Wendland - Polizeigewalt und Medieninteresse

BI Uelzen, Koile 21.11.2001 20:21 Themen: Atom
Drastisches Vorgehen der Polizei im Wendland.
Einige Geschehnisse. Hätte mehr Medienpräsenz dies verhindern können ?
Sind die Medien nicht vor Ort, tanzen die Knüppel oder...

Laut Medien seien es im Wendland am vorletzten Wochenende (bis zur Wochenmitte) deutlich weniger protestbereite Bürger gewesen, die auf die Straßen gingen um gegen den Castortransport in die Gorlebener "Kartoffelscheune" zu demonstrieren.
Das Interesse der Medien ließ nach. Auch die zuvor den Castorgegnern eher wohlgesonnen öffentl. Rechtlichen redeten den Widerstand klein.
Sicher - es gab bis auf eine Aktion keine Blockade mit vierstelliger Teilnehmerzahl, was es schwierig machte Bilder einzufangen, die sich als "Aufhänger" eignen. Auch die derzeitige Lage in Afghanistan und der Sicherheitswahn unserer Regierung, die (zum Glück) überall in Deutschland die Menschen auf die Straßen treiben, hatten zur Folge, daß weniger Castorgegner ins Wendland mobilisierten. Im Übrigen haben Viele bis kurz vor Start des Strahlen-Zuges nach Gorleben nicht wirklich geglaubt, daß dieser Transport zu diesem Zeitpunkt wirklich durchgeführt werden würde.
Trotz der genannten Umstände, war der Widerstand groß. Daß nicht wie beim Transport im März Bilder von gigantischen Schienenblockaden zu sehen waren, lag zum einen daran, daß es viele kleinere Aktionen gab und zum anderen an der Schikane-Taktik der Bullen, die den Landkreis großräumig abgeriegelt hatten was vielen ein Vorstoßen zu Aktionsorten erheblich erschwerte oder unmöglich machte.
Ist das Medieninteresse deshalb diesmal kleiner gewesen oder hat eine zu positive Berichterstattung über einen fast zum Kult tendierenden Widerstand Zensur zur Folge. Die Abwesenheit der Medien hatte an vielen Orten fatale Folgen.
Die Bullen konnten munter die Knüppel schwingen, und nicht nur das; von 114 verletzten Demonstranten, davon neun schwer, berichtet die Sani-Gruppe Wendland. Der Unterarm eines Castorgegners sei von einem Polizeihund durch 40 Bisse zerfleischt worden. Sein Maul konnte nur durch einen als Hebel eingesetzten Schlagstock gelöst worden. Die Bullen ritten mit Pferden in Sitzblockaden. Atomkraftgegner wurden unter menschenunwürdigen Umständen in Gefangenenstellen "zusammengepfercht" und ohne Begründung oft 10 Stunden und mehr dort festgehalten. Unter ihnen auch 16 und 17 jährige Jugendliche, denen verweigert wurde einen Vormund zu benachrichtigen und denen durch gezielte Falschinformationen über die Konsequenzen ihrer Festnahme Angst gemacht wurde. Danch wurden die Jugendlichen um 2 Uhr nachts außerhalb geschlossener Ortschaften ausgesetzt.
Besonders skandalös ist die Leibesvisitation an einer Person, von welcher der Republikanische Anwaltsverein berichtete. Eine auf der Strecke aufgegriffene Person sei von Polizeibeamten dazu gezwungen worden sich nackt auszuziehen. Dann wurden die Achselhöhlen sowie der Rektal- und Intimsbereich durchsucht.
All dies wird, wenn es nicht sogar von höchster Stelle angeordnet war, wahrscheinlich ohne Konsequenzen für die diensthabenen Beamten bleiben.
Trotzdem: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Der nächste Transport wird wieder 50 Mio DM (dann ja ca 25 Mio € verschlingen). Trotz perverser Bullen und einem größenwahnsinnigen Innenminister - WIR STELLEN UNS QUER !!!
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Ergänzungen

