Bericht eines Freigelassenen aus Genua
Zusammenfassung eines mündlichen Berichtes von F.H. aus Basel über seine Verhaftung in der Schule Diaz in Genua, seine Verletzungen durch Polizeigewalt und sein Behandlung im Gefängnis und Spital
«Das Erlebnis hat mich politisiert»
Der Basler F.H. war einer der 200 DemonstratInnen, die in der Schule Diaz am Samstag-Abend nach der Grossdemonstration übernachteten, als die Polizei die Schule stürmte. F.H. wurde durch die wütend herumschlagenden Polizisten schwer verletzt. Wir fassen den mündlichen Bericht nach seiner Rückkehr nach Basel zusammen.
F.H. gehörte zu den 200-300 DemonstrantInnen, die sich in der vom Social Forum angemieteten Schule im Parterre übernachten wollten. F.H. wollte zwar die Stadt nach den heftigen Polizeiangriffen auf die Grossdemonstration am Samstag-Abend verlassen, fand aber kein Platz mehr den überfüllten Sonderzügen und hoffte auf einen freien Platz am Sonntag. Die Polizei stürmte gegen Mitternacht die Schule und schlug wie wild auf die Schlafenden und Flüchtenden ein. F.H. versuchte mit anderen vor der wütenden Polizei aus dem 1. Stock über das Baugerüst zu fliehen. Als er aber noch jemanden beim Ausstieg aus dem Fenster half, wurde von einem Polizisten mit dem Knüppel so heftig auf den Hinterkopf geschlagen, dass er im Treppenhaus zu Boden viel. Dort wurde er auf dem Boden liegend rund eine Viertelstunde von Polizisten mit Stöcken geschlagen, getreten und beschimpft. Im Treppenhaus wurde F.H. so gewalttätig geprügelt, dass er sich zwei Platzwunden am Hinterkopf (eine musste genäht werden) und einem komplizierten Unterarmbruch (er versuchte sich mit den Händen vor weiteren Schlagen auf Kopf und Gesicht zu schützen) zuzog.
Noch nach mehreren Tagen kann F.H. nur mit Schmerzen und humpelnd gehen und seine blauen Flecken am Rücken weisen immer noch auf die Fusstritte der Polizisten hin. F.H. war einer der zahlreichen Verletzten, die auf der Barre aus der Schule getragen werden mussten. Er wurde unter Polizeibewachung (in Kampfmontur) am Samstag Nacht notdürftig im Spital behandelt. Am Sonntag wurde direkt aus dem Spital in ein Sammelager ausserhalb von Genau gebracht. Er wurde dort erkennungsdienstlich behandelt und in eine 5 mal 5 Meter grosse Zelle mit 26 anderen Leuten gesperrt. Am Montag werden alle in einem grossen Saal an die Wand gestellt. Die Polizisten drohten «Wenn ihr euch bewegt, werdet ihr erschossen.» F.H. wird ohnmächtig. Am Montag- Abend wird er deshalb erneut in ein ziviles Spital eingeliefert. Im Spitalzimmer werden die Verletzten weiterhin von bis zu zwanzig Polizisten bewacht. Auf Grund eines psychiatrischen Gutachtens wird F.H. am Dienstag in ein Einzelzimmer verlegt, in dem ihn aber auch zwei bewaffnete Polizisten bewachen.
Am Dienstag Morgen wurde die Mutter von F.H. durch eine Krankenschwester, die sich während den Untersuchungen englisch und unbewacht mit ihm verständigen konnte, telefonisch informiert. Die Mutter, die aus der Schweiz anreiste und am Dienstag-Abend im Spital eintraf, wurde von der Polizei nicht zu ihrem Sohn vorgelassen. Sie sahen sich nur einen kurzen Augenblick im Gang des Spitals, als F.H. mit Rollstuhl und 5 Polizisten verlegt wurde. Am Dienstag konnte F.H. nur durch den Haftrichter und 2 Anwälte vom Social Forum besucht und befragt werden. Sogar der Haftrichter bezeichnete gegenüber F.H. die Polizeiaktion als «illegal». Wahrend der ganzen Zeit der Gefangenschaft wird F.H. nicht über die Gründe seiner Inhaftierung informiert. Nach 4 Tagen (Mittwoch-Abend) wird F.H. ohne amtliche Bescheinigung und beschlagnahmte Utensilien (Schlafsack, Rucksack, 2 Kameras, etc.), in den Unterhosen, ohne Geld und Ausweis aus dem Spital entlassen. Die Mutter konnte ihm zum Glück Kleider kauften und begleite ihn in die Schweiz zurück.
Der Basler F.H. war einer der 200 DemonstratInnen, die in der Schule Diaz am Samstag-Abend nach der Grossdemonstration übernachteten, als die Polizei die Schule stürmte. F.H. wurde durch die wütend herumschlagenden Polizisten schwer verletzt. Wir fassen den mündlichen Bericht nach seiner Rückkehr nach Basel zusammen.
F.H. gehörte zu den 200-300 DemonstrantInnen, die sich in der vom Social Forum angemieteten Schule im Parterre übernachten wollten. F.H. wollte zwar die Stadt nach den heftigen Polizeiangriffen auf die Grossdemonstration am Samstag-Abend verlassen, fand aber kein Platz mehr den überfüllten Sonderzügen und hoffte auf einen freien Platz am Sonntag. Die Polizei stürmte gegen Mitternacht die Schule und schlug wie wild auf die Schlafenden und Flüchtenden ein. F.H. versuchte mit anderen vor der wütenden Polizei aus dem 1. Stock über das Baugerüst zu fliehen. Als er aber noch jemanden beim Ausstieg aus dem Fenster half, wurde von einem Polizisten mit dem Knüppel so heftig auf den Hinterkopf geschlagen, dass er im Treppenhaus zu Boden viel. Dort wurde er auf dem Boden liegend rund eine Viertelstunde von Polizisten mit Stöcken geschlagen, getreten und beschimpft. Im Treppenhaus wurde F.H. so gewalttätig geprügelt, dass er sich zwei Platzwunden am Hinterkopf (eine musste genäht werden) und einem komplizierten Unterarmbruch (er versuchte sich mit den Händen vor weiteren Schlagen auf Kopf und Gesicht zu schützen) zuzog.
