Keine Träne für Dresden!
Diesen Artikel verfasste Martin Blumentritt im Februar 2000, aktuell ist er immer noch!!
Sehr viele Deutsche wollen nichts von Auschwitz hören und meinen, daß nur der Bombenkrieg schlimm gewesen sei. Sie sitzen der Goebbels-Propaganda vom angeblichen Terror der Aliierten auf. Statt Sir Arthur Harris und die unter seinem Kommanda stehenden Fliegern zu danken, daß sie Deutschland vom Naziterror befreiten, wird dieser als "butcher" oder Kriegsverbrecher beleidigt. Vergessen wird, daß die Bombenangriffe gegen England bis zur bedingungslosen Kapitulation, die ohne die Bombenangriffe nicht erreichbar gewesen wäre, weiterging und die Bombenangriffe, die Dresden viel geringer betrafen als andere Städte, über die man sich nicht erregt. Man benimmt sich wie ein Kind, das seine Eltern ermordet hat und vor dem Richter um Mitleid fleht, man solle ihn armen Waisen doch verschonen, er sei genug gestraft damit, daß er keine Eltern hätte.
Ich danke den Engländern und Amerikaner, daß sie in einem für sie verlustreichen Luftkrieg versuchten, die Deutschen vom Nazitum zu befreien. Ich bin mir bewußt, daß den Britten und Amerikanern nichts vorzuwerfen ist. Den Krieg haben die Deutschen verschuldet und zu verantworten und so sind auch die Toten von Dresden und anderen Städten von den Deutschen verschuldet, die der Naziideologie folgten und an die antisemitischen Mythen glaubten.
Dresden hätte eine Lehre sein sollen, daß Deutschland nie wieder einen Krieg wird führen dürfen, leider hat eine grün-rote Regierung ausgerechnet sich an einem Angriffskrieg beteiligt, der die ethnische Säuberung des Kosovo von den dort lebenden Serben zur Folge hat.
An Dresden erinnern, heißt an die Taten der Deutschen erinnern, denn das war nur die Quittung, die unvermeidlich war.
Die Deutschen lassen sich nur ungern an ihre Taten erinnern. Von Auschwitz wollen sie nichts hören. Darum ist es insbesondere bei hartgesottenen Nazis angebracht, sie daran zu erinnern, was diejenigen, die Hitler folgten, den Deutschen angetan haben. Denn sie haben auch die Toten zu verantworten, die bei der Befreiung der Deutschen vom Nazitum die Nebenfolge waren.
Sollten noch mal auf der Welt Nazis oder Normalfaschisten an die Macht kommen, dann wird das Land ebenso aussehen, wie Städte wie Dresden, wo ca. 20-35.000 Menschen wegen der Verbrechen der Nazis starben.
Das haben in letzter Instanz die Deutschen als Gefolgsleute Hitlers aus Deutschland gemacht.
Die Juden, Zigeuner, Homosexuelle waren den Deutschen ja egal, vielleicht lassen sie sich ja belehren, daß auch Deutsche nur Nachteile hatten, weil sie dem Nationalstolz nachgingen und ihren Nationalismus ausagierten. Wer Leuten wie Haider, Frey, Schönhuber folgt, wird solche Dinge am Ende ernten. Wer Leuten der NPD, DVU, REPtilien, Bund Freier Bürger, FPÖ oder anderen rechtsradikalen Organisationen folgt, wird so enden, wie das die Bilder zeigen und wie damals die Deutschen werden dann auch die Deutschen oder diejenigen, die Faschisten oder Nazis folgen, eine solche Quittung erhalten für die Taten.
Nie wieder Deutschland, nie wieder Krieg!
Die Dresden-Lügen
Es ist angerichtet: Zum 50. Jahrestag der Bombardierung werden die Dresdner Musikfestspiele unter dem Titel "Apokalypse" stattfinden. Im Programmheft schreibt der Intendant Michael Hampe: "1995 jährt sich
zum fünfzigsten Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Zerstörung Dresdens, jenes apokalyptische Ereignis, das wie kein
zweites zum Symbol des Untergangs, des Grauens und des Leidens wurde, das jener Krieg über die Menschheit brachte." Zur musikalischen Untermalung haben die Veranstalter keinen Aufwand gescheut: Neben
Arnold Schönbergs "Ein Uberlebender aus Warschau" werden auch Richard Strauss' 1938 in München uraufgeführte Oper "Friedenstag" und Richard Wagners "Lohengrin" präsentiert. Die Deutschen sind ein Kulturvolk, und gäbe es einen schöneren Ort als "Elbflorenz", um es zu beweisen?
Am 13., 14. und 15. Februar 1945 warfen 2.435 britische und amerikanische Flugzeuge 7.070,3 Tonnen Bomben aller Art auf die Stadt. Der Dresden-Mythos rankt sich im
wesentlichen um zwei Lügen: Erstens wird das Ausmaß der Zerstörung und die Zahl der Opfer übertrieben, um die Singularität des Ereignisses zu suggerieren. Zweitens wird
der Angriff als militärisch sinnlos, mithin als reiner Terror gegen die Zivilbevölkerung dargestellt, wie ihn auch die Nazis praktizierten. Von links wird gelegentlich noch eine dritte Lüge hinzugefügt: Die Zerstörung Dresdens sei ein bewußtes Kalkül der Westalliierten gewesen, um den
Vormarsch der Roten Armee zu behindern und die künftige sowjetische Besatzungszone zu schwächen.
1. Lüge
Das Privileg, Dresden expressis verbis mit Hiroshima und Nagasaki auf eine Stufe gestellt zu haben, gebührt zwei
westlichen Autoren. Axel Rodenberg, dessen Buch "Der Tod von Dresden" aus dem Jahre 1951 in der BRD die meisten Auflagen
erlebte (und 1995 im Frühjahrsprogramm von Ullstein neu auftaucht) und das Geschichtsbild entscheidend prägte,
verbreitete die Zahl von 350.000 bis 400.000 Opfern. David Irving gibt in "Der Untergang Dresdens" (Erstauflage 1964)
135.000 an. In der DDR beschied man sich in der Regel mit 35.000 Toten, steigerte sich aber, wenn die Propagandaaufgaben
des Kalten Krieges dies notwendig machten. Spitzenleistung war die Rede des stellvertretenden Vorsitzenden des
Ministerrates der DDR, Hans Loch, der im Jahre 1955 die Westalliierten des Mordes an 300.000 Dresdnern anklagte.
Weitgehend unbekannt ist, daß Irving sich in einem Leserbrief an die Londoner "Times" vom 7. Juli 1966 selbst korrigierte. Der
Nachrichtenagentur AP war das nur eine kurze
Meldung wert, Irvings Buch aber war mittlerweile schon um die halbe Welt gegangen. Die Verbreitung der Selbstkritik
Irvings wurde allerdings auch durch ihn selbst erschwert: Im Zuge seiner rechtsradikalen Entwicklung kehrte er in den 80er Jahren wieder zu den höheren Opferzahlen zurück.
Ausgangspunkt für Irvings Selbstkritik aus dem Jahre 1966 war ein neu aufgetauchtes Dokument, das als einziges amtliches
Schriftstück der damaligen Zeit exakte Zahlen angibt; alle anderen Primär- oder Sekundärquellen berufen sich auf
nicht belegte Augenzeugenberichte oder Vermutungen. In der »Schlußmeldung über die vier Luftangriffe auf den LS-Ort
Dresden am 13., 14. und 15. Februar 1945 des Höheren SS- und Polizeiführers Elbe« heißt es unter Punkt E: "Personen-
schäden. Bis 10.3.1945 festgestellt: 18.375 Gefallene, 2.212 Schwerverwundete, 13.718 Leichtverwundete... Die Gesamtzahl
der Gefallenen einschl. Ausländer wird auf Grund der bisherigen Erfahrungen und Feststellungen bei der Bergung nunmehr auf etwa 25.000 geschätzt."
