Autonomer 1.Mai in Wuppertal

Mina Knallenfalls 02.05.2006 18:24 Themen: Soziale Kämpfe
Mitteilung an die Weltöffentlichkeit und an pfiffige JournalistInnen, die nicht nur den Polizeibericht abschreiben.


Autonome 1.Mai Demo in Wuppertal von Polizei angegriffen

Massiver CS-Gas und Knüppeleinsatz mit Kopfverletzungen, Verhaftungen und eine Frau, die fast von einem Polizeikrad überfahren wurde - das ist die erschreckende Bilanz des Wuppertaler 1.Mai 2006
Ca. 500 Personen demonstrierten zum 20. Jahrestag der autonomem 1.Mai Demo in Wuppertal am Platz der Republik. Mit phantasievoller Maskerade, zum Schutz vor den neugierigen Kameras der Polizei, formierte sich der Demonstrationszug mit Transparenten und Parolen gegen prekäre Lebensverhältnisse und wachsende Polizei- und Nazigewalt Richtung Nordstadt. Der Zug wurde zum ersten Mal auf der Schleswiger Strasse massiv von Polizeikräften der hiesigen Bereitschaftspolizei angegriffen und aufgehalten. Nach 40 Minuten Einschluss im Polizeikessel konnte die Demonstration zunächst fortgesetzt werden. In der Wiesenstrasse kam es wiederum zu massiven Schlagstock und CS-Gaseinsatz gegen die DemonstrationsteilnehmerInnen. Dabei kamen auch Markierungsgeräte zum Einsatz, um polizeiliche Beweissicherung zu gewährleisten.
Auf der Gathe überfuhr ein Kradfahrer der Polizei fast eine Demonstrantin, die sich gerade noch retten konnte. Der Versuch bei der Polizei den Namen des Kradfahrers zu ermitteln schlug fehl, die Damen und Herren hatten nichts gesehen…

Die Polizeibrutalität wird auf verschiedenen Ebenen ein Nachspiel haben.
Sie schließt sich nahtlos an, an den Polizeiüberfall auf das Ölbergfest in der Zimmerstrasse, wo Schlägertrupps der Polizei ohne Vorwarnung eine Party angriffen haben. Und an die Misshandlung eines türkischen Aktivisten, der beim Plakatieren in der Nordstadt von einer Polizeistreife entdeckt und zusammengeschlagen wurde.
"Wir sind gut, aber wir sagen es nicht", so Polizeipräsident Joachim Werries kürzlich bei der Präsentierung der polizeilichen Sicherheitskonzepte während der Fußball-WM. Wir sagen aber, ihre Polizeibrutalität ist dumm und kontraproduktiv. Mit dieser Polizeitaktik, mit diesen dumpfen und schlechtbezahlten Schlägern in Uniform können sie während der Fussball-WM nicht mal ein Grillfest in Beyenburg befrieden.
Wir lassen uns nicht von den Bullen zusammenschlagen und gängeln. Wir nehmen Misshandlungen und rassistische Übergriffe nicht hin. Wir kommen wieder, spätestens beim Transbergischen Triathlon am 20.Mai sind wir wieder auf der Strasse und auf den Gewässern des Bergischen Landes unterwegs
Ein Lachen wird es sein, was sie besiegt!
P:S Wir unterstützen aus ganzen Herzen die Forderung des FDP-Innenministers Wolf, der die Schließung der Bereitschaftspolizei in Wuppertal vorbereitet. Sollen die Wuppertaler Bullen ihr Matratzenlager doch in Kleve aufschlagen…

Freundeskreis Mina Knallenfalls
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Ergänzungen

Mitteilung des Wuppertaler Sozialforums:

Wuppertaler Sozialforum 02.05.2006 - 18:38


Am 1.Mai. 2006 fand zum 20.Mal die Autonome-1.Mai-Demonstration in Wuppertal statt.
Völlig unerwartet und seit über 15 Jahren zum ersten mal kam es zu Einsätzen der Polizei, die völlig unangemessen waren und die der Aufklärung bedürfen.
Schon zu Beginn der Demonstration wurde Reizgas ohne ersichtlichen Grund einsetzt!
Weiter wurde stellenweise eingekesselt - was von Gerichten bei solchen Demonstrationen als rechtswidrig (im nachhinein) verurteilt wurde.
Ebenso wurde der Demonstrationzug grundlos blockiert - um ihn dann wieder zur Weiterdemonstration frei zugeben.
Die Polizei setzte Schlagstöcke ein, ebenso wurden zahlreiche Personen von der Polizei festgenommen.
Fast zu einem schweren Unfall auf der Gathe kam es, so Augenzeugen, als ein Polizist mit Krad auf eine Demonstrantin beschleunigend mit hoher Geschwindigkeit scheinbar absichtlich zufuhr. Die Demonstrantin wurde leicht erfass, kam zum Glück mit dem Schrecken davon.
Ein von der Polizei niedergerissener Demonstrant, der auch noch mit Reizgas besprühtworden war, bekam von einem Polizist zu hören: lassen wir das Stück Dreck da liegen!