Noch nach mehreren Tagen kann F.H. nur mit Schmerzen und humpelnd gehen und seine blauen Flecken am Rücken weisen immer noch auf die Fusstritte der Polizisten hin. F.H. war einer der zahlreichen Verletzten, die auf der Barre aus der Schule getragen werden mussten. Er wurde unter Polizeibewachung (in Kampfmontur) am Samstag Nacht notdürftig im Spital behandelt. Am Sonntag wurde direkt aus dem Spital in ein Sammelager ausserhalb von Genau gebracht. Er wurde dort erkennungsdienstlich behandelt und in eine 5 mal 5 Meter grosse Zelle mit 26 anderen Leuten gesperrt. Am Montag werden alle in einem grossen Saal an die Wand gestellt. Die Polizisten drohten «Wenn ihr euch bewegt, werdet ihr erschossen.» F.H. wird ohnmächtig. Am Montag- Abend wird er deshalb erneut in ein ziviles Spital eingeliefert. Im Spitalzimmer werden die Verletzten weiterhin von bis zu zwanzig Polizisten bewacht. Auf Grund eines psychiatrischen Gutachtens wird F.H. am Dienstag in ein Einzelzimmer verlegt, in dem ihn aber auch zwei bewaffnete Polizisten bewachen.
Am Dienstag Morgen wurde die Mutter von F.H. durch eine Krankenschwester, die sich während den Untersuchungen englisch und unbewacht mit ihm verständigen konnte, telefonisch informiert. Die Mutter, die aus der Schweiz anreiste und am Dienstag-Abend im Spital eintraf, wurde von der Polizei nicht zu ihrem Sohn vorgelassen. Sie sahen sich nur einen kurzen Augenblick im Gang des Spitals, als F.H. mit Rollstuhl und 5 Polizisten verlegt wurde. Am Dienstag konnte F.H. nur durch den Haftrichter und 2 Anwälte vom Social Forum besucht und befragt werden. Sogar der Haftrichter bezeichnete gegenüber F.H. die Polizeiaktion als «illegal». Wahrend der ganzen Zeit der Gefangenschaft wird F.H. nicht über die Gründe seiner Inhaftierung informiert. Nach 4 Tagen (Mittwoch-Abend) wird F.H. ohne amtliche Bescheinigung und beschlagnahmte Utensilien (Schlafsack, Rucksack, 2 Kameras, etc.), in den Unterhosen, ohne Geld und Ausweis aus dem Spital entlassen. Die Mutter konnte ihm zum Glück Kleider kauften und begleite ihn in die Schweiz zurück.
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Ergänzungen
italienische gefangene
Will ja nicht kleinlich sein...
Also nicht das ich hier ein Rechtschreibfanatiker währe.
Liebe Soligrüße an alle GenossInnen.
Tomas Aleinikovas
Während sich für andere Gefangene die entsprechenden Ländervertretungen mehr oder weniger eingesetzt haben, mußten die Eltern von Tomas von polnischen Teilnehmern an den Aktionen in Genua über das Schicksal ihres Sohnes informiert werden! Keine NGO, keine
Zeitung scheint sich bis jetzt um ihn zu kümmern.
für Tomas Aleinikovas
Botschaft der Republik Litauen
S. E. Herr Prof. Dr. habil. Vaidievutis
Geralavicius, außerordentlicher und
bevollmächtigter Botschafter
Frau Vyta Danute Geraldavièiene
Katharinenstraße 9
10711 Berlin
Telefon: 030-8 90 68 10
Fax: 030-89 06 81 15
Email:
Außenstelle der Botschaft Litauen
Herr Dr. Nerijus Zukas, Botschaftsrat
Frau Irma Zukiene
Konstantinstraße 25 a
53179 Bonn
Telefon: 0228-91 49 10
Fax: 0228-91 49 11 5
Honorarkonsul der Republik Litauen
Herr Karl Rothenberger,
Honorarkonsul
Gutleutstraße 163 -167
60327 Frankfurt a. M.
Telefon: 069-23 23 33
Fax: 69-23 91 63
Honorarkonsul der Republik Litauen
Herr Prof. Dr. Jürgen Gramke,
Honorarkonsul
Kaiser-Wilhelm-Ring 20
50672 Köln
Telefon: 0221-9 12 34 94
Fax: 0221-9 12 34 96
Honorarkonsul der Republik Litauen
Herr Hans-Friedrich Saure,
Honorarkonsul
Frau Edda Saure
Brodschrangen 4
20457 Hamburg
Telefon: 040-37 50 17 70
Fax: 040-37 65 53 34
Honorarkonsul der Republik Litauen
Herr Prof. Dr. Jürgen Gramke,
Honorarkonsul (26.04.2001)
Felix-Klein-Straße 6
40474 Düsseldorf
Telefon: 0211-43 61 86-60
Fax: 0211-43 61 86-61
Freigelassener aus der Schweiz
mit dem Inhalt,scheiss Kommunisten ect.Ich könnte noch vieles schreiben über die scheisse die dort ab lief.
Ich stehe jetzt noch unter schock und probiere das zu verarbeiten.
Wir konnten uns nicht rechtvertigen bei der Gefangennahme,obwohl wir Zeugen hatten.
Gute besserung an die verletzten.