Im Dezember 1993 wurden vom Stadtarchiv Dresden bisher unerschlossene Akten aufgefunden, die diese Angaben bestätigen.
Es handelt sich hierbei um die Bestattungslisten der städtischen
Friedhöfe, die - deutsche Gründlichkeit - auch nach dem Chaos der Februartage penibel geführt wurden. Demnach wurden auf den beiden Hauptfriedhöfen bis zum 12.Juli 1945
insgesamt 21.271 Leichen registriert. Der Dresdner Stadtarchivar Friedrich Reichert schreibt weiter: "Für die Zahl
der Bestattungen auf anderen Friedhöfen liegen lückenhafte Belege vor. Die Zahl dürfte kaum 2.000 überschritten
haben... Bahauptungen, daß unter den Trümmern noch zehntausende Tote lägen, erwiesen sich als nicht richtig... Es ergibt
sich somit die Gesamtzahl von rund 25.000 Opfern der Luftangriffe auf Dresden zwischen dem 13. Februar und dem 17. April." Die Dresdner Stadtverwaltung hat im Dezember 1994
dem Autor gegenüber erklärt, sie werde diese Zahlen nicht in der Öffentlichkeitsarbeit verwenden. Verständlich. Zu krass
wird die Geschichtslüge vom einzigartigen Schicksal Dresdens dementiert, die die Basis für die ganzen Staatsfeierlichkeiten
ist. Mit der ermittelten Opferzahl liegt Dresden gleichauf mit Hamburg. In einer Aufstellung des Anteils der durch Bomben
zerstörten Wohnungen nimmt Dresden mit 60 Prozent lediglich den 22. Platz ein (davor liegen z.B. Düren mit 99,2, Bocholt mit 89, Köln mit 70 Prozent). Addiert man die
Gesamttonnage der während des 2. Weltkriegs abgeworfenen Bombenlast, liegt Dresden (7.000) weit hinter Köln (44.700),
Essen (37.900), München (27.000) und Leipzig (11.600 Tonnen). Blickt man über Deutschland hinaus, wird die Ungeheuerlichkeit des Dresden-Mythos erst richtig klar: In
Dresden kamen 25.000 Tote auf 630.000 Einwohner, in Leningrad 700.000 auf 2 Millionen.
Keinen Eingang in die Bilanz der Geschichtsfälscher findet das Schicksal der Dresdner Juden: Am Morgen des 13. Februar
kam der Befehl, die letzten 70 von ihnen zu deportieren. Wer von ihnen die Nacht überlebte, konnte im allgemeinen Chaos
der Gestapo entkommen. Anders gesagt: Was den
Deutschen als "Apokalypse" erscheint, brachte einem Teil der Juden die Rettung vor der Apokalypse.
2. Lüge
Die Einzigartigkeit Dresdens besteht lediglich darin, daß die Stadt erst in den letzten Kriegsmonaten zum Ziel der alliierten
Angriffe geworden ist und von der Bevölkerung deswegen bereits als "Luftschutzkeller des Reiches" bezeichnet worden war. Die totale Zerstörung dieser Illusionen innerhalb von 48
Stunden mußte natürlich als Schock wirken. Götz Bergander bilanziert im quellenreichsten bürgerlichen Standardwerk
"Dresden im Luftkrieg" (Erstauflage 1977), "daß die von Dresden ausgelöste Schockwelle den noch vorhandenen
Widerstandswillen fortschwemmte, weil jetzt befürchtet wurde, eine solche Katastrophe könne sich täglich wiederholen... Zwar
glaubten die meisten Deutschen nicht mehr an
den Sieg, aber sie konnten sich trotzdem die bedingungslose Kapitulation nicht vorstellen. Der Schock von Dresden trug
wesentlich zu einer Sinneswandlung bei. Sie äußerte sich damals in den Worten: Besser ein Ende mit Schrecken als ein
Schrecken ohne Ende. Der Schrecken ohne Ende - das war für die meisten Deutschen der Bombenkrieg."
Dieser Meinungsumschwung illustriert einen der Haupterfolge des Oberbefehlshabers des englischen Bomberkommandos, Sir Arthur T. Harris. Harris glaubte an die Bedeutung der
Bombardements für die Demoralisierung der Bevölkerung.
Inspiriert war er durch die Erkenntnis, daß es in Nazi-Deutschland keine nennenswerten Widersprüche zwischen Führern und Geführten gab - von individuellen Ausnahmen
abgesehen. "Der widerwillig loyale Deutsche des Kriegsbeginns...wurde zum befehlsgemäß loyalen Exekutor des NS-Rasse- und
Vernichtungskrieges", heißt es diesbezüglich in einem Aufsatz des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes Freiburg. Für Dresden, das den reichsweit höchsten Anteil von NSDAP-Mitgliedern an der Bevölkerung hatte, galt dies umso mehr. Zudem konnte sich Harris auf ein naheliegendes Beispiel berufen: In Italien hatte das "moral bombing" nachweisbar
dazu beigetragen, "daß große Gruppen der italienischen Arbeiterschaft im März 1943 offen gegen das faschistische Regime auftraten," weil dieses "im Hagel der Bomben nicht nur als korrupt, sondern auch als
machtlos und unfähig" dastand (so das Standardwerk "Bombenkrieg gegen Deutschland« des DDR-Historikers Olaf Groehler). Man kann Harris nicht zum Vorwurf machen, daß die Deutschen sich nicht einmal im Bombenhagel von ihrem Führer trennen wollten.
Obwohl die Demoralisierung der Heimatfront schon für sich genommen ein Faktor der Kriegführung ist, soll die Bedeutung
der Städtebombardierung auch im engeren militärischen Sinn geklärt werden. Zunächst ein Uberblick: Als Harris 1942 das Kommando über die britischen Bomberverbände übernahm, sah er sich mit einer dramatischen Lage konfrontiert.
Nach der Wannseekonferenz im Januar 1942 trat die Judenvernichtung in ihr industrielles Stadium. An der deutsch-sowjetischen Front stießen die Heeresgruppen A und B scheinbar unaufhaltsam Richtung
Wolga und Kaukasus vor.
In Nordafrika rüsteten sich Rommels Verbände zum Durchbruch ins Nildelta. Harris faßte in einer Denkschrift die Konsequenzen aus
dieser Situation zusammen: "Das Bomber Command führt die einzigen offensiven Kampfhandlungen durch, die gegen Deutschland unternommen werden.
Alle anderen Kriegsanstrengungen sind defensiver Natur und können niemals
mehr erreichen, als unsere Existenz im Angesicht des Gegners zu erhalten. Das Bomber Command gibt uns die Möglichkeit, Rußland rechtzeitig zu unterstützen." Es sei "die einzige Möglichkeit, Deutschland so weit physisch zu schwächen und nervlich zu erschöpfen, daß eine Invasion aussichtsreich
erscheinen könnte." Die deutsche Kriegswirtschaft erlitt wichtige Schäden: 1943 wird die V2-Produktion durch
Angriffe auf Peenemünde erheblich verzögert, 1944 die deutsche Benzin- und Flughenzinproduktion so schwer geschädigt,
daß Militäroperationen erheblich behindert sind, im gleichen Jahr tritt durch die schweren Zerstörungen am Verkehrsnetz
eine transportbedingte Kohleknappheit ein, 1945 wird der Schienenverkehr durch die Bombardierung von Rangierbahnhöfen
teilweise lahmgelegt.