Wir mutmaßen, dass die Bereitschaftspolizei, deren Auflösung in Wuppertal z.Z. angedacht wird, sich ihre eigene Daseinberechtigung schaffen
wollte, bzw. will.
Oder wird schon für die Fussball WM 2006 trainiert?
Wir fordern von der Staatsanwaltschaft, dass die Vorgänge aufgeklärt werden und (auch von den politischen Organisationen) verurteilt werden.


Eine Dienstaufsichtsbeschwere gegen den Einsatzleiter und Strafanzeigen gegen den Kradfahrer wegen Körperverletzung im Amt sind in Vorbereitung.

Farbmarkierungen

Mina 02.05.2006 - 19:16
Ich habe die Geräte selbst nicht von den CS-Gas-Geräten unterscheiden können. Auf jeden Fall sind Leute damit farbig markiert worden. Vieleicht hat es jemand genauer gesehen?

markierungsgerät

tagmata 02.05.2006 - 19:48
die polizei hat des öfteren das problem, daß sie leten nix anhängen kann, weil ihre beweisvideos nicht so die pralle qualität haben. oft wird da nur aus der anwesenheit einer dunkelgekleideten person unbestimmbaren geschlechts versucht, einen tatbestand zu konstruieren, und das geht dann in die hose.

also schön kontrastreiche farbe auf die leute gesprüht, und schon (so das kalkül) sind die personen eindeutig zu identifizieren. gerade so wie walforscher das mit irgendwelchen flecken und narben auf dem buckel der viecher machen.

ich weiß nicht, was für farbe die verwenden; wahrscheinlich semipermanente. aber wenn mir das auf ner angemeldeten demo passieren würde, wo ich nur rumsteh und so ne ladung abbekomme weils nebenan grad hoch hergeht, und ich krieg den dreck nicht mit wasser und seife raus aus den klamotten, würden die cops ganz schnell ne anzeige wegen sachbeschädigung am arsch haben.

Kopfverletzungen

Wir kommen wieder! 02.05.2006 - 20:09
Ich denke, dass es noch wichtig ist, zu ergänzen, dass gezielt nach den Köpfen geschlagen wurde. Dies viel mir zum ersten mal in der Schleswiger Strasse auf, wo ja auch ein Rettungswagen benötigt wurde.
Die Situation konnte dort nur so eskalieren, weil ein unachtsamer Ordnungshüter in einem Hauseingang warten musste, weil kein Platz mehr für ihn da war. Da er entweder keine Lust hatte, ganz alleine zu warten, oder weil seine Nerven durch gingen, weil ihm niemand sagte was er zu tun hatte, fing er wie besessen mit seinem Knüppel um sich zu schlagen. Die Umstehenden mussten sich verteidigen, um nicht niedergeschlagen zu werden.
Daraufhin bahnte sich eine Gruppe Behelmter den Weg quer durch die gesamte Demo um ihm zu Hilfe zu eilen. Dabei schlugen sie geziehlt nach den Köpfen derjenigen die im Weg standen, und keine Möglichkeit hatten aus dem Weg zu gehen.
Also noch mal um es deutlich zu sagen:
Es wurden Kopfverletztungen der Demonstranten in Kauf genommen, um einem Beamten zu helfen, der schlicht und einfach gepennt hat und dann ausgerastet ist. Das solche Personen bewaffnet werden ist schon traurig, aber wenn sie noch nicht einmal in der Lage sind nicht im Weg zu stehen, dann haben sie auf der Strasse nichts zu suchen.

Nur noch so viel:
Wir kommen wieder!!!

