Chile: Pinochet, der Hinterhofmörder

nach Roberto Navarrete am 11.dez.2006 24.12.2006 16:59 Themen: Militarismus
Pinochet entkam der Justiz aber der Geist Allendes lebt in Lateinamerika
Pinochet escapa a la justicia pero el espíritu de Allende vive en América Latina
Der Tod von Augusto Pinochet, dem chilenischen Exdiktator, hat zu weltweiten Reaktionen geführt,obwohl schon mehr als 30 Jahre vergangen sind, seit er den Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende und den Mord im Moneda Palast am 11.September 1973, angeführt hat.

Die Bekanntheit von Pinochet hielt in den letzten Jahren an, nach seiner Verhaftung in London 1998, wegen seiner Verantwortung für massive Menschenrechtsverletzungen an den ChilenInnen nach dem Militärputsch, unter dem Patronat der USA 1973.

Mit seinem Tod hat er sich endgültig der Justiz entzogen und hat Tausende von Opfern von Folter, gewaltsamen Verschwindenlassens, Inhaftierungen und Exil, enttäuscht zurückgelassen. Jedoch für die Volksmengen, welche jubelnd seinen Tod in Santiago feierten und zur Statue von Salvador Allende vor dem Moneda Palast zogen, war es weniger der Tod von Pinochet, als vielmehr Gelegenheit das Heldentum von Allende und seinen Idealen des demokratischen Sozialismus zu feiern, welcher heute,heute zu Beginn des 21 Jahrhunderts in ganz Lateinamerika wieder große Verbreitung finden.

Der Militärputsch, welchen Pinochet anführte war der Beginn einer Konterrevolution, welche die Fortschritte von breiten sozialen Bewegungen, welche im Südteil von Lateinamerika während der 1970 Jahre keimten, zum stehen brachte, welche in der Regierung Allende in Chile ihren klarsten Ausdruck gefunden hatten.

Die Brutalität der Unterdrückung der Arbeiterklassen und der politischen Parteien der Linken, welche das Projekt von Allende unterstützten, zeigten seit dem Beginn, dass dieser Militärputsch ein sorgfältig geplanter Angriff war und durch eine enge Zusammenarbeit zwischen der privilegierten Klassen in Chile und und der US Regierung ins Werk gesetzt wurde. Das Regime des Terrors von Pinochet wurde durch eine grundsätzlich rückschrittliche Wirtschaftspolitik begleitet. Diese schlossen die Privatisierung eines großen Teils der staatlichen Aktivitäten, auf den Gebieten, wie der Gesundheitsversorgung, des Erziehungswesens, öffentliche Dienstleistungen undden Teilen der Kupferindustrie ein.

Chile verwandelte sich in ein wirtschaftspolitisches Testlaboratorium für "neoliberale" Ideen der Schüler von Milton Friedman in Chile, bekannt als die "Chicago boys".

Diese wirtschaftspolitischen Programme führten das Land 1975 und erneut 1982-1883 in eine tief greifende Wirtschaftsrezession, welche im Gegensatz zumMythos des "economic miracle." "Wirtschaftswunders", welches von internationalen Finanzinstituten, wie der Weltbank und dem iwf verkündet wurde, zu den größten wirtschaftlichen Ungleichheiten in einem Land, weltweit geführt haben.

Die aktive Rolle der US Regierung, bei der Förderung, Finanzierung, bei der Versorgung mit politischer Berichterstattung und der diplomatischen Rückendeckung.des Pinochetregimes sind umfangreich dokumentiert im Churchreport of the US Senatund in Dokumenten des "National Security Archive", deren Geheimhaltung in der Regierungszeit Clinton abgelaufen ist.

Zu seinen vielen Verbrechen gehört, das Pinochet die Ermordung des früheren Oberkommandierenden der Armee General Carlos Pratsin Buenos Aires und Allendes Außenminister, Orlando Letelier anordnete. Der Mord an Letelier wurde im Herz von Washington ausgeführt.Eine Terroratake ausgeführt auf US Territorium durch den Pinochetdienst "Dirección de Inteligencia Nacional" (DINA)in enger Zusammenarbeit mit dem exilierten Kubaner und CIAMitarbeiter Orlando Bosch und Luis Posada Carriles.Der größte Teil der in Menschenrechtsverletzungen verwickelten Militärs wurden in Verhörtechniken ähnlich jenen, welche heute im Irak angewandt werden,in der "Schools Of the Americas" welch sich in Fort Benning befindet.Jener traurige Satz, welcher Henry Kissinger zugeschrieben wird, "Wir können nicht zulassen, dass sich ein Land, aus Unverantwortlichkeit seiner Leute, in den Kommunismus verwandelt, " bezog sich im Fall der Regierung Allende, auf die Heuchelei der folgenden US Regierungen, welche einerseits die Anwendung des Staatsterrorismus entwickelten um ihre Interessen zu schützen, während sie andererseits vorgaben der Ausbreitung der Demokratie zu helfen.