"Dresden ging in Schutt und Asche, zwei Jahre nachdem der Ausgang des Zweiten Weltkrieges in Stalingrad entschieden
worden war", polemisierte Ulrike Meinhof. Sie vergaß, daß die mörderischen Angriffe der V-Waffen auf London bis März
1945 weitergingen. Sie ignorierte, daß die Arbeit der Nazis an der Atombombe bis in die letzten Kriegstage weiterging - für
Harris ein wesentliches Motiv -, und daß die Stadt von erheblicher militärischer Bedeutung war. So wird Dresden im
Operationsbericht des Informationsbüros der UdSSR als "wichtiger Stützpunkt faschistischer Verteidigung in Sachsen", vom
Sowjetische Oberkommando als "mächtiger Verteidigungsknoten der Faschisten in Sachsen" bezeichnet. Der britische
Militärhistoriker Joseph W. Angell geht davon aus, daß der Bombenangriff auf Dresden als direkte Unterstützung für die
heranrückende Rote Armee gedacht war. Zur gleichen Zeit, schreibt er, habe Marschall Konjew mit seinen Armeen ungefähr
110 Kilometer ostwärts der Stadt gestanden, in einer für deutsche Gegenangriffe höchst verwundbaren vorgeschobenen Position - vorausgesetzt, die Deutschen könnten Verstärkung durch Dresden bringen; dies sollten die Bombardements verhindern. Ob dieses Ziel vorrangig angestrebt wurde, ist
innerhalb der Fachliteratur umstritten - dagegen spricht, daß der Rangierbahnhof nicht dauerhaft zerstört wurde. Andererseits
wurden "enorme Auswirkungen auf die Rüstungsproduktion"(Stadtarchivar Friedrich Reichert) erzielt. Im größten
Rüstungsbetrieb, der Firma Zeiß Ikon, waren vor dem Angriff 10.837 Arbeiter tätig, danach nur noch etwa ein Viertel(2.508).
3. Lüge
Zum 10. Jahrestag erklärte der DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl die Bombardierung Dresdens wie folgt: "Dieses
unsinnige Verbrechen diente ebenso wie die Zerstörung von Brücken, Talsperren und anderen lebenswichtigen Einrichtungen
durch die SS dem Zweck, eine Trümmerzone zu
schaffen, die den siegreichen Sowjetarmeen das weitere Vordringen unmöglich machen sollte." 1969 hieß es am 13.
Februar im Neuen Deutschland: »An diesem Tag gedenken die Dresdner der vielen unschuldigen Opfer, die sterben mußten,
weil einige Politiker und Generale die untaugliche Idee hatten, den Vormarsch des Sozialismus mit Bomben und Tränen
aufzuhalten." Dieser Vorwurf läßt sich durch eine simple Frage entkräften: Wenn hinter den Bombenangriffen auf Dresden antisowjetische Motive gesteckt haben, was lag dann den Attacken gegen Hamburg, Essen und Köln zugrunde?
Fakt ist jedenfalls: Das Gebiet von Deutschland, das schließlich von den Westalliiierten besetzt werden sollte, ist insgesamt weitaus länger und schwerer angegriffen worden als Ostdeutschland.
Ähnlich demagogisch ist eine 1969 vom Neuen Deutschland zitierte Äußerung von Marschall Shukow zu Dresden: "Eine solche Barbarei hätte die sowjetische Armee nie zustande
gebracht." Dieser Vorwurf folgt dem Propagandainteresse der Sowjetunion nach 1945; vorher sah es anders aus. Überliefert
ist ein reger Briefwechsel zwischen Winston Churchill und Josef Stalin; Churchill erstattete detailliert Bericht über die
Erfolge der Städtebombardements, legte oft sogar Luftaufnahmen und Dias bei. So erhielt Stalin am 12. Januar 1944 von Churchill eine Geheimbotschaft mit dem launigen Text: "Teilen Sie mir bitte rechtzeitig mit, wann wir aufhören sollen, Berlin zu zerstören, damit genügend Unterkünfte für die
Sowjetarmee stehen bleiben." Stalin antwortete todernst: "Unsere Armeen haben in der letzten Zeit wirklich Erfolge
erzielt, aber bis nach Berlin ist es für uns noch sehr weit... Folglich brauchen Sie die Bombardierung Berlins nicht abzuschwächen, sondern sollten Sie möglichst mit allen Mitteln verstärken." Der Angriff auf Dresden wurde den Sowjets durch die US-Militärmission in Moskau vorab mitgeteilt; sie erhoben keine Einwände. Der in Moskau lebende KPD-Führungskader Anton Ackermann äußerte sich im Februar 1945, in Kenntnis der schweren Luftangriffe und eventuell
auch in Kenntnis des Angriffes auf Dresden, anerkennend darüber, wie "die amerikanischen und englischen Luftflotten täglich stärker auf das rückwärtige Gebiet jener deutschen
Armeen wirken, die der Roten Armee gegenüberstehen und dieser somit vom Westen her helfen."
Diese Ausrichtung wurde nach dem Krieg zunächst beibehalten. So fanden am 13.2.1946 über 20 Gedenkveranstaltungen statt, für die zwischen Stadtadministration und Sowjets die folgende Linie abgestimmt wurde: "Es soll alles vermieden werden, was den 13. Februar als Trauertag erscheinen läßt. Die Meinung des (sowjetischen) Majors geht dahin, wenn der 13. Februar eine falsche Note bekommt, sich sehr leicht Tendenzen gegen die Alliierten äußern könnten; das müßte unter
allen Umständen vermieden werden." Auf den Veranstaltungen wurden Resolutionen verfaHt, in denen die Zerstörung der Stadt als »die traurige Bilanz des hitleristischen Rauhkrieges" bezeichnet wurde. Kritik an Großbritannien und den USA gab es nicht. Der kommissarische Bürgermeister Weidauer gab in seiner Rede die Zahl der Opfer des
Angriffes korrekt mit 25.000 an. 1947 und 1948 fanden keine Gedenkveranstaltungen statt.
Im Laufe des Jahres 1948 vertiefte sich die Spaltung der früheren Alliierten (Berlin-Blockade), was zu einer radikalen Änderung der Propagandalinie führte. So fand die
Sächsische Zeitung am 12.2.1949 in der Zerstörung Dresdens "zugleich eine Anklage gegen die anglo-amerikanische Kriegsführung... Die grauenhafte
Vernichtung Dresdens war durch keinerlei strategische Überlegungen zu rechtfertigen." 1950, kurz nach Gründung der NATO, gab es in der ganzen DDR Dresden-Gedächtniskundgebungen. Das Dresdner
Vorbereitungskomitee schrieb: "Die Nationale Front des demokratischen Deutschlands kämpft gegen die Zerstörer Dresdens, die Kriegstreiber von heute." Der sächsische
Ministerpräsident Seydewitz rief aus, "daß dieselben Kräfte, die damals Dresden sinnlos zerstörten, heute schon wieder von neuem zum Vökermord aufrufen." 1951, der Korea-Krieg war ausgebrochen, schrieb die Tägliche
Rundschau: "Der Feuerschein der blutigen Stadt Dresden, der am Ende des Zweiten Weltkrieges den Himmel weithin sichtbar rötete, ließ die räuberische Fratze des
amerikanischen Imperialismus, des ärgsten Feindes der Menschheit, heraufleuchten." Ein Jahr später verhalf DDR-Volkskammerpräsident Dieckmann gar der Goebbelschen Wortschöpfung von den "anglo-amerikanischen Luftgangstern" zu neuer Reputation. Damit hatte die SED den Gipfel der Demagogie erreicht. In der Folge klang die anti-amerikanische und anti-englische Hetze ab, wurde ersetzt durch Kritik an den "Bonner Ultras" (60er Jahre)
oder durch allgemeinplätzlerische Friedensappelle (80er Jahre).