FPB

Mensch 02.05.2006 - 23:06
Hi wir waren gestern das erste mal auf der 1.Mai demo in wuppertal weil wir kein bock hatten auf Reaktionäres gehampel von wegen Nazis nach Reisen und damit Unseren Revolutionären ersten kaputt machen zu lassen. Alles fing auch gut an die Demo startete mit elan und Kraft die Parollen waren nett und das erste mal seid langen wurde geschlossen gerufen "Nie wieder Staaten" was mich sehr erfreute. Als jedoch dann nach ca.700-1km die demo gestoppt wurde, weil ein Idiotischer Bulle sich in ein Hauseingang verirrte, ging es los die Bullen spielten absolut verrückt und hämmerten in die demo hinein mit gezielten schlägen auf Kopf und Oberkörper, ein wenig später stellte sich auch heraus das schon dort Gas eingesetzt wurde, schon da erlitten menschen verletztungen. Nach einer Pause räumten die Bullen dan doch die Strasse frei und es ging weiter. Wieder mit Kraft und Schwung nach einer Zwischenkundgebung und einem Spontanen Abbiege versuch konnte die Bullen nix mehr halten, sie schlugen nur noch um sich verteilten CS-Gas onmass und griffen bzw. versuchten vereinzelte Personen abzugreifen. Zu diesem Zeitpunkt hatten mind. 5 Menschen erheblichen schaden durch CS-Gas erlitten und lagen am boden, doch auch das war für die Cops keine genugtung und so wurde noch ein bisschen weiter geschubst.
Nach kurzerzeit formierte sich die Demo neu und lief einen Berg hinauf und richtig hauptstrasse wo es dann noch zu einem Zwischenfall mit eine Mottoradbullen kam. Danach ging es an Mc Murder vorbei in richtung endkundgebung dieser weg verlief ohne größere Zwischenfälle, und die Demo kam schliesslich an schon erwartet von Food not Bombs wo sich noch jede/r stärken konnte.

Es bleibt zu sagen das bis auf die Scheiss Polizei die sich mit dem gestrigen Tag auch den aller letzten Verstänndniss punkt genommen hat sowie den "Nationalen Widerstand Isreal Abtl. Germany" die mehr als peinlich waren mit Ihren scheiss Nationalflaggen und das Zeitweise Blöde Wetter ein netter tag war bzw. hätte sein könn, war schön ein paar bekannte gesichter wieder gesehen zuhaben und sich doch nicht von den Bullen unterzukriegen zulassen.

Bereitschaftbullen in wuppteral und anderswo den hahn abdrehen!
1.Mai bleibt Autonom!
Keine Grenzen, Kein Staat, Kein Fahnwirrwarr (oder wie war das?)
Bulle, Macker, Patriachiat - Wir haben dich zum Kotzen Satt!
Für die Anarchie!

Liebe und Kraft an die Verletzten und nach Wuppertal!

wdr.de schreibt

egal 03.05.2006 - 00:35
Wuppertal: Bilanz der Maidemonstrationen
Bei der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum „Tag der Arbeit“ in Wuppertal haben rund 1.500 Teilnehmer gegen Sozialabbau demonstriert. Bei einer weiteren Demonstration von mehr als 300 sogenannten „Autonomen“ zum 1. Mai wurden zwei Teilnehmer festgenommen und mehrere verletzt. Die Polizei setzte dabei nach eigenen Angaben Pfefferspray und Schlagstöcke ein, weil Beamte angegriffen worden seien.

Farbmakierer

du 03.05.2006 - 02:08
Die Farbmakierungen von denen ihr hier sprecht werden von den Bullen dazu benutzt um potentielle Straftäter bei großen Menschenansammlungen zu makieren und sie später zu verhaften. Die Farbe kommt dabei aus Sprühdosen, die den Pfeffersprays identisch sind. Es ist rot/orange/grün. Es wird Wahrscheinlich von den "BeSi" Beweissicherungs-Zügen der BPH eingesetzt.
Die Farbe ist Lebensmittelfarbe und ist sehr schwer zu entfernen. Wir müssen damit rechnen, dass die Bullen öfter darauf zurück greifen werden, da es ihnen enorme taktische Vorteile verspricht... Sie makieren wenns "heiß her geht" einfach die Leutz die vor ihnen stehen, und greifen diese dann später, wenn die sich die Lage wieder beruhigt hat, gezielt aus der Demo raus.
Daher ist es für uns wichtig zu vehindern, dass die Bullen Demonstranten makieren um sie später zu verhaften und mit Anzeigen zu überziehen.
Transpis können effektiven Schutz sowohl gegen Farbe, als auch gegen Pfefferspray, was die Bullen als zu gerne in die Demo pfeffern bieten!
Wenn du von Farbe getroffen wurdest, zieh dich schnell um! (Nicht vor ne Bullencam) Probier Farbe auf der Haut mit Wasser weg zu waschen.

