2001 - Das war das Jahr bei indymedia.de
Ein kurzer Abriss zur Entstehung und zum ersten Jahr von indymedia.de
Entstehungsgeschichte
Indymedia Deutschland wurde "als Teil eines internationalen, hierarchiefreien Netzwerks im weltweiten Widerstand gegen die kapitalistische Globalisierung, als ein multimediales Netzwerk unabhängiger und alternativer Medien, MedienmacherInnen, engagierter Einzelpersonen und Gruppen" Anfang dieses Jahres gegründet. "Es bietet offene, nichtkommerzielle Berichterstattung, Raum für Diskussionen sowie Hintergrundinformationen zu aktuellen sozialen und politischen Themen". "Zentraler Ansatz" ist es, "Gegenöffentlichkeit zu schaffen, indem die Menschen an der gesellschaftlichen Basis direkt zu Wort kommen". So formuliert es das mission statement
http://de.indymedia.org/static/ms.html von indymedia.de.
Unter diesen Maßgaben ging anderthalb Jahre nach dem Start des ersten indypendent media centers (IMC) in Seattle im März dieses Jahres indymedia Deutschland anläßlich des Castor-Transports nach Gorleben mit online. Beim ersten Artikel
http://de.indymedia.org/2001/03/45.html handelte es sich noch um eine kopierte Pressemitteilung des BUND.
Indymedia wurde besser angenommen, als die "MacherInnen" sich dies je erträumt hätten.
Mittlerweile wurden weltweit über 70 regionale independent media center gegründet.
Die hohe Popularität von indymedia führte zum einen zu einem sehr hohen Aufkommen an postings, die nicht den Ideen von indymedia entsprachen, weil es keine Selbstverfassten Berichte von "der Basis" waren, sondern kopierte Zeitungsartikel, Statements von politischen Gruppierungen, oder schlichtweg nachrichtenlose, provozierende oder sabotierende (z.B. Falschmeldungen) postings.
Um die Grundlegende Idee des open postings nicht in Frage zu stellen, wurden Moderationskriterien
http://de.indymedia.org/static/moderation.html aufgestellt, nach denen alle Artikel aus dem open posting transparent nachvollziebar moderiert werden, d.h. in den newswire auf der Startseite, in die verschiedenen Rubriken oder eben auch ins "Müllarchiv" einsortiert werden.
Das Moderationskonzept für Artikel wird erfolgreich angewandt. Schwierigkeiten bereiten indes eine derzeitige Kommentarschwemme unter den Artikeln.
http://de.indymedia.org/2001/12/12812.html
Kommentare werden nur ausnahmsweise gelöscht, aber nicht moderiert. Die Diskussion, wie mit dem derzeitigen "Kommentartrollhaus" umgegangen werden sollte, ist noch nicht abgeschlossen.
Jahresrückblick
Die Berichterstattung zum ersten Castor-Transport des Jahres ermöglichte es, dem Infowar von Polizei und Medien
http://www.de.indymedia.org/2001/03/839.html ein wahrnehmbares Gegengewicht zu verleihen. Der Gesamteinsatzleiter der Polizei, Lügenbaron Hans Rheime,
http://www.de.indymedia.org/2001/11/10144.html der im Vorfeld von geplanten Säureattentaten auf Polizisten fabulierte, musste dies z. B. kleinlaut zurücknehmen.
http://www.de.indymedia.org/2001/04/978.html
Über viele kleine und alle Großereignisse des "Summer of Resistance"
http://www.de.indymedia.org/2001/05/2575.html berichteten Menschen vor Ort.
Angefangen vom EU-Vorbereitungsgipfel in Freiburg, über die für die Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung einschneidenden Ereignisse in Göteborg und Genua und das WEF-Treffen in Salzburg, die Aktionen gegen das abgesagte Weltbanktreffen in Barcelona, bis zur Weltklimakonferenz in Bonn.
Der 11.9. verschärfte auch in Deutschland das politische Klima. Extremisten wie Otto Schily und Konsorten sahen die Gunst der Stunde gekommen, bürgerliche Grundrechte einzustampfen, als wären sie eine Last aus längst vergangenen Zeiten:
Weiterer Ausbau des Sicherheitsstaates
http://de.indymedia.org/2001/12/11608.html
Militarisierung nach Innen
http://de.indymedia.org/2001/10/8710.html
Während in den gleichgeschalteten Medien das göbbelsche Trommelfeuer für den Krieg um das Überleben der Zivilisation losbricht, um die Nation kampfesmutig zu stimmen, erscheinen bei indymedia Beiträge, die die strategischen Interessen der Kriegstreiber benennen, sowie eine umfangreiche Berichterstattung über die Protestaktionen gegen diesen Krieg:
Krieg ist Frieden!
http://de.indymedia.org/2001/12/12756.html
Das Bombardement hat begonnen
http://de.indymedia.org/2001/09/7434.html
Zehntausende demonstrieren gegen den Krieg
http://de.indymedia.org/2001/10/8656.html
Diese Berichterstattung macht öffentlich, daß nicht alle dem Diktum der "uneingeschränkten Solidarität" mit den USA folgen, wenn es darum geht, völkerrechtwidrige Angriffskriege zu führen, um einen vermeintlichen Terroristen zu bombardieren, der sich möglicherweise in Afghanistan versteckt hält und dadurch hunderte, wenn nicht tausende unschuldige Opfer in Kauf zu nehmen.