Es blieb der westdeutschen Linken vorbehalten, die Geschmacklosigkeiten der frühen DDR-Propaganda fortzuführen und mit westlichem Geschichtsrevisionismus
zu verbinden. Ulrike Meinhof bezog sich 1965 in einem Aufsatz für die "konkret" positiv auf David Irving, schlug auf dessen gefälschte Opferzahlen lässig noch einmal die
Hälfte drauf ("über 200.000") und kam dann zu folgendem atemberaubenden Schluß: "Als die deutsche Bevölkerung die Wahrheit über
Auschwitz erfuhr, erfuhr die englische Öffentlichkeit die Wahrheit über Dresden. (...) In Dresden ist der Anti-Hitler-Krieg zu dem entartet, was man zu bekämpfen
vorgab und wohl auch bekämpft hatte: Zu Barbarei und Unmenschlichkeit, für die es keine Rechtfertigung gibt. Wenn es eines Beweises bedürfte, daß es den gerechten
Krieg nicht gibt Dresden wäre der Beweis."
Diese Äußerungen, der entstehenden Neuen Linken in die Wiege gelegt, konzentrieren alle Geburtsfehler dieser Linken: die nivellierende Einreihung von Auschwitz in die
Schrecken des Krieges; die fehlende Unterscheidung von Nationalsozialismus und gewöhnlichem Faschismus; die Gleichsetzung von Nazi-Deutschland und den Feindstaaten; die Verwechslung von Antifaschismus mit
Pazifismus, von Pazifismus mit Appeasement. Wem zum 13. Februar und zum 8. Mai statt des naheliegenden "Nie wieder Deutschland" nur ein "Nie wieder Krieg" einfällt, in dem sich auch der Haß auf die Armeen der
Anti-Hitler-Koalition gut aufgehoben sieht, stand 1965 rechts von Konrad Adenauer und steht 1995 rechts von Roman Herzog. Eine neue Linke kann sich nur im Bruch
mit diesen Traditionen konstituieren.
Ich danke den Engländern und Amerikaner, daß sie in einem für sie verlustreichen Luftkrieg versuchten, die Deutschen vom Nazitum zu befreien. Ich bin mir bewußt, daß den Britten und Amerikanern nichts vorzuwerfen ist. Den Krieg haben die Deutschen verschuldet und zu verantworten und so sind auch die Toten von Dresden und anderen Städten von den Deutschen verschuldet, die der Naziideologie folgten und an die antisemitischen Mythen glaubten.
Dresden hätte eine Lehre sein sollen, daß Deutschland nie wieder einen Krieg wird führen dürfen, leider hat eine grün-rote Regierung ausgerechnet sich an einem Angriffskrieg beteiligt, der die ethnische Säuberung des Kosovo von den dort lebenden Serben zur Folge hat.
An Dresden erinnern, heißt an die Taten der Deutschen erinnern, denn das war nur die Quittung, die unvermeidlich war.
Die Deutschen lassen sich nur ungern an ihre Taten erinnern. Von Auschwitz wollen sie nichts hören. Darum ist es insbesondere bei hartgesottenen Nazis angebracht, sie daran zu erinnern, was diejenigen, die Hitler folgten, den Deutschen angetan haben. Denn sie haben auch die Toten zu verantworten, die bei der Befreiung der Deutschen vom Nazitum die Nebenfolge waren.
Sollten noch mal auf der Welt Nazis oder Normalfaschisten an die Macht kommen, dann wird das Land ebenso aussehen, wie Städte wie Dresden, wo ca. 20-35.000 Menschen wegen der Verbrechen der Nazis starben.
Das haben in letzter Instanz die Deutschen als Gefolgsleute Hitlers aus Deutschland gemacht.
Die Juden, Zigeuner, Homosexuelle waren den Deutschen ja egal, vielleicht lassen sie sich ja belehren, daß auch Deutsche nur Nachteile hatten, weil sie dem Nationalstolz nachgingen und ihren Nationalismus ausagierten. Wer Leuten wie Haider, Frey, Schönhuber folgt, wird solche Dinge am Ende ernten. Wer Leuten der NPD, DVU, REPtilien, Bund Freier Bürger, FPÖ oder anderen rechtsradikalen Organisationen folgt, wird so enden, wie das die Bilder zeigen und wie damals die Deutschen werden dann auch die Deutschen oder diejenigen, die Faschisten oder Nazis folgen, eine solche Quittung erhalten für die Taten.
Nie wieder Deutschland, nie wieder Krieg!
Die Dresden-Lügen
Es ist angerichtet: Zum 50. Jahrestag der Bombardierung werden die Dresdner Musikfestspiele unter dem Titel "Apokalypse" stattfinden. Im Programmheft schreibt der Intendant Michael Hampe: "1995 jährt sich
zum fünfzigsten Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Zerstörung Dresdens, jenes apokalyptische Ereignis, das wie kein
zweites zum Symbol des Untergangs, des Grauens und des Leidens wurde, das jener Krieg über die Menschheit brachte." Zur musikalischen Untermalung haben die Veranstalter keinen Aufwand gescheut: Neben
Arnold Schönbergs "Ein Uberlebender aus Warschau" werden auch Richard Strauss' 1938 in München uraufgeführte Oper "Friedenstag" und Richard Wagners "Lohengrin" präsentiert. Die Deutschen sind ein Kulturvolk, und gäbe es einen schöneren Ort als "Elbflorenz", um es zu beweisen?
Am 13., 14. und 15. Februar 1945 warfen 2.435 britische und amerikanische Flugzeuge 7.070,3 Tonnen Bomben aller Art auf die Stadt. Der Dresden-Mythos rankt sich im
wesentlichen um zwei Lügen: Erstens wird das Ausmaß der Zerstörung und die Zahl der Opfer übertrieben, um die Singularität des Ereignisses zu suggerieren. Zweitens wird
der Angriff als militärisch sinnlos, mithin als reiner Terror gegen die Zivilbevölkerung dargestellt, wie ihn auch die Nazis praktizierten. Von links wird gelegentlich noch eine dritte Lüge hinzugefügt: Die Zerstörung Dresdens sei ein bewußtes Kalkül der Westalliierten gewesen, um den
Vormarsch der Roten Armee zu behindern und die künftige sowjetische Besatzungszone zu schwächen.