Wer weitere Infos zum Farbmakierer haben will ->
 http://www.pfefferspray-versand.de/ unter "Diverses" der 3. artikel

gr33tz
ein mensch

Polizeigewalt auch auf dem Ölbergfest (30.4.)

Ölberger 03.05.2006 - 12:46
Der völlig krasse Einsatz der Polizei fing schon am Tag vorher auf dem Ölbergfest an:

Als nach der Beendigung eines Konzertes auf dem Ölbergfest durch einen Kampftrupp einer Wuppertaler Bereitschaftspolizeieinheit die ZuschauerInnen lustige Parolen gegen die Polizei riefen, wollte jene wohl endlich mal ihr Gewaltpotential ausleben und fing an, Leute wegzuschubsen und ihre Personalien aufzunehmen. Fünf Polizisten in Kampfanzügen warfen sich dabei auf eine Person, um ihr dann Handschellen anzulegen und sie abzuführen. Einer anderen Person wurde Pfefferspray ins Gesicht geschossen, so dass sie im Krankenwagen behandelt werden musste.
Schon allein das martialische Auftreten der Polizei, um mitzuteilen, dass die Party jetzt hier beendet werden muss (es hätten auch zwei Streifenpolizisten getan), lässt tief blicken. Mit ihrer Kampfmonitur wollten die BereitschaftspolizistInnen wohl den Anschein erwecken, als wenn das Fest ein Gewaltakt sei, sie sich hier schützen müssten und dringend benötigt würden. (Ob dies mit dem Vorhaben der FDP zusammenhängt, die Bereitschaftspolizei in Wuppertal zu schließen oder ob das Ganze eine Übung für die WM ist?!)

Freiräume, Feste und Bauwagenplätze verteidigen!!!

Anzeigen

KaffKa 03.05.2006 - 21:07
Frage:
Gibt es schon Informationen über Anzeigen. Gibt es schon Gruppen oder Organisationen die sich auf eine Anzeige gegen die Polizei geeinigt hat?
Ich habe an mehreren Ecken gehört dass dies geplant ist. Wenn, sollte meiner Meinung versucht werden so viel wie möglich Zeugen zu mobilisieren und eine gemeinschaftliche Anzeige an Land zu ziehen. Denn nur so kann versucht werden gegen die netten Uniformierten erfolgreich auszusagen.
Nur so kann es an die Presse geraten!
Ich bitte um Infos. Danke

Presseerklärung der Linkspartei.PDS

Linkspartei.PDS Wuppertal 04.05.2006 - 13:56
02.05.06
Presseerklärung:
Linkspartei.PDS protestiert gegen Polizeiwillkür am 1. Mai


Der Kreisverband der Linkspartei.PDS ist empört über den willkürlichen und gewalttätigen Polizeieinsatz bei der Demonstration am Nachmittag des 1. Mai in Wuppertal-Elberfeld.

Die „Autonome Maidemonstration“ hat in Wuppertal mittlerweile Tradition. In den vergangenen Jahren gab es nie nennenswerte Zwischenfälle.

Unverständlich ist es, dass die Polizei in diesem Jahr mit einem erheblich verstärkten Aufgebot und mit offenbar auf Einschüchterung der DemonstrantInnen gerichteten Verhalten und Ausstattung präsent war.

Zahlreiche TeilnehmerInnen und Augenzeugen berichten glaubhaft, dass von den Demonstranten keine erkennbaren Aktionen ausgingen, die in irgendeiner Weise eine Gefahr bedingt hätten. Belanglosigkeiten wurden von den Polizeikräften zum Anlass für den Einsatz von Reizgas und Schlagstöcken, sowie einer fast 40minütigen Einkesselung des Demonstrationszuges genommen.

Eine Demonstrationsteilnehmerin wäre beinahe von einem Einsatzkrad überfahren worden, welches in hoher Geschwindigkeit direkt auf sie zuraste. Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei.PDS im Wuppertaler Stadtrat, Gerd-Peter Zielezinski, war Augenzeuge des Vorfalls. Er fordert den Kradfahrer zu ermitteln und hat inzwischen Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Linkspartei.PDS verurteilt den durch nichts gerechtfertigten massiven und gewalttätigen Polizeieinsatz. Es war in jeglicher Hinsicht unangemessen und provozierend. Er bedeutet eine reale Beeinträchtigung des Demonstrationsrechts.

Die Linkspartei fordert, dass die politisch Verantwortlichen für den Polizeieinsatz am 1. Mai benannt werden.

Die Linkspartei.PDS DIE LINKE
Kreisverband Wuppertal

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