Die traurige Geschichte der US Interventionen in Lateinamerika und die aktuellen Versuche den demokratisch gewählten Präsidenten von Venezuela Hugo Chávez zu stürzen belegen dies.

Der Widerstand gegen das Pinochetregime kannte viele Formen und fand vor dem Hintergrund von Mord, Folter und Exil von Tausenden chilenischen gewöhnlichen Aktivisten während der 17 Jahre Diktatur statt. In den ersten Jahren, versuchten die Parteien der Linken einen Volkswiderstand zu organisieren welcher durch ein brutales Programm der physischen Vernichtung der linken Aktivisten und Gewerkschaftsleiter durch die Geheimpolizei gefolgt wurde. Dies führte zum Verschwinden von mehr als 3.000 politischen Gefangenen.

Trotz der Unterdrückung, einem Hohen Stand der Erwerbslosigkeit und der ernsten wirtschaftlichen Rezession der Jahre 1982, 1983 konnten große Volksproteste durchgeführt werden, bei welchen Woche für Woche Hunderte von Chilenen durch die Militärs umgebracht wurden.

Das Pinochetregime wurde 1998 durch ein Referendum beendet, bei welchem die Mehrheit der chilenischen Bevölkerung Pinochets Vorgabe, als gewählter Despot weiterzumachen zurückwies.

In den letzten Jahren seines Lebens, nach der Verhaftung in London 1998, wegen seiner Verantwortung für die Menschenrechtsverletzungen, wurde der wahre Charakter seinese Regimes gegenüber neuen Generationen von Chilenen offen gelegt, wobei ihn ein bedeutender Teil der Bevölkerung ihn immer noch als "Retter gegen den Kommunismus" unterstützte.

Die makabren Details seiner Verbrechen begannen sich langsam während der Justizprozesse, in welche Pinochet verwickelt war, zu sammeln.

Gerichtserklärungen gaben bekannt, dass die verschwundenen Gefangenen gefesselt wurden und ins Meer oder in die Krater der Vulkane geworfen wurden. Die systematische Verletzung der Menschenrechte der weiblichen Gefangenen, einschließlich der Verwendung von Hunden und weiterer, entsetzlicher Foltern welche darauf gerichtet waren die Opposition des Regimes zu terrorisieren, begannen weite Verbreitung sowohl innerhalb Chiles als auch weltweit zu finden.

Für die Oligarchie in Chile jedoch, welche bis vor Kurzem darauf vorbereitet war, diese Abartigkeiten als notwendigen Teil eines Kreuzzuges gegen den Kommunismus, zu rechtfertigen, bedeuteten die Berichte über die betrügerische Existenz von Geheimkonten des Diktators, versteckt in Steuerparadiesen im Ausland, auf welchen sich die Beträge auf zig Millionen von US Dollar summierten, das Ende dieser Rechtfertigung welche den Mythos vom unkorrumpierbaren Caudillo, welcher er im Nachhinein sein wollte zerstörten.

Die Zahlreichen Justizverfahren wegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen welche gegen ihn angestrengt wurden führten zu seinem Hausarrest,obwohl er fort fuhr mentale Krankheiten vorzutäuschen welche die Gerichtsprozesse bis zu seinem Herzinfarkt verzögerten welcher möglicherweise zu seinem Tod führte.

Das Erbe seiner brutalen Verbrechen und der Korruption summiert sich zu denen von Anastasio Somoza, Fulgencio Batista, Mobutu Sese Seko und zig weiteren korrupten Diktatoren welchen durch die USA, in ihrer Besessenheit auf die Herrschaft der Welt, installiert und geholfen wurde.

In den Tagen welche seinem Tod folgten sind Tausende Chilenen aufgebrochen um in den Strassen von Santiago und den Hauptstädten von Chile zu feiern. Dieser Akt der Katharsis bedeutet einen kleinen Trost für die Tausenden Opfer und Angehörigen der verschwundenen Gefangenen für welche sich die Justiz vor den Gerichten und der herrschende politische Konsens in Chile verweigert hat.