In diesem Zusammenhang sei auf den Einfluß und die Glaubwürdigkeit von Beiträgen bei indymedia hingewisen.
Nach den Anschlägen zeigte CNN Bilder von Palästinensern, die die Attentate feierten. Ein brasilianischer Student veröffnetlichte auf der globalen indymedia site
http://www.indymedia.org eine Meldung, wonach die gezeigten Videoaufnahmen bereits 10 Jahre alt seien. Er trat damit eine Welle der Empörung los. Von höchster Stelle dementierte CNN, die FAZ echauffierte sich, die jungle world freute sich hämisch. Doch allesamt zu früh, der Student entschuldigte sich schließlich für die Falschmeldung, CNN nicht, obwohl das TV-Maganzin Panorama nachwies, daß die Aufnahmen zwar neu, aber gestellt waren:
CNN, Indymedia und Gerüchte über jubelnde Palästinenser
http://www.de.indymedia.org/2001/09/7869.html
Auch über die letzten Großereignisse dieses Jahres, den EU-Gipfel Mitte Dezember in Brüssel, bei dem über 100.000 Menschen friedlich oder militant auf die Straße gingen: EU-Gipfel in Brüssel: Protest gegen Krieg, Sozial- und Grundrechteabbau
http://de.indymedia.org/2001/12/12293.html
und den Aufstand gegen die Folgen des neoliberalismus in Argentinien,
http://de.indymedia.org/2001/12/12739.html
wurde auf indymedia.de eingehend berichtet
Überblick
Einen guten Überblick über die Berichterstattung auf indymedia.de geben die bislang erschinenen Printausgaben, in denen wichtige Beiträge zusammengefasst wurden. Die Übersicht der Printausgaben ist hier aufgelistet:
http://de.indymedia.org/2001/11/11276.html#2
Indymedia Deutschland wurde "als Teil eines internationalen, hierarchiefreien Netzwerks im weltweiten Widerstand gegen die kapitalistische Globalisierung, als ein multimediales Netzwerk unabhängiger und alternativer Medien, MedienmacherInnen, engagierter Einzelpersonen und Gruppen" Anfang dieses Jahres gegründet. "Es bietet offene, nichtkommerzielle Berichterstattung, Raum für Diskussionen sowie Hintergrundinformationen zu aktuellen sozialen und politischen Themen". "Zentraler Ansatz" ist es, "Gegenöffentlichkeit zu schaffen, indem die Menschen an der gesellschaftlichen Basis direkt zu Wort kommen". So formuliert es das mission statement
http://de.indymedia.org/static/ms.html von indymedia.de. Unter diesen Maßgaben ging anderthalb Jahre nach dem Start des ersten indypendent media centers (IMC) in Seattle im März dieses Jahres indymedia Deutschland anläßlich des Castor-Transports nach Gorleben mit online. Beim ersten Artikel
http://de.indymedia.org/2001/03/45.html handelte es sich noch um eine kopierte Pressemitteilung des BUND. Indymedia wurde besser angenommen, als die "MacherInnen" sich dies je erträumt hätten.
Mittlerweile wurden weltweit über 70 regionale independent media center gegründet.
Die hohe Popularität von indymedia führte zum einen zu einem sehr hohen Aufkommen an postings, die nicht den Ideen von indymedia entsprachen, weil es keine Selbstverfassten Berichte von "der Basis" waren, sondern kopierte Zeitungsartikel, Statements von politischen Gruppierungen, oder schlichtweg nachrichtenlose, provozierende oder sabotierende (z.B. Falschmeldungen) postings.
Um die Grundlegende Idee des open postings nicht in Frage zu stellen, wurden Moderationskriterien
http://de.indymedia.org/static/moderation.html aufgestellt, nach denen alle Artikel aus dem open posting transparent nachvollziebar moderiert werden, d.h. in den newswire auf der Startseite, in die verschiedenen Rubriken oder eben auch ins "Müllarchiv" einsortiert werden. Das Moderationskonzept für Artikel wird erfolgreich angewandt. Schwierigkeiten bereiten indes eine derzeitige Kommentarschwemme unter den Artikeln.
http://de.indymedia.org/2001/12/12812.html Kommentare werden nur ausnahmsweise gelöscht, aber nicht moderiert. Die Diskussion, wie mit dem derzeitigen "Kommentartrollhaus" umgegangen werden sollte, ist noch nicht abgeschlossen.