1. Lüge
Das Privileg, Dresden expressis verbis mit Hiroshima und Nagasaki auf eine Stufe gestellt zu haben, gebührt zwei
westlichen Autoren. Axel Rodenberg, dessen Buch "Der Tod von Dresden" aus dem Jahre 1951 in der BRD die meisten Auflagen
erlebte (und 1995 im Frühjahrsprogramm von Ullstein neu auftaucht) und das Geschichtsbild entscheidend prägte,
verbreitete die Zahl von 350.000 bis 400.000 Opfern. David Irving gibt in "Der Untergang Dresdens" (Erstauflage 1964)
135.000 an. In der DDR beschied man sich in der Regel mit 35.000 Toten, steigerte sich aber, wenn die Propagandaaufgaben
des Kalten Krieges dies notwendig machten. Spitzenleistung war die Rede des stellvertretenden Vorsitzenden des
Ministerrates der DDR, Hans Loch, der im Jahre 1955 die Westalliierten des Mordes an 300.000 Dresdnern anklagte.
Weitgehend unbekannt ist, daß Irving sich in einem Leserbrief an die Londoner "Times" vom 7. Juli 1966 selbst korrigierte. Der
Nachrichtenagentur AP war das nur eine kurze
Meldung wert, Irvings Buch aber war mittlerweile schon um die halbe Welt gegangen. Die Verbreitung der Selbstkritik
Irvings wurde allerdings auch durch ihn selbst erschwert: Im Zuge seiner rechtsradikalen Entwicklung kehrte er in den 80er Jahren wieder zu den höheren Opferzahlen zurück.
Ausgangspunkt für Irvings Selbstkritik aus dem Jahre 1966 war ein neu aufgetauchtes Dokument, das als einziges amtliches
Schriftstück der damaligen Zeit exakte Zahlen angibt; alle anderen Primär- oder Sekundärquellen berufen sich auf
nicht belegte Augenzeugenberichte oder Vermutungen. In der »Schlußmeldung über die vier Luftangriffe auf den LS-Ort
Dresden am 13., 14. und 15. Februar 1945 des Höheren SS- und Polizeiführers Elbe« heißt es unter Punkt E: "Personen-
schäden. Bis 10.3.1945 festgestellt: 18.375 Gefallene, 2.212 Schwerverwundete, 13.718 Leichtverwundete... Die Gesamtzahl
der Gefallenen einschl. Ausländer wird auf Grund der bisherigen Erfahrungen und Feststellungen bei der Bergung nunmehr auf etwa 25.000 geschätzt."
Im Dezember 1993 wurden vom Stadtarchiv Dresden bisher unerschlossene Akten aufgefunden, die diese Angaben bestätigen.
Es handelt sich hierbei um die Bestattungslisten der städtischen
Friedhöfe, die - deutsche Gründlichkeit - auch nach dem Chaos der Februartage penibel geführt wurden. Demnach wurden auf den beiden Hauptfriedhöfen bis zum 12.Juli 1945
insgesamt 21.271 Leichen registriert. Der Dresdner Stadtarchivar Friedrich Reichert schreibt weiter: "Für die Zahl
der Bestattungen auf anderen Friedhöfen liegen lückenhafte Belege vor. Die Zahl dürfte kaum 2.000 überschritten
haben... Bahauptungen, daß unter den Trümmern noch zehntausende Tote lägen, erwiesen sich als nicht richtig... Es ergibt
sich somit die Gesamtzahl von rund 25.000 Opfern der Luftangriffe auf Dresden zwischen dem 13. Februar und dem 17. April." Die Dresdner Stadtverwaltung hat im Dezember 1994
dem Autor gegenüber erklärt, sie werde diese Zahlen nicht in der Öffentlichkeitsarbeit verwenden. Verständlich. Zu krass
wird die Geschichtslüge vom einzigartigen Schicksal Dresdens dementiert, die die Basis für die ganzen Staatsfeierlichkeiten
ist. Mit der ermittelten Opferzahl liegt Dresden gleichauf mit Hamburg. In einer Aufstellung des Anteils der durch Bomben
zerstörten Wohnungen nimmt Dresden mit 60 Prozent lediglich den 22. Platz ein (davor liegen z.B. Düren mit 99,2, Bocholt mit 89, Köln mit 70 Prozent). Addiert man die
Gesamttonnage der während des 2. Weltkriegs abgeworfenen Bombenlast, liegt Dresden (7.000) weit hinter Köln (44.700),
Essen (37.900), München (27.000) und Leipzig (11.600 Tonnen). Blickt man über Deutschland hinaus, wird die Ungeheuerlichkeit des Dresden-Mythos erst richtig klar: In
Dresden kamen 25.000 Tote auf 630.000 Einwohner, in Leningrad 700.000 auf 2 Millionen.
Keinen Eingang in die Bilanz der Geschichtsfälscher findet das Schicksal der Dresdner Juden: Am Morgen des 13. Februar
kam der Befehl, die letzten 70 von ihnen zu deportieren. Wer von ihnen die Nacht überlebte, konnte im allgemeinen Chaos
der Gestapo entkommen. Anders gesagt: Was den
Deutschen als "Apokalypse" erscheint, brachte einem Teil der Juden die Rettung vor der Apokalypse.
2. Lüge
Die Einzigartigkeit Dresdens besteht lediglich darin, daß die Stadt erst in den letzten Kriegsmonaten zum Ziel der alliierten
Angriffe geworden ist und von der Bevölkerung deswegen bereits als "Luftschutzkeller des Reiches" bezeichnet worden war. Die totale Zerstörung dieser Illusionen innerhalb von 48
Stunden mußte natürlich als Schock wirken. Götz Bergander bilanziert im quellenreichsten bürgerlichen Standardwerk
"Dresden im Luftkrieg" (Erstauflage 1977), "daß die von Dresden ausgelöste Schockwelle den noch vorhandenen
Widerstandswillen fortschwemmte, weil jetzt befürchtet wurde, eine solche Katastrophe könne sich täglich wiederholen... Zwar
glaubten die meisten Deutschen nicht mehr an
den Sieg, aber sie konnten sich trotzdem die bedingungslose Kapitulation nicht vorstellen. Der Schock von Dresden trug
wesentlich zu einer Sinneswandlung bei. Sie äußerte sich damals in den Worten: Besser ein Ende mit Schrecken als ein
Schrecken ohne Ende. Der Schrecken ohne Ende - das war für die meisten Deutschen der Bombenkrieg."
Dieser Meinungsumschwung illustriert einen der Haupterfolge des Oberbefehlshabers des englischen Bomberkommandos, Sir Arthur T. Harris. Harris glaubte an die Bedeutung der
Bombardements für die Demoralisierung der Bevölkerung.
Inspiriert war er durch die Erkenntnis, daß es in Nazi-Deutschland keine nennenswerten Widersprüche zwischen Führern und Geführten gab - von individuellen Ausnahmen
abgesehen. "Der widerwillig loyale Deutsche des Kriegsbeginns...wurde zum befehlsgemäß loyalen Exekutor des NS-Rasse- und
Vernichtungskrieges", heißt es diesbezüglich in einem Aufsatz des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes Freiburg. Für Dresden, das den reichsweit höchsten Anteil von NSDAP-Mitgliedern an der Bevölkerung hatte, galt dies umso mehr. Zudem konnte sich Harris auf ein naheliegendes Beispiel berufen: In Italien hatte das "moral bombing" nachweisbar
dazu beigetragen, "daß große Gruppen der italienischen Arbeiterschaft im März 1943 offen gegen das faschistische Regime auftraten," weil dieses "im Hagel der Bomben nicht nur als korrupt, sondern auch als
machtlos und unfähig" dastand (so das Standardwerk "Bombenkrieg gegen Deutschland« des DDR-Historikers Olaf Groehler). Man kann Harris nicht zum Vorwurf machen, daß die Deutschen sich nicht einmal im Bombenhagel von ihrem Führer trennen wollten.
