhöhung der Bustarife. Am Abend wurde die Preiserhöhung zurückgenommen.
Punkt 7 Uhr morgens begehrte die Bevölkerung auf. Nachdem tagszuvor die Busunternehmen den Fahrpreis in die Hauptstadt um umgerechnet 10 Eurocents erhöht hatten (von 2,50 auf 3,50 Quetzal), zerstochen sie die Reifen der Busse und begannen Strassenblockaden zu errichten. Binnen weniger Minuten waren erste Polizeieinheiten vor Ort und wollten damit beginnen die Blockaden wegzuräumen. Auch mit dem Hinweis, dass aufgrund des verhängten Ausnahmezustands keine Demonstrationen erlaubt seien. Doch die Bevölkerung wollte sich dennoch dieses Grundrecht nicht nehmen lassen. Ein Hagel aus Stöcken, Flaschen und Steine ging auf die Polizeibeamten nieder. Die Staatsmacht reagierte mit Tränengas, worauf Jugendliche sich mit Molotowcocktails und Zwillen bewaffneten.
Stundenlang waren in Fraijanes bürgerkriegsähnliche Szenen zu beobachten. Es gab unzähliche Verletzte unter der Bevölkerung (darunter auch Babys) , zwei Soldaten mussten sich in ärztliche Behandlung geben. 20 Demonstranten wurden verhaftet, darunter ein 57jähriger Vater und seine beiden Söhne, 19 und 21 Jahre alt. .

Der Bürgermeister bestellte noch während der Uruhen die Busunternehmer ins Rathaus ein. Am frühen Abend konnte er verkünden, dass die Tariferhöhungen zurückgenommen wurden. Es kehrte wieder Ruhe in Fraijanes ein.
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Ergänzungen

Busfahren

Ticket 16.05.2008 - 08:24
Die gesamten Lebensumstände sind in Guatemala mit Sicherheit viel schlechter als in Deutschland. Die Bevölkerung in nserem Land ist letztendlich auch disziplinierter und kann besser mit " öffentlicher " Gewalt umgehen, bis auf ein paar Ausnahmen.
ch weiß nicht, wieso gerade in Kontinenten wie Afrika, Asien oder eben Mittel- bzw. Südamerika die Leute so rebellisch sind.
Aber ich muß auch sagen, daß es natürlich den Guatamaler bei einer Erhöhung von einem Quetzal ( oder wie das heißt )wahrscheinlich härter trifft als bei ns, wenn das Ticket 1 Euro mehr kostet.
Ich muß immer beobachten, wie viele sich beklagen über steigende Preise im Privatverkehr und auch im öffentlichen Verkehr, aber weltweit steigende Rohstoffpreise, Preise algemein und Vandalismus, eben Preiserhöhungen beschleunigen. Es wird gejammert, aber trotzdem sind abends die Kneipen voll. Ich denke, daß viele der jüngeren Menschen wahrschenlich darüber meckern, das sie bei einer Hin-und Rückfahrt mit der Bahn 1-2 Euro mehr ausgeben müßen und Geld lieber in ein weiteres Bier investiert hätten.

Ich muß aber auch sagen, daß wir manchmal zu viel hinnehmen, aber letztendlich haben die Bürger in Deutschland doch noch Vertrauen in Wirtschaft und Poltik

Fragen

patoj@ 16.05.2008 - 15:37
Hey mao,
mich würde voll interessieren woher du die infos hast. ich war gerade ein halbes jahr in guatemala und ich kann mir vorstellen, dass es solche proteste dort gibt. aber ich glaube nicht, dass nur de erhöhung der buspreise daran schuld ist. die preise der grundnahrungsmittel wie z.B. bohnen, reis und gemüse sind zwischen märz und april um 40 % gestiegen. darunter leidet vor allem die kleine bevölkerung, die berets vor dieser preiserhöhung zu kämpfen hatten um sich zu ernähren.
ich denke, dass diese unerwarteten preisanstiege bereits enorme agressionen und gewaltpotentiale in der bevölkerung entstehen ließen. somit war die verteuerung der transportkosten nur ein weiterer von vielen konfliktpunkten, der zum anlass dieser gewaltausbrüche wurde.
oder weißt dus besser?

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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schwelg — schmetterling

@schmetterling — leider wahr

der kommentar — ich_is_ich