Jahresrückblick
Die Berichterstattung zum ersten Castor-Transport des Jahres ermöglichte es, dem Infowar von Polizei und Medien
http://www.de.indymedia.org/2001/03/839.html ein wahrnehmbares Gegengewicht zu verleihen. Der Gesamteinsatzleiter der Polizei, Lügenbaron Hans Rheime,
http://www.de.indymedia.org/2001/11/10144.html der im Vorfeld von geplanten Säureattentaten auf Polizisten fabulierte, musste dies z. B. kleinlaut zurücknehmen.
http://www.de.indymedia.org/2001/04/978.html Über viele kleine und alle Großereignisse des "Summer of Resistance"
http://www.de.indymedia.org/2001/05/2575.html berichteten Menschen vor Ort. Angefangen vom EU-Vorbereitungsgipfel in Freiburg, über die für die Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung einschneidenden Ereignisse in Göteborg und Genua und das WEF-Treffen in Salzburg, die Aktionen gegen das abgesagte Weltbanktreffen in Barcelona, bis zur Weltklimakonferenz in Bonn.
Der 11.9. verschärfte auch in Deutschland das politische Klima. Extremisten wie Otto Schily und Konsorten sahen die Gunst der Stunde gekommen, bürgerliche Grundrechte einzustampfen, als wären sie eine Last aus längst vergangenen Zeiten:
Weiterer Ausbau des Sicherheitsstaates
http://de.indymedia.org/2001/12/11608.html Militarisierung nach Innen
http://de.indymedia.org/2001/10/8710.html Während in den gleichgeschalteten Medien das göbbelsche Trommelfeuer für den Krieg um das Überleben der Zivilisation losbricht, um die Nation kampfesmutig zu stimmen, erscheinen bei indymedia Beiträge, die die strategischen Interessen der Kriegstreiber benennen, sowie eine umfangreiche Berichterstattung über die Protestaktionen gegen diesen Krieg:
Krieg ist Frieden!
http://de.indymedia.org/2001/12/12756.html Das Bombardement hat begonnen
http://de.indymedia.org/2001/09/7434.html Zehntausende demonstrieren gegen den Krieg
http://de.indymedia.org/2001/10/8656.html Diese Berichterstattung macht öffentlich, daß nicht alle dem Diktum der "uneingeschränkten Solidarität" mit den USA folgen, wenn es darum geht, völkerrechtwidrige Angriffskriege zu führen, um einen vermeintlichen Terroristen zu bombardieren, der sich möglicherweise in Afghanistan versteckt hält und dadurch hunderte, wenn nicht tausende unschuldige Opfer in Kauf zu nehmen.
In diesem Zusammenhang sei auf den Einfluß und die Glaubwürdigkeit von Beiträgen bei indymedia hingewisen.
Nach den Anschlägen zeigte CNN Bilder von Palästinensern, die die Attentate feierten. Ein brasilianischer Student veröffnetlichte auf der globalen indymedia site
http://www.indymedia.org eine Meldung, wonach die gezeigten Videoaufnahmen bereits 10 Jahre alt seien. Er trat damit eine Welle der Empörung los. Von höchster Stelle dementierte CNN, die FAZ echauffierte sich, die jungle world freute sich hämisch. Doch allesamt zu früh, der Student entschuldigte sich schließlich für die Falschmeldung, CNN nicht, obwohl das TV-Maganzin Panorama nachwies, daß die Aufnahmen zwar neu, aber gestellt waren: CNN, Indymedia und Gerüchte über jubelnde Palästinenser
http://www.de.indymedia.org/2001/09/7869.html Auch über die letzten Großereignisse dieses Jahres, den EU-Gipfel Mitte Dezember in Brüssel, bei dem über 100.000 Menschen friedlich oder militant auf die Straße gingen: EU-Gipfel in Brüssel: Protest gegen Krieg, Sozial- und Grundrechteabbau
http://de.indymedia.org/2001/12/12293.html und den Aufstand gegen die Folgen des neoliberalismus in Argentinien,
http://de.indymedia.org/2001/12/12739.html wurde auf indymedia.de eingehend berichtet
Überblick
Einen guten Überblick über die Berichterstattung auf indymedia.de geben die bislang erschinenen Printausgaben, in denen wichtige Beiträge zusammengefasst wurden. Die Übersicht der Printausgaben ist hier aufgelistet:
http://de.indymedia.org/2001/11/11276.html#2
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
bisschen mehr Kritik angebracht
Schöner Überblick
Danke!
Besinnliches zum Jahreswechsel
Indy ist Gut!
Also....
Johoho
Demozeit
@ NINA
schönes neues Jahr und so...
dazu gehört auch, dass die diskussion um antisemitismus hier praktisch keine erwähnung findet. wenn eindeutig antisemitischer scheissdreck hier stehen bleibt, im sinne eines irgendwie linken pluralismus, dann zeigt das genau das problem an indy. das wissen hier eigentlich auch alle (viele fanden die texte wohl sogar gut), aber an der liebgewonnenen "seite für den linken alltag" darf ja nicht gekratzt werden und wenn, dann war es sowieso nur die eine sekte da aus berlin (oder tel aviv).
wie oft ich schon der bahamas oder ADK zugerechnet wurde - langsam fang ich an, zu glauben, dass ich justus wertmüller bin.
???
Hallo Technik
Habt Ihr da irgendwelchen fiesen oder kaputten tags eingebaut?