Es ist von Bedeutung, dass viele ChilenInnen, diese Gelegenheit genutzt haben, Salvador Allende zufeiern, einen Mann, welcher die Träume und das Streben der Besitzlosen von Chile und Lateinamerika nach dem erreichen nach grundlegendem sozialem und politischen Änderungen.

Nach dem mehr als 30 Jahre seit seinem Tod vergangen sind, haben diese Träume begonnen schließlich in ganz Lateinamerika Wurzeln zu schlagen.

Vielleicht ist es Präsident Hugo Chavez in Venezuela, mit seiner bolivarianischen Revolution, welcher am besten die Vorstellung der Lateinamerikaner welche das gleiche Streben nach Unabhängigkeit und sozialem Wandel durch demokratische Mittel, für welche Allende starb, repräsentiert.

Wir erwarten, dass die VenezolanerInnen und viele in Lateinamerika bereit sind ihre Errungenschaft gegen jeden möglichen neuen Pinochet verteidigen werden welcher sich in diesem Moment noch im Schatten duckt.

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Ergänzungen

...... Pinochets Blutbad .....

PinoTot.AllendeLebt!... 25.12.2006 - 13:12
Pinochets Blutbad .....
PinoTot.AllendeLebt! 25.12.2006 - 09:49
Pinochets Blutbad .....
PinoTot. AllendeLebt! 23.12.2006 21:13
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.... Roberto Navarrete, a political prisoner under the Pinochet regime, argues that for the jubilant crowds in Santiago who celebrated the death of Pinochet and marched towards the statue of Salvador Allende in front of the Moneda palace, more than the death of Pinochet, theirs was a celebration of the memory of Allende's martyrdom and his ideals of democratic socialism which are now spreading like wildfire around Latin America at the dawn of the 21st century. .....  http://members5.boardhost.com/medialens/msg/1166634883.html
Pinochet Escapes Justice in Death but Allende's Spirit Lives on in Latin America
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Re: Pinochet's Bloodbath
Posted by The Editors on December 19, 2006, 1:38 pm, in reply to "Re: Pinochet's Bloodbath"
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There's quite a bit we'd like to have added, but it was already very long. This exchange with Jon Snow would have been perfect next to Hilton's comments:
DE: “...Greg Palast wrote in the Observer: ‘The October 1970 plot against Chile’s President-elect Salvador Allende, using CIA “sub-machine guns and ammo”, was the direct result of a plea for action a month earlier by Donald Kendall, chairman of PepsiCo, in two telephone calls to the company’s former lawyer, President Richard Nixon.’ I saw that in the Observer, but I didn’t see it discussed anywhere else. Did you see that discussed anywhere else?”
JS: “Well, I haven’t seen that particular story discussed anywhere else, but we all +know+ that the Pinochet coup was a corporate American coup, and it’s been detailed to bloody oblivion! If I read another story about ITT...”
Eds
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Re: Pinochet's Bloodbath
Posted by David Wearing on December 19, 2006, 2:29 pm, in reply to "Re: Pinochet's Bloodbath" User logged in as: David Wearing
You're quite right to remind Snow and Hilton that these matters aren't actually common knowledge. And yes, their not mentioning these aspects of the story fits into the broader corporate-media pattern you describe.
But is Hilton really the best place to focus your critique? Have a read of this for example:
Latin America rises up, by Isabel Hilton
"While Bush pursues his global mission, big changes are happening in his own backyard. A region Washington is used to bullying has started to rebel - and it has found a new friend"  http://www.newstatesman.com/200506200004
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Re: Pinochet's Bloodbath
Posted by The Editors on December 19, 2006, 7:41 pm, in reply to "Re: Pinochet's Bloodbath" User logged in as: Editor
Thanks, David, you make some interesting points. .......
* That's an interesting example right there. What were targeted and destroyed in Chile, Nicaragua and Guatemala were not "leftist movements" but democratic governments. The campaigns of terror were against independent nationalism, against whole nations, not just "movements", and certainly not just "leftist movements". This article tells us little about the deeper purpose behind this violence in the region and across the Third World generally.
The media are happy to draw attention to examples of violence in this way - Pinochet's "caravan of death" has been mentioned endlessly. The problem is when you start looking for systematic patterns indicating deep Western complicity sacrificing people for profit. It +is+ there, but in minute doses. Similarly, that Hilton would discuss the role of the media in facilitating this systematic policy is close to inconceivable, but I would argue it is absolutely central to understanding the issue. .......
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Re: Pinochet's Bloodbath
Posted by Martin on December 19, 2006, 3:40 pm, in reply to "Re: Pinochet's Bloodbath"
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