zum kotzen

arthur 21.11.2001 - 22:07
wie sich der polizeistaat deutschland bei diesem castortransport aufgeführt hat, war mal wieder qualitativ ein hammer. ich habe es in vielen jahren nicht erlebt, dass der komplette widerstand so krass kriminalisiert wird. waren es bisher "nur" vermeintlich militante, musste diesmal jedeR der/die castor-gegnerIn war mit schärfsten repressionen rechnen. am dienstag sind in und um hitzacker greiftrupps von den bullen unterwegs gewesen, die jeden und jede mitgenommen hat, der/die einfach nur durch den ort lief, weit außerhalb jeden demonstrationsverbots. unsere gruppe (die hitzhacker walsspatziergängerInnen) sind grundlos (es lag juristisch gesehen noch nicht einmal eine ordnungswidrigkeit vor!) bis zu 20 stunden festgehalten worden. denkt bitte alle daran, widerspruch dagegen einzulegen und zum ea zu schicken, dort hieß es heute, ab morgen seien mehr infos und entsprechende infos im internet zu finden (seite von der bi oder vom ea, müsst ihr mal gucken). also, sich fügen heißt lügen, widerstand gegen diesen widerlichen bullenstaat leisten!

Das bestimmt nichts mit Medieninteressen

Grobi 21.11.2001 - 22:38
zu tun, es wird überhaupt Wenig und in Letzter Zeit immer Weniger über Ausser Parlamentarische Opposition berichtet.

Aber wen interresierts?

Bibo 21.11.2001 - 22:43
Die Bildzeitung hat noch Keinen Castor aufgehalten, es waren immer noch Menschen auf und um und über den Gleisen, man sollte die Gleise vielleicht mal woanders hin verlegen, damit es wer mitbekommt, mal wieder Öfter vor den Landtag.

Wieder einmal mehr zeigt sich...

A 21.11.2001 - 23:02
wie wichtig Indymedia und die unabhängigen Zeitungen/Radios sind und wie unbequem es zu sein scheint. Dadurch sehen immerhin viele, was abgeht. Die Informationen sind da.

@ Bibo

Riothippie 22.11.2001 - 06:00
Welcher Berliner Linksruckie verbirgt sich denn hinter diesem nick?

Sei Schlauer heiz mit Wind oder Solar Power!

Bina 22.11.2001 - 09:26

Formblatt zum download

Scheiss Bulle (aber wisch dir den arsch ab 22.11.2001 - 15:22
 http://www.oneworldweb.de/castor/recht/vordrucke/antrag1.pdf..............
Hier gibt es den Antrag (Formblatt) zum download. Macht alle mit dann bekommen wir noch unsere Schlagzeilen und die Bullen beim näxten Transport mehr Probleme mit ihrem "Zusammen verantwortung tragen".............Vor einigen Tagen wurde hier eine Statistik der Polizei veröffentlich, die finde ich nicht wieder . War die korrekt? da hiess es es gab über 1000 ingewahrs., vielleicht kann die ja nochmal einer posten. immer im wendland euer Yo

Artikel stammt nicht von der BI-Uelzen !!!!!

BI gegen Atomanlagen Uelzen 22.11.2001 - 16:49
Der Artikel "Wendland - Polizeigewalt und Medieninteresse" stammt nicht von uns. Auch wenn er inhaltlich richtig ist, müssen wir ausdrücklich betonen, das hier unser Name mißbraucht wurde und der Text nicht mit uns abgesprochen wurde. Auch ein/e "Koile" ist uns nicht bekannt.
Wer das auch immer war, soll dies in Zukunft unterlassen!

Ja ?