Obwohl die Demoralisierung der Heimatfront schon für sich genommen ein Faktor der Kriegführung ist, soll die Bedeutung
der Städtebombardierung auch im engeren militärischen Sinn geklärt werden. Zunächst ein Uberblick: Als Harris 1942 das Kommando über die britischen Bomberverbände übernahm, sah er sich mit einer dramatischen Lage konfrontiert.
Nach der Wannseekonferenz im Januar 1942 trat die Judenvernichtung in ihr industrielles Stadium. An der deutsch-sowjetischen Front stießen die Heeresgruppen A und B scheinbar unaufhaltsam Richtung
Wolga und Kaukasus vor.
In Nordafrika rüsteten sich Rommels Verbände zum Durchbruch ins Nildelta. Harris faßte in einer Denkschrift die Konsequenzen aus
dieser Situation zusammen: "Das Bomber Command führt die einzigen offensiven Kampfhandlungen durch, die gegen Deutschland unternommen werden.
Alle anderen Kriegsanstrengungen sind defensiver Natur und können niemals
mehr erreichen, als unsere Existenz im Angesicht des Gegners zu erhalten. Das Bomber Command gibt uns die Möglichkeit, Rußland rechtzeitig zu unterstützen." Es sei "die einzige Möglichkeit, Deutschland so weit physisch zu schwächen und nervlich zu erschöpfen, daß eine Invasion aussichtsreich
erscheinen könnte." Die deutsche Kriegswirtschaft erlitt wichtige Schäden: 1943 wird die V2-Produktion durch
Angriffe auf Peenemünde erheblich verzögert, 1944 die deutsche Benzin- und Flughenzinproduktion so schwer geschädigt,
daß Militäroperationen erheblich behindert sind, im gleichen Jahr tritt durch die schweren Zerstörungen am Verkehrsnetz
eine transportbedingte Kohleknappheit ein, 1945 wird der Schienenverkehr durch die Bombardierung von Rangierbahnhöfen
teilweise lahmgelegt.
"Dresden ging in Schutt und Asche, zwei Jahre nachdem der Ausgang des Zweiten Weltkrieges in Stalingrad entschieden
worden war", polemisierte Ulrike Meinhof. Sie vergaß, daß die mörderischen Angriffe der V-Waffen auf London bis März
1945 weitergingen. Sie ignorierte, daß die Arbeit der Nazis an der Atombombe bis in die letzten Kriegstage weiterging - für
Harris ein wesentliches Motiv -, und daß die Stadt von erheblicher militärischer Bedeutung war. So wird Dresden im
Operationsbericht des Informationsbüros der UdSSR als "wichtiger Stützpunkt faschistischer Verteidigung in Sachsen", vom
Sowjetische Oberkommando als "mächtiger Verteidigungsknoten der Faschisten in Sachsen" bezeichnet. Der britische
Militärhistoriker Joseph W. Angell geht davon aus, daß der Bombenangriff auf Dresden als direkte Unterstützung für die
heranrückende Rote Armee gedacht war. Zur gleichen Zeit, schreibt er, habe Marschall Konjew mit seinen Armeen ungefähr
110 Kilometer ostwärts der Stadt gestanden, in einer für deutsche Gegenangriffe höchst verwundbaren vorgeschobenen Position - vorausgesetzt, die Deutschen könnten Verstärkung durch Dresden bringen; dies sollten die Bombardements verhindern. Ob dieses Ziel vorrangig angestrebt wurde, ist
innerhalb der Fachliteratur umstritten - dagegen spricht, daß der Rangierbahnhof nicht dauerhaft zerstört wurde. Andererseits
wurden "enorme Auswirkungen auf die Rüstungsproduktion"(Stadtarchivar Friedrich Reichert) erzielt. Im größten
Rüstungsbetrieb, der Firma Zeiß Ikon, waren vor dem Angriff 10.837 Arbeiter tätig, danach nur noch etwa ein Viertel(2.508).
3. Lüge
Zum 10. Jahrestag erklärte der DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl die Bombardierung Dresdens wie folgt: "Dieses
unsinnige Verbrechen diente ebenso wie die Zerstörung von Brücken, Talsperren und anderen lebenswichtigen Einrichtungen
durch die SS dem Zweck, eine Trümmerzone zu
schaffen, die den siegreichen Sowjetarmeen das weitere Vordringen unmöglich machen sollte." 1969 hieß es am 13.
Februar im Neuen Deutschland: »An diesem Tag gedenken die Dresdner der vielen unschuldigen Opfer, die sterben mußten,
weil einige Politiker und Generale die untaugliche Idee hatten, den Vormarsch des Sozialismus mit Bomben und Tränen
aufzuhalten." Dieser Vorwurf läßt sich durch eine simple Frage entkräften: Wenn hinter den Bombenangriffen auf Dresden antisowjetische Motive gesteckt haben, was lag dann den Attacken gegen Hamburg, Essen und Köln zugrunde?
Fakt ist jedenfalls: Das Gebiet von Deutschland, das schließlich von den Westalliiierten besetzt werden sollte, ist insgesamt weitaus länger und schwerer angegriffen worden als Ostdeutschland.
Ähnlich demagogisch ist eine 1969 vom Neuen Deutschland zitierte Äußerung von Marschall Shukow zu Dresden: "Eine solche Barbarei hätte die sowjetische Armee nie zustande
gebracht." Dieser Vorwurf folgt dem Propagandainteresse der Sowjetunion nach 1945; vorher sah es anders aus. Überliefert
ist ein reger Briefwechsel zwischen Winston Churchill und Josef Stalin; Churchill erstattete detailliert Bericht über die
Erfolge der Städtebombardements, legte oft sogar Luftaufnahmen und Dias bei. So erhielt Stalin am 12. Januar 1944 von Churchill eine Geheimbotschaft mit dem launigen Text: "Teilen Sie mir bitte rechtzeitig mit, wann wir aufhören sollen, Berlin zu zerstören, damit genügend Unterkünfte für die
Sowjetarmee stehen bleiben." Stalin antwortete todernst: "Unsere Armeen haben in der letzten Zeit wirklich Erfolge
erzielt, aber bis nach Berlin ist es für uns noch sehr weit... Folglich brauchen Sie die Bombardierung Berlins nicht abzuschwächen, sondern sollten Sie möglichst mit allen Mitteln verstärken." Der Angriff auf Dresden wurde den Sowjets durch die US-Militärmission in Moskau vorab mitgeteilt; sie erhoben keine Einwände. Der in Moskau lebende KPD-Führungskader Anton Ackermann äußerte sich im Februar 1945, in Kenntnis der schweren Luftangriffe und eventuell
auch in Kenntnis des Angriffes auf Dresden, anerkennend darüber, wie "die amerikanischen und englischen Luftflotten täglich stärker auf das rückwärtige Gebiet jener deutschen
Armeen wirken, die der Roten Armee gegenüberstehen und dieser somit vom Westen her helfen."
Diese Ausrichtung wurde nach dem Krieg zunächst beibehalten. So fanden am 13.2.1946 über 20 Gedenkveranstaltungen statt, für die zwischen Stadtadministration und Sowjets die folgende Linie abgestimmt wurde: "Es soll alles vermieden werden, was den 13. Februar als Trauertag erscheinen läßt. Die Meinung des (sowjetischen) Majors geht dahin, wenn der 13. Februar eine falsche Note bekommt, sich sehr leicht Tendenzen gegen die Alliierten äußern könnten; das müßte unter
allen Umständen vermieden werden." Auf den Veranstaltungen wurden Resolutionen verfaHt, in denen die Zerstörung der Stadt als »die traurige Bilanz des hitleristischen Rauhkrieges" bezeichnet wurde. Kritik an Großbritannien und den USA gab es nicht. Der kommissarische Bürgermeister Weidauer gab in seiner Rede die Zahl der Opfer des
Angriffes korrekt mit 25.000 an. 1947 und 1948 fanden keine Gedenkveranstaltungen statt.
Im Laufe des Jahres 1948 vertiefte sich die Spaltung der früheren Alliierten (Berlin-Blockade), was zu einer radikalen Änderung der Propagandalinie führte. So fand die
Sächsische Zeitung am 12.2.1949 in der Zerstörung Dresdens "zugleich eine Anklage gegen die anglo-amerikanische Kriegsführung... Die grauenhafte
Vernichtung Dresdens war durch keinerlei strategische Überlegungen zu rechtfertigen." 1950, kurz nach Gründung der NATO, gab es in der ganzen DDR Dresden-Gedächtniskundgebungen. Das Dresdner
Vorbereitungskomitee schrieb: "Die Nationale Front des demokratischen Deutschlands kämpft gegen die Zerstörer Dresdens, die Kriegstreiber von heute." Der sächsische
Ministerpräsident Seydewitz rief aus, "daß dieselben Kräfte, die damals Dresden sinnlos zerstörten, heute schon wieder von neuem zum Vökermord aufrufen." 1951, der Korea-Krieg war ausgebrochen, schrieb die Tägliche
Rundschau: "Der Feuerschein der blutigen Stadt Dresden, der am Ende des Zweiten Weltkrieges den Himmel weithin sichtbar rötete, ließ die räuberische Fratze des
amerikanischen Imperialismus, des ärgsten Feindes der Menschheit, heraufleuchten." Ein Jahr später verhalf DDR-Volkskammerpräsident Dieckmann gar der Goebbelschen Wortschöpfung von den "anglo-amerikanischen Luftgangstern" zu neuer Reputation. Damit hatte die SED den Gipfel der Demagogie erreicht. In der Folge klang die anti-amerikanische und anti-englische Hetze ab, wurde ersetzt durch Kritik an den "Bonner Ultras" (60er Jahre)
oder durch allgemeinplätzlerische Friedensappelle (80er Jahre).
Es blieb der westdeutschen Linken vorbehalten, die Geschmacklosigkeiten der frühen DDR-Propaganda fortzuführen und mit westlichem Geschichtsrevisionismus
zu verbinden. Ulrike Meinhof bezog sich 1965 in einem Aufsatz für die "konkret" positiv auf David Irving, schlug auf dessen gefälschte Opferzahlen lässig noch einmal die
Hälfte drauf ("über 200.000") und kam dann zu folgendem atemberaubenden Schluß: "Als die deutsche Bevölkerung die Wahrheit über
Auschwitz erfuhr, erfuhr die englische Öffentlichkeit die Wahrheit über Dresden. (...) In Dresden ist der Anti-Hitler-Krieg zu dem entartet, was man zu bekämpfen
vorgab und wohl auch bekämpft hatte: Zu Barbarei und Unmenschlichkeit, für die es keine Rechtfertigung gibt. Wenn es eines Beweises bedürfte, daß es den gerechten
Krieg nicht gibt Dresden wäre der Beweis."
Diese Äußerungen, der entstehenden Neuen Linken in die Wiege gelegt, konzentrieren alle Geburtsfehler dieser Linken: die nivellierende Einreihung von Auschwitz in die
Schrecken des Krieges; die fehlende Unterscheidung von Nationalsozialismus und gewöhnlichem Faschismus; die Gleichsetzung von Nazi-Deutschland und den Feindstaaten; die Verwechslung von Antifaschismus mit
Pazifismus, von Pazifismus mit Appeasement. Wem zum 13. Februar und zum 8. Mai statt des naheliegenden "Nie wieder Deutschland" nur ein "Nie wieder Krieg" einfällt, in dem sich auch der Haß auf die Armeen der
Anti-Hitler-Koalition gut aufgehoben sieht, stand 1965 rechts von Konrad Adenauer und steht 1995 rechts von Roman Herzog. Eine neue Linke kann sich nur im Bruch
mit diesen Traditionen konstituieren.
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Ergänzungen
Jeden seine eigenen Opfer
Bomber Harris, please come back again!
Nur Zahlen?
Bomben machen keinen Unterschied zwischen Soldaten, Kindern, Juden, Zwangsarbeitern oder Kommunisten in Gefängnissen. Eine Bombadierung einer Großstadt kann nur ein Kriegsverbrechen sein, in jeder Stadt und in jedem Land. Dieses ewige Aufrechen von Opferzahlen, das Anzweifeln von unangenehmen Zahlen bzw. Tatsachen vertuscht die Sinnlosigkeit der Handlung an sich.
Dresden war keine Kaserne sondern eine Stadt, genauso wie London, Hiroshima und Leningrad. Ob nun 30 oder 90 % der Bevölkerung in der NSDAP waren, ob 70 oder 1000 Häftlinge entkommen konnten ist nebensächlich angesichts der Tatsache das mehrere Tausend Zivilisten sterben mußten.
Gegen Krieg und Rassismus!
Schön
Es geht nicht um Zahlen!!
Man sieht es in Alten Reportagen genau
endlich entlarvt:
einfach zum knuddeln, diese antideutschen kasper...
Mythos Dresden
Weisst du Eigentlich wer dem Hitler
Keine Tränen für Harris-Freunde
warum hat harris dresden bombardieren
ich sehe in der bombardierung von dresden (und hamburg etc) ein ziemliches kriegsverbrechen - kriegsverbrechen, wohlgemerkt, und das heißt: eine völlig andere liga als die ´10-50 für einen´-erschießungen der nazis. was die ´gustloff´ angeht: ich würde sagen: eine tragödie. marinenko (der u-boot-kapitän) hat selbst geglaubt, er würde ein schiff voll kriegsmarine-leuten versenken. ziemlich scheiße gelaufen...
(persönlich hab ich siegerjustiz a la nürnberg - und bevor ihr mich steinigt: es *war* siegerjustiz, aber für mich völlig gerechtfertigte! - eh immer dem austoben mittendrin vorgezogen: im nachhinein kann man mit relativ ruhigem kopf diejenigen abservieren, die wirklich schuld waren, und dem fußvolk noch ´ne chance geben. die meisten menschen, ziegt die erfahrung, laufen aus bequemlichkeit immer dem hinterher, der am lautesten irgendwas schreit, was irgendwie sinn macht, aber diese person ist durchaus austauschbar.)
@ han solo Sieger Justiz und Schuldige!
@ han solo Aber Mörder bleibt Mörder!
Blumentritt vergißt einige Dinge
1. Die Anzahl von Beerdigungen auf den Dresdner Friedhöfen kann nicht als Anhaltspunkt für die Anzahl der Todesopfer herangezogen werden, weil aufgrund der akuten Seuchengefahr nach der Zerstörung Dresdens die Opfer zu jeweils 500 auf einem Rost aus Straßenbahnschienen auf dem Altmarkt verbrannt wurden. Es gibt Photos, die diese Vorgänge dokumentieren und auf diese Art und Weise ist der weitaus größte Teil der Leichen beseitigt worden. Im übrigen sind selbst 30.000 Tote eine immens hohe Opferzahl - in Nagasaki wurden auch "nur" 30.000 unmittelbare Todesopfer gezählt.
2. Es macht keinen Sinn, die Opferzahlen aus Dresden mit den Gesamtopferzahlen anderer deutscher Städte zu vergleichen, denn das apokalyptische an Dresden ist ja gerade, daß die gesamte weltberühmte historische Innenstadt, die von Flüchtlingen überfüllt war, innerhalb einer einzigen Nacht und des darauffolgenden Tages zerstört wurde. Das gleiche gilt für die Bombenlast: Andere deutsche Städte haben zwar insgesamt mehr abbekommen aber nicht in derartig kurzer Zeit.
3. Der Vergleich zu Hiroshima und Nagasaki ist insofern gerechtfertigt, als daß die in Hamburg und Dresden angewandten Feuersturm-Strategien der Royal Air Force ähnliche unmittelbare Zerstörungen wie der Abwurf einer kleinen Atombombe verursachen:
Bei der Feuersturm-Stratgie wurde zunächst das Stadtzentrum einer möglichst dicht bebauten Stadt mit Brandbomben so stark bombadiert, daß sich die einzelnen Feuer zu einem einzigen gigantischen Feuer vereinen, daß in Dresden die gesamte Innenstadt umfaßte. Durch den Flächenbrand erhitzte sich dort die Luft derartig stark, daß sie wie in einem Kamin nach oben wegzog. Am Bobden bildete sich ein Unterdruck, durch den von den Außenbezirken her mit hohen Geschwindigkeiten frische Luft angezogen wurde. Anschließend wurden in einer zweiten Angriffswelle die Außenbezirke bombadiert. Durch die bereits beschriebene Sogwirkung wurden nun die Brände von den Außenbezirken her mit orkanartigen Geschwindigkeiten ins innere der Stadt gezogen. Orkanartig ist dabei nicht übertrieben, denn die Entstehung des Feuersturms gleicht im Prinzip der Entstehung eines Tornados. Die Hitze wurde so hoch gewirbelt, daß britische Piloten sie noch in mehr als 10000 Fuß Höhe in ihren Cockpits spüren konnten. Am Ende waren mehr als 20 Quadratkilometer der Dresdner Innenstadt dem Erdboden gleichgemacht. Die Bilder der zerstörten Stadtgebiete sehen dabei tatsächlich aus, als sei eine Atombombe abgeworfen worden.
4. Am 14. Februar bei der amerikanischen Angriffswelle (nachdem die Stadt schon vollkommen zerstört war) wurden übrigens Flüchtlinge, die sich auf den Elbwiesen versammelt hatten, von amerikanischen Piloten im Tiefflug mit den Bordgeschützen niedergeschoßen. Dies ist keine Erfindung irgendwelche Geschichts-Revisionisten, sondern es wurde von vielen Überlebenden bezeugt und gibt es gibt sogar diesbezügliche Geständnisse von damaligen US-Piloten.
Gruß,
Pragmatiker
PS: Bevor es zu Mißverständnissen kommt: Die Vorgehensweise der Alliierten im zweiten Weltkrieg war im Großen und Ganzen gerechtfertigt, aber es gab einige Kampfhandlungen, bei denen sich die Alliierten auf das Niveau ihrer Gegner haben herabziehen lassen. Und dazu gehört neben Hiroshima und Nagasaki auch Dresden. Ich kann zwar VERSTEHEN, warum Dresden derartig bombardiert wurde, aber das heißt noch lange nicht, daß diese Tat den hohen ethischen Ansprüchen der damaligen Alliierten gerecht wurde.
wassolls
Wieder mal ein Zeichen dafür das menschliche(?) Gehirne manches Verbrechen für in Ordnung halten wenn es nur die "Richtigen" trifft und man eine höhere moral zu vertreten glaubt.
Aber deutsche Tote sind ja grundsätzlich schuldige und dürfen deshalb auch ungestraft kleingerechnet werden .
Wie war nochmal Rassismus definiert?
Kriegsverbrechen Dresden
Tztz...
Der größte Witz an der Sache ist doch, das die deutsche Luftwaffe eigendlich nicht gezielt die Zivilbevölkerung in England angegriffen hat. Die Ziele waren militärischer, oder industrieller Art, aber wenn Zivilsiten dabei ums leben kommen ist es egal.
Das war bestimmt auch nicht grade nobel, aber die Allierten haben gezielt versucht 2 Millionen deutsche Zivilisten durch Luftangriffe zu töten, das hatte die deutsche Luftwaffe nie vor.
Keine Träne für MBL
Es ist echt gruselig, wie MBL seine Märchen in die Welt pustet und sie so formt, wie er sie argumentativ benötigt. Das war schon früher im CL-Netz so, wo der selbsternannte Gutmensch die Newsgroups alle paar Tage mit seinen automatischen Postings nervte.
Halleluja
Ich wünschte, Blumentritt wäre dort gewesen, um Sir Arthur Harris auf Knien für seine grandiosen Thesen zu danken, die der, dank Kriegssituation noch am lebendigen Objekt ausprobieren konnte. Vielleicht wäre Blumentritt am besten mitten in der Stadt aufgehoben gewesen, zwischen schuldbeladenen brennenden Kleinkindern.
Der geneigte Leser findet die Vorstellung brennender Kleinkinder furchtbar ? Mir geht es ähnlich. Ein Wunder, wenn dem nicht so wäre.
Niemand kann auf der anderen Seite Mord, Ausschwitz oder das Vorgehen der Nazis insgesamt gutheissen. Aber wer so dumm und naiv ist, hier Schuld aufwiegen zu wollen, der zeugt nur von seinem unreifen Verstand.
Ein Glück, dass ich diesen Blumentritt nicht persönlich kenne, denn auf die Bekanntschaft mit jemandem, der so wenig reflektiert, kann ich mit Vergnüfen verzichten.
Krieg ist Krieg und da gibt es halt Tote
Wir müssen in Geschichte gerade einen Vortrag zum Thema Auswirkungen des Krieges auf Deutschland machen und da fällt einem erst mal auf dass es da nicht nur Hunger, Tote und Zerstörungen gab. Der Krieg ist auch Auslöser für zahlreiche "Krüppel" und für seelische Zerstörungen.
Es haben doch nicht nur Menschen in der Großstadt gelitten. Unser Nachbar wurde auch auf seinem Hof von den Russen erschossen, obwohl unser Dorf nur etwa 300 Einwohner hat. Natürlich ist alles viel übersichtlicher und ausdrucksstärker wenn man es schön in Zahlen ausdrückt und Orte nimmt, die jeder kennt. Aber die Menschen auf den Dörfern haben gelitten wie alle anderen auch. Dort wurden auch Frauen vergewaltigt und Menschen erschossen. Dort wurde auch gekämpft und geplündert. Auf unserem Gut haben die Nazis übernachtet um auf die Russen zu warten. Also? Was sagt uns das denn? Alle Menschen sind gleich un jeder hat ein Recht zu leben. Sowohl Menschen in der Stadt als auch auf dem Dorf. Auch die Kriegsverbrecher hätten weiterleben müssen. Wenn sie tot sind, spüren sie keine Strafe mehr. Aber die, die nicht zum Tote verurteilt wurden haben ihre Strafe gesehen. Man hätte sie so quälen müssen, wie sie es mit anderen Menschen getan haben aber man hat sie erschossen, weil die Ärmsten das nicht aushalten.
Die Ärmsten tun mir ja leid.
Gott segne uns, dass es nie wieder solche Idioten gibt, die denken, mit Krieg die Welt verändern zu können.