Hanso Brülo 22.11.2001 - 19:58
Ich dachte der grüne Umweltaktivist Trittin hat den tragfähigen Atomkonsens ausgehandelt ? Da gibt es doch keinen Grund mehr, gegen die letzten noch verbleibenden Castor-Transporte zu demonstrieren. Die bedauerlichen Einzelfälle erfüllen mich mit Besorgnis. Bestimmt haben sich gewalttätige Einzeldemonstranten unter die friedliche Mehrheit gemischt. Vielleicht sollte man das dem S-Bahn und Fahradfahrer Ströbele "melden", damit er sich für die Demonstranten einsetzt. Denn es gibt ja auch glaubwürdige Grüne, die bestimmt Verständnis für Euch junge Leute haben.

Castor Stade-La Hague

nix name 23.11.2001 - 00:29
niX neues im atomstaat: Die Netzeitung berichtet gerade von unzulässig erhöhter Radioaktivität an einem Stader Castor, der im Dezember nach La Hague gehen soll:  http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=1084&item=168956

Deine Mutter - Leny

Chuck The Ripper 23.11.2001 - 14:29

Die BI hat recht:

Torsten 23.11.2001 - 20:37
es ist richtig, daß dieser Beitrag nicht mit der BI Uelzen abgesprochen war. Es handelt sich dabei um einen Schnellschuß meinerseits. War sehr verärgert als ich die Berichte der Lokalzeitungen an jenem Abend im Netz las und mußte mir Luft machen. Aber auch die BI Uelzen hat ja nen Pressesprecher.

Demokratisches Prinzip verstanden...

Agent S 28.11.2001 - 09:18
Leute, ihr habt´s echt verstanden...

Wenn was im Staat schiefläuft, dann möglichst auf Kosten aller die Auswirkungen eines Beschlusses anfechten und nicht den Beschluß selbst.

Das zeugt 1:1 von eurem Systemverständnis.

Je mehr "Widerstand" von oben her vorgezeigt werden kann, desto mehr wird dagegen investiert werden.

Irgendwann werdet hoffentlich auch ihr einsehen können, daß ein Polizeistaat einfach nicht von den Bullen ausgeht.

Gehabt euch wohl und viel Erfolg, Stan

Materialsammlung

Gandalf 28.11.2001 - 13:37
Hi Leute,
wir sammeln Material über Polizeigewalt in Deutschland, wenn ihr also Bilder und Berichte habt, bitte an
 peoplesprotestprotection@hotmail.com schicken,
Gruß ppp

Ja wie denn Stan ???

Torsten 05.12.2001 - 23:43
Wie bitte soll man seinen Kampf denn noch anders austragen ? Auf Kosten aller sagst Du würden wir den Kampf austragen... . Ich habe bei der letzten Bundestagswahl eine Regierung gewählt, die sich angeblich für meine Interessen einstzen wollte. Jetzt steh ich hier im kurzen Hemd und keiner hat Geburtstach,- oder was ???Wenn ich also durch Wahlen nichts ändere, dann muß ich mich eben anders wehren. Ich glaube daß niemand einen Polizisten gezwungwn hat seinen Beruf zu ergreifen und es wird sicher auch nicht strafrechtlich verfolgt, wenn ein Bulle nicht sinen bekackten Köter auf Leute hetzt oder ihnen im Arsch und weiß ich nicht wo rumpopelt. Die Bullen sind nun mal die ausführende Gewalt(auch wenn von Gewaltenteilung in Gorleben nicht viel zu sehen war). Soll ich nach Berlin fahren in den Reichstag latschen und Gerhart, Joschi und Jürgen persönlich was auf die Kauleiste haun ??? Man echt ich hab die Schnauze so voll von Leuten die meinen immer alles derart richtig zu machen, weil sie nirgends anecken weil das ja auch gar nicht möglich ist, weil se immer schön die Schnauze halten, weil alles sowieso nichts bringt und alles ganz anders gemacht werden muß... .
Asch huh, Zäng ussnander
Gegen